Dienstag, 13. November 2018
blutbild und so
muss ja ab einem gewissen alter in doch eher regelmässigen abständen gemacht werden, insbesondere, wenn da ein paar baustellen am kadaver erwiesen sind.

die hausärztin des vertrauens hatte schon mehrfach gemahnt, dass das jetzt aber bitteschön überfällig sei. und zudem: frau kelef wisse doch selber, ...

jo eh.

aber: staubhöllistan mit den mannigfach bestätigten und wieder widerrufenen und neuerdings vereinbarten und wieder widerrufenen und so weiter und so fort terminen lässt einen anständigen menschen letztlich nicht wirklich guten gewissens was ausmachen, das man dann nicht einhalten kann, und sei es nur deswegen weil man mal "kurz" eine stunde lang die wohnung nicht verlassen kann weil da im stiegenhaus ...

jo eh.

letztlich hat es dann aber doch geklappt. angemeldet UND gekommen. und dann sogar irgendwann zur befundbesprechung erschienen, mit entsprechendem bauchweh, weil: alter, schädigungen, baustellen, risikofaktoren, etc., und letztlich, ehrlich sollte man ja auch sein zu sich selber und zum arzt: kettenraucherin seit ewig, und antialkoholikerin ist auch wer anders, frau kelef sicher nicht.

also: grosse besprechung.

frau kelef, sagte die frau hausärztin des vertrauens, jetzt schauen wir uns das einmal punkt für punkt genau an, was da steht. sie kennen sich eh aus.

jo eh.

wie auch immer, und in der kurzfassung: alles hervorragend, könnte besser gar nicht sein. von den leberwerten über die cholesterine bis zum blutzucker ein vorzeigebefund, wie er sein soll. mit 65, und siehe oben.

puh.

jetzt dann allerdings zum röntgen, thorax und lendenwirbelsäule. und dann noch knie, und schulter, und lunge, aber immerhin: auf der chemischen seite stimmt einmal alles aber so was von.

darauf eine marille, 42%. was weiss man schon, was morgen kommt.

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Dienstag, 23. Oktober 2018
sehr gefährlicher wach- und polizeihund
aka: mademoiselle kiki. mit fallweiser unterstützung durch die gadse, die man selten sieht, aka: dat julchen.

seit einiger zeit schon melden beide, dass da im stiegenhaus ein unbekanntes tier wahrgenommen wird. dat julchen schaut unter dem balkongeländer in den hof und kontrolliert alles, da kann sie auch durch die stiegenhausfenster schauen, wer über die stiege hatscht, und mademoiselle nimmt olfaktorisch im stiegenhaus ihre kontrollaufgaben wahr.

akustisch natürlich wird ebenso kontrolliert, da sitzen beide fallweise höchst einträchtig im vorzimmer, halten die köpfe schief dass wilhelm busch seine helle freude hätte, und horchen, was es da zu hören gibt.

heute vormittag geht frau kelef mit mademoiselle - ordentlich durch eine flexi-leine verbunden, die beim verlassen der wohnung sicherheitshalber immer auf "bei fuss" gestellt ist - aus der wohnungstür. frau kelef sperrt die tür zu, dat julchen sagt noch kurz irgendwas, dann gibt frau kelef die arretierung der leine frei, sagt "langsam" weil über die stiege ist mademoiselle wegen der neuen fliesen schon ein paarmal hinuntergepoltert, und dann aber HOSSA!

durch den baulärm auf der strasse (zur abwechslung wird der gehsteig saniert, hier im haus steht ja alles still, und lärm muss sein) konnte man nicht hören, dass da jemand das haus betritt.

eine sehr junge frau mit hund, sehr hübscher chevalier king charles-spaniel. leider waren die zwei aber keineswegs durch eine leine verbunden, noch hatte der hund einen rüsselverschluss, sprang aber fröhlich um die ecke und über die ersten stufen hinauf, während mademoiselle und frau kelef die ersten stufen desselben stiegenabsatzes hinunter gingen. fremdhundefrauchen stand noch am unteren absatz.

flexi sei dank wurde mademoiselle rechtzeitig zum stehen gebracht und frau kelefs stimme sei dank der andere hund auch, ging sich gerade noch aus. beide hundsviecher logischerweise total erschrocken, mademoiselle knurrte und zeigte die zähne, weil sie wieder auf den absatz vor der tür zurück-, und auf der türmatte ins steh beordert wurde.

stimme von unten: "ist ihrer bissig?".

frau kelef schnappte kurz nach luft, verneinte, konnte aber nicht umhin die junge dame erstens einmal zu fragen, ob sie hier wohne, nein, aber der freund.

