Samstag, 3. Juni 2006
hund ohne furcht und tadel, II
ist ja schon länger her, aber nicht berichtet. schande über mich.

frau kelef und die hunt machen ja nächstens immer noch eine runde zum behufe der entleerung letzterer dame. vor ein paar wochen geht der weg wie immer links zur haustür hinaus, und nach zwei häusern kommt dann ein kleiner parkplatz, von eher ruraler gestaltung.

die hunt hat dort schon marder gejagt, mäuse gefangen, fremden katzen das pinkeln verwehrt und dem dymka die welt erklärt.

diesmal stellte sie die ohren hoch, und setzte gar elegant die pfoten, stets ein zeichen äusserster jagdbereitschaft.

sie geht ein paar schritte zur seite, der lichtbewegungsmelder springt an und beleuchtet die szenerie. die hunt macht einen köpfler in die brennesseln, es knirscht einmal und eine tote ratte fliegt durch die luft unter ein drei meter danebenstehendes auto. zur gleichen zeit springt jedoch kollege-genosse (oder auch -in) der oder des gerade eben verstorbenen aus eben diesen brennesseln hinaus, pfeift bösartig, springt hoch und verbeisst sich in gürtelhöhe an frau kelefs zweitelegantester jacke. hätte das vieh nicht tun sollen, die hunt blickte nur kurz auf und machte ihm noch in der luft den garaus.

wanderratten in der stadt, ja danke, wenn man eine sieht sind schon hundert da.

die hunt liess sich dann dazu überreden, die leichen liegen zu lassen und nicht den katzen zu servieren. waren ja auch keine ganz jungen ratten mehr, der grösse nach, sicher schon ein wenig zäh.

numero due konnten wir dann vermittels eines nach der entleerungsrunde geholten massbandes vermessen und die grösse fotografisch festhalten:





das stückchen käse, das da irgendjemand verloren hatte, war der leichenschmaus, wie man sehen kann, haben die beiden gemeuchelten nicht mehr viel freude daran gehabt.



und die hunt ist mindestens 13 jahre alt, und es fehlen ihr schon fünf zähne. kampfgewicht 15,5 kg. bester hund wo gibt und geben kann.

übrigens: am nächsten tag lagen die beiden kadaver mitten auf dem parkplatz, und ein paar krähen delektierten sich an den eingeweiden. das wurde dann nicht mehr fotografiert, es war einer der wenigen warmen tage des heurigen jahres.

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hund ohne furcht und tadel
nur die mutigsten unter den hunden wagen es so selbstsicher und -verständlich wie ilvie, derartigen ungeheuern entgegenzutreten:

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Mittwoch, 15. März 2006
die hier ansässige hunt
ist ja bekanntlich eine ausserordentlich liebenswürdige, dezente, wohlerzogene dame, und auch schon nicht mehr die jüngste.

dreinschauen kann sie, als hätte sie nie und nimmer im leben keine unbotmässige idee zwischen den ohren gehabt:



sie beherrscht eine erkleckliche anzahl von kommandos, und hat das alles ohne hundeschule gelernt.

sie ist lieb zu kindern und alten menschen, sie ist vernünftig und entgegenkommend, stets bemüht den menschen freude zu machen.

die katzen haben null respekt vor ihr, obwohl sie die hunt als chefin anerkennen, sie schmusen sie ab, geben ihr köpfchen und fressen aus ihrer schüssel, und sie knurrt nicht einmal.

aber wehe, sie wird einer maus oder ratte ansichtig: dann wird sie richtig mordlüstern. so schnell kann keiner schauen, blitzschnell wird zugebissen und das nagetier hat kurz und schmerzlos sein leben beendet. aus einem unerfindlichen grund wirft sie die beute dann immer noch einmal hoch in die luft. aber frau kelef muss ja nicht alles verstehen.

dank der hier im haus die schädlingsbekämpfung oganisierenden wohlbekannten hausverwaltung hüpfen im stiegenhaus manchmal auch so mäuse herum, und die hunt ist immer sehr bemüht, das in ordnung zu bringen. und obwohl sie im stiegenhaus nie ohne leine unterwegs ist, gelingt es ihr fast immer dieses nützliche vorhaben in die tat umzusetzen.

so auch gestern. ein winseln, ein sprung um die ecke, frau kelef jappelt ebenfalls um die ecke, und schon fliegt ihr die tote maus ins gesicht, um dann neben ihr auf dem fensterbrett aufzuschlagen. die liegt sie heute noch:



ausnahmsweise wollte die hunt sie dann weder zum gassigehen mitnehmen, noch beim nachhausekommen den katzen zum geschenk machen. frau kelef ist ja manchmal auch für kleinigkeiten dankbar.

