Samstag, 3. Dezember 2005
ping-pong-geschichte
vor ca. einem halben jahr stand eine geschichte in einer wiener zeitung, keine ahnung in welcher. sehr gelacht, damals.

und was tut gott? vor wenigen tagen kriegt frau kelef wieder einmal die übersetzung einer geschichte aus einer russischen zeitung zugeschickt, unter dem titel:

Wie sind sie dort, die Österreicher?

In den Semesterferien kam unsere in Wien studierende Tochter nach Moskau und hatte viel zu erzählen, zum Beispiel diese Geschichte: Eines Tages fuhr sie mit der U-Bahn zu ihrer Uni. An einer Haltestelle stieg ein Farbiger mit einem Päckchen Kartoffelchips in der Hand ein, und setzte sich gegenüber einer typisch österreichischen älteren Dame - es gibt dort so einen Typ von gut erhaltenen Beisszangen, sorgfältig hergerichtet und ewig unzufrieden. Daraufhin begann sich die Dame aufzuregen - da kommen halt welche daