Mittwoch, 3. August 2005
limbo tanzen
ist offensichtlich eine grundvoraussetzung, wenn man in der fabrique, in der ich arbeite, einen job haben will.

über jahre hinweg schau ich mir das jetzt an: seit es die "human resource"-abteilung gibt, werden die leut immer kleiner.

die leiterin der abtlg. ist, sagen wir mal, 1,65 mit hut, ~ 45+, dunkelhaarig und hat einen leicht verkniffenen gesichtsausdruck. sieht man die meist weiblichen neuen angestellten an, sehen die alle aus wie schlecht nachmodelliert. phänomenal.

sind zwar allesamt weitaus jünger, haben dafür (fast) keine berufserfahrung, sonst auch keine erfahrung, sind nach möglichkeit nicht verheiratet und haben keine kinderwünsche. dafür aber allesamt dicke waden, jede einzelne.

weitere voraussetzung: innerliche blauäugigkeit und eine quietschende stimme. und psychisch blond, unbedingt.

langsam fang ich an, die dämchen, die noch dazu weder solche noch damen sind, zu verwechseln.

die grossgewachsenen mitarbeiterinnen wurden sukzessive entfernt, echte rote haare kommen nur einmal vor, rot gefärbt gar nicht, blond (echt oder gefärbt) fast nicht, ein paar sind mit strähnchen.

langsam setzt sich aber ein trend auch bei den neu aufgenommenen y-chromosomenträgern durch. nur nicht über 1,70, wirken wie ein "lausbub" (oder zumindest so tun als ob), keine erfahrung sowieso, statt der quietschenden stimme sind hier allerdings dringend leises nuscheln und heftige unkonzentriertheit, begleitet von absoluter uneinsichtigkeit, erforderlich.

bis auf zwei sind alle grossgewachsenen weg.

ein einziger mitarbeiter ist dick, aber der wurde infolge eines mergers mit einem anderen konzern übernommen, und war zu etabliert bei den kunden und zu alt = zu teuer zum rausschmeissen.

oh, hab ich vergessen zu erwähnen: der scheffe über die 350 leut misst auch keine 1,80 ...

im herstellwerk bei meinem vorigen arbeitgeber hatte der werksleiter eine bemerkenswert grosse hakennase. im werk arbeiteten an die 200 personen. alle leitenden angestellten hatten grosse nasen, alle. sogar die einzige weibliche wies ein profil auf wie ein adler. dort war vermutlich das negativ eines scherenschnittes das aufnahmekriterium.

und eine firma kannte ich, da waren alle weiber blond. egal wie alt.

und eine andere firma lernte ich kennen, da hatten alle y-chromosomenträger dunkle haare und irgendeinen bart.

und nein, ich bilde mir das nicht ein. und ich habe auch keinen verfolgungswahn.

aber eines habe ich: nämlich festgestellt, dass bei auftreten derartiger auffallender äusserlichkeiten bei den innerlichkeiten einiges nicht stimmt.

man kann auch sagen, der fisch stinkt vom kopf. immer.

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Hier (Finanzbranche) ungewöhnlich hoher Anteil von sehr großgewachsenen, schlanken Mannsbildern (meine Wenigkeit eingeschlossen).

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vielleicht sollte man beginnen, über derartige auffälligkeiten aufzeichnungen zu führen. wäre interessant, was ein psychiater dazu sagt.

andererseits, möglicherweise wollen wir das gar nicht wissen.

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Ich glaube, Psychiater muß man da nicht erst bemühen. ZB. dürfte die Finanzbranche tendenziell mit etwas niedrigeren BMIs korrelieren, weil das geringfügig erhöhte Gehaltsniveau eine abwechslungsreiche Ernäh-rung und ein sportliches Freizeitverhalten ermöglicht. Bissl Gruppen-zwang steht wahrscheinlich auch dahinter.

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schon klar.

aber wie erklären sie mir die nasen- und haarfarben-problematik? gar nicht zu reden von unseren limbodancern, denen die latte im eigentlichen und übertragenen sinne immer niedriger gelegt wird?

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Ja, "wie der Herr, so das Gscherr" oder so, wie der Wiener sagt.

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