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Donnerstag, 22. September 2005
neulich,
kommt die hunt vom einkaufen aus der tierhandlung, besser bekannt als "hundezuckigeschäft", zurück. den weg hin und zurück kennt sie ganz genau. sie geht sehr gerne hin, schaut die tiere an die in den volieren und terrarien und aquarien herumsitzen, -laufen, -schwimmen und -schlängeln, und ist ganz begeistert.

ausserdem nimmt sie von dort immer ein stück extra-zucki ihrer wahl mit, und trägt das dann ganz stolz nach hause, wo sie vor den augen von dymka und julchen ganz alleine auffrisst. diesmal einen kaustreifen, geschmacksrichtung geflügel.



beim nachhausegehen wählt sie die direkte strecke, damit ihr unterwegs ja keiner ihre kostbarkeit streitig macht. sogar wenn sie noch mal pinkeln muss hält sie den kopf hoch erhoben und die beute fest zwischen den beissern.

an 8 m laufleine kann sie natürlich vor mir um ecken biegen, dann schaut sie ganz geflissentlich nach ob ich noch da bin.

sehr irritierend wirkt es daher auf frau kelef, wenn die hunt abrupt stehenbleibt, ihr zucki auf den weg legt, einen starren blick bekommt und sich die lefzen leckt:



war aber bloss ein haufen federn,



und ein stück weiter dann der rest der flugratte.



fragt sich die hunt nur, wer das war. sie darf die viecher nämlich nur hetzen und scheuchen, aber nicht totmachen, nicht einmal hineinbeissen. und dann sowas am hellichten tag. die welt wird bald untergehen, mindestens, meint sie.

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Samstag, 12. März 2005
killerhund
ilvie hat wieder einmal eine ratte gefangen, nächtens. diesmal ein besonders fettes examplar, das doch tatsächlich der meinung war sich in sicherheit wiegen zu können:

in einem 80 cm hohen riesenblumenbeet,
mit einer 30 cm hohen schmiedeeisen-umzäunung,
unter einer eis- und schneedecke,
die auf der deckplane für die blumenzwiebel liegt,
unter den büschen,
in der leicht frequentierten fussgängerzone,
unter einer strassenlaterne,
gerade dabei, ein schlupfloch zu entern.

hat nix genutzt.

hunt pirscht sich an, ohren gespitzt, augen funkelnd, springt mit einmal abstützen über den zaun, noch ein hüpfer, quiek-knacks, genick durchgebissen. sicherheitshalber noch einmal schütteln, blut spritzt ein wenig in den schnee, ratte zuckt noch nach, wird mit der pfote herumgedreht um sicherzugehen: ganz tot.

ilvie wollte das riesending dann ja eigentlich dem katz mitbringen, das hab ich ihr allerdings ausgeredet. sie ist ja schon fast zwölf, in dem alter sollte man nicht mehr schwer tragen. die ratte hatte sicherlich fast 1kg, und die hunt nur 14,5, und davon ist 1 kg haare.

gute hunt. so geht instinkt.

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Mittwoch, 1. Dezember 2004
die hunt
ist fertig mit den nerven, ich auch. nicht einmal der katz kann uns trösten.

gehen wir vorhin ganz unschuldig unsere nachtlüftungsrunde erledigen - also, sie erledigt, ich geh nur mit, natürlich.

quietscht und kreischt es merkwürdig, die hunt macht so komisches gesicht, kegelt mir fast die schulter aus weil sie so an der leine reisst.

die hunt hechtet auf den parkplatz, von dem die geräusche kommen, ich am anderen ende der schnur hinterdrein.

und was findet da statt, punkt mitternacht, mitten in wien meidling, bei festbeleuchtung unter dem parkplatzbewegungsmelder? niemand errät das? nein?

zwei marder haben sich in der wolle, dass die haare fliegen. die waren so sauer aufeinander, dass sie weder die hunt noch mich bemerkt haben. verbissen sich ineinander, liessen wieder los, sprangen weg und wieder aufeinander zu, zwei rabiate fellknäuel die auf und ab flogen, sich drehten, quietschten und schrieen und knurrten was das zeug hielt.

die hunt steht still, pirscht sich dann an. da wird sie ganz niedrig und elastisch und hebt die pfoten noch eleganter als sonst. öhrchen gespitzt, rute waagrecht weggestreckt, blanke jagdlust in den augen. und wie die zwei marder endlich so ineinander verknotet sind dass sie aussehen wie "der kampf zweier kleiner", springt sie einfach mittendrein. gerade dass ich nicht aufs maul geflogen bin.

hat aber nicht hineingebissen in die zwei, die frau hunt, sondern ist mit den vorderpfoten mittendrauf. die zwei sind in verschiedene richtungen abgedüst wie die pfitschipfeile, sozusagen zwei striche in der landschaft. der eine über eine 150 cm hohe alte ziegelmauer, der andere auf die strasse richtung wiese und gebüsch.

die hunt hat gezittert vor aufregung und wusste nicht, welchem der zwei sie nachrennen sollte, ich musste sie mit brachialgewalt zum dableiben überreden. und bin ganz stolz: sie hat trotz allem daran gedacht, dass sie nur in ratten und mäuse beissen darf, in nichts, das grösser ist als diese, und in nichts, das federn hat.

feiner hunt, sehr sehr feiner hunt, jawoll. liegt jetzt im ohrensessel und träumt offensichtlich von den mardern - und im schlaf beisst sie hinein, ebenso offensichtlich.