bittschön, erstens lässt man einen hund nicht in einem noch dazu de facto fremden stiegenhaus frei laufen in zeiten wie diesen. zweitens sind in diesem haus fallweise arbeiter zugange, und auch noch möbelpacker, das hat konfliktpotential, überhaupt wenn keiner damit rechnet dass da ein hund herumhirscht. drittens könntert aber auch noch, gott soll abhüten, ein anderer hund im stiegenhaus unterwegs sein.

frauchen nahm hundsi sofort auf den arm, SCHON WIEDER FALSCH keppelte frau kelef, wenn ihrer nicht beisst und meine auch nicht, und sie öfter hier im haus sind, dann sollten die sich bitte kennenlernen, sonst kriegen sie sich in die wolle.

weil: mademoiselle ist, seit sie hier lebt, der einzige hund. sie darf mäuse im haus totbeissen und die putz-wegs aka tauben verjagen, und sie soll auf die wohnung, frau kelef und dat julchen aufpassen. kommt also ein anderer hund, macht der ihr möglicherweise das revier oder frau kelef oder dat julchen streitig, klaut möglicherweise auch noch ihr futter und überhaupt weiss man ja nie. also: zähne zeig, knurr und grummel. da kennt mademoiselle nix, bulldogge ist auch in klein eine bulldogge, und auch auf französisch, und die shi tzu-hälfte tut das ihre.

ging dann alles fein über die bühne, die vierjährige kastrierte spanieldame mit sehr devotem verhalten und so weit wie möglich eingeklemmter rute hatte alles verstanden, mademoiselle ebenso, und dann schnofelten sich die damen vorne und hinten und rundherum ein wenig ab - GANZ LIEB kann mademoiselle ja - die spanieldame entspannte sich wieder auf ihr normales format, und dann gingen die zwei anderen über die stiege hinauf und frau kelef und mademoiselle über die stiege hinunter, dat julchen keppelte durch das balkongeländer noch ein wenig hinterdrein, und kiki schritt dann stolzgeschwellter brust und hoch aufgerichtet neben frau kelef her auf ihrer gassirunde.

da wird diskutiert über hunde und bissig und beisskorb und weiss der kuckuck: wäre alles sooo einfach wenn die leut' ein wenig was verstehen täten von den viechern, und sich entsprechend verhalten. nutzt ja nix, wenn das eigene viech lieb und brav ist, und sich dann zu tode erschreckt weil plötzlich ein anderer hund da steht und sein eigentum reklamiert. man will übrigens auch nicht wissen was passiert wär wenn frau kelef dreissig sekunden später aus der tür gegangen wäre, die spaniel-dame gerade vor der tür gestanden und hinter einer explodierenden mademoiselle ein pfauchendes julchen im flaschenbürstenmodus gesichtet hätte. oder wenn mademoiselle auch ohne leine gewesen wäre. oder frau kelef noch ein paar sachen unter den arm geklemmt gehabt hätte. und fremdes haus und eigener kleiner hund frei: was, wenn da im haus ein grosser, unerzogener und wenig sozialer hund wohnt und gerade bei der tür herauskommt?

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Donnerstag, 11. Oktober 2018
wir haben keller
tatsächlich, allen ernstes und so richtig. mit türen, die man auch mittels vorhängeschloss versperren kann. und oben vor den stufen, die zum keller hinunterführen, ist eine - ebenfalls versperrbare - tür.

der ältere fils von l'impresario verteilte die schlüssel, und haste nicht gesehen kriegte frau kelef nicht nur einen keller, der genauso gross ist wie der bisherige, nein, der "neue" hat auch keinerlei gewölbebögen, sondern nur gerade wände, an die man die - vor monaten gekauften und beim altwarenhändler gelagerten - regale tadellos stellen kann. wenn jetzt noch der boden in der wage wäre und keinerlei knubbel hätte im beton, dann stünden die regale sogar ALLE gerade, aber frau kelef hat hammer und stemmeisen, das wird sich richten lassen.

ebenso überarbeitenswert stellte sich die tür heraus: lattenrost-modell, soweit sogut, allerdings ergibt sich der zusammenhalt der latten normalerweise daraus, dass sie mit schrauben aneinandergeschraubt werden. die idee, die schrauben wohl durch die eine latte durch, dann allerdings an der anderen latte, an der die eine befestigt werden soll, vorbei zu schrauben erscheint diskutabel. aber: das wird sich richten lassen.

die sache mit der kellerbeleuchtung ist auch zu frau kelefs zufriedenheit. es dürfen ja - zwegenem der brandgefahr - in den kellerabteilen keine leuchtkörper montiert werden, aber solange die gangleuchte genau über der abteiltür ist: alles fein.

die herren des altwarenhandels des vertrauens haben auch schon schnaubend und schnaufend und schwitzend ganz viel aus der wohnung in den keller geschleppt, ein wenig (na gut, eine nette menge) steht noch herum im wohnzimmer-to-be, aber das ist überschaubar.

zumindest ein kleiner lichtblick.

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