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Samstag, 20. November 2004
warum ilvie st. meilding liebt
wenn man ein hund ist, kann man hier sehr fein spazieren gehen, mit dem frauchen.



das naturschutzgebiet am wienerberg hatten wir schon. beim zurückgehen kann man durch die schrebergärten gehen, da gibt es immer wieder ein paar lustige häuser zu sehen,







man trifft befreundete hunde, mit denen man tratschen kann (oder auch nicht),



und dann geht es über die gerade im umbau befindliche brücke, die über den ebenfalls im umbau befindlichen bahnhof führt, richtung nach hause.



ilvie ist ein freundlicher hund, deswegen hat sie auch überall ihre fans. besonders beliebt ist die junge chinesin aus einem unserer stammlokale, die hat hunde sehr gerne und krabbelt ilvie immer so nett. manchmal kriegt die hunt sogar ein stückchen gebackenes huhn im lokal, und zwar ein grosses. aber mit gestreichelt werden ist sie auch zufrieden, hauptsache, man kennt sie.



weniger freude bereitet ihr allerdings immer wieder die tatsache, dass manche hunde die frolic-schüssel vor dem dm-geschäft immer leerfressen.



ilvie ist da sehr vornehm, sie kontrolliert zwar jedesmal genau, ob was da ist, nimmt aber nur ein maulvoll, trägt das zeug ein stück spazieren - manchmal bis nach hause - und frisst dann in ruhe und mit genuss.

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Montag, 25. Oktober 2004
highlight
eines samstagvormittages ist ein runde richtung meidlinger markt.

dort, so sagt der hund, gibt es den besten fleischhauer von ganz wien - den herrn nuran.



der herr nuran ist ein gebürtiger türke, der nicht nur nach meinung des hundes wirklich fantastische ware hat, vom kochen was versteht, und ein exzellent höfliches und wohlerzogenes wesen an den tag legt. auch seine mitarbeiter sind entsprechend ausgewählt und geschult, eine wahre wohltat für die einkaufende seele.







aber das beste ist definitiv (für den hund) das faschierte dort: immer frischest, mageres rind mit 10% lamm.



sowie wir in die nähe kommen, schaut der hund schon in richtung nuran, und zieht mich vorsichtig bis vor das geschäft.

dort wird dann bitte gemacht und getanzt und der chef hypnotisiert, alles ganz unauffällig.





und dann gibt es: 50 dag faschiertes zum gleichfressen:





ist in unter einer minute eingestaubsaugt in den hund, das papier könnte man wiederverwenden.



frauchen kauft derweil gegenüber obst und gemüse, da hat der hund nix damit zu tun, und auch nix am hut damit.



beim nachhausegehen wird noch der durst gestillt - hier schmeckt das wasser offensichtlich besser als zu hause.





dann braucht die hund ein verdauungsschläfchen.

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Freitag, 24. September 2004
artgerechte tierhaltung
ilvie ist ein norrbottenspets - bin ich auch erst sehr viel später draufgekommen, eigentlich wollte ich ja nur einen netten hund. den hab ich aber jedenfalls, und dazu ist sie noch lieb, klug, verständig, brav und einfühlsam, und überhaupt. sie wird auch allgemein als "der bravste hund den man kennt" bezeichnet.

aufgrund ihrer herkunft aus dem norden wirft sie aber mit haaren, dass es keine freude ist, aber auch gar keine. und der köter verträgt die hitze nicht. deshalb hat ihr der tierarzt sommers abkühlung verschrieben: nass machen. mag sie nicht: erstens wird sie lange nicht nass, weil sie einfach zu viel unterwolle hat, und wenn sie dann nass ist, braucht sie zwei tage zum trocknen.

da ist sie draufgekommen, dass man sich auch innerlich abkühlen kann, und geht seither - aber nur, wenn es heiss ist - ins eisgeschäft.


zuerst hund, dann lange laufleine, dann ich. im geschäft wird sie mit "guten tag, stammkundin" begrüsst, dann steht sie vor der theke und leckt sich die nase, mit devot nach hinten geknickten öhrchen und glubschaugengeschau. sie nimmt vorzugsweise einen pappbecher mit stracciatella mit extra vielen schokostückchen und einer kleinen portion schlagobers drauf. waffeln mag sie nur, wenn sie ins eis reingesteckt werden, sonst werden die so sabbrig, meint sie.

und weil sie stammkundin ist, und das eisgeschäft im winter zu hat, hat sie sich auf kosten des hauses noch einmal abkühlung verschafft, wie vom arzt verordnet:

diesmal mit spezialservice seitens des besitzers.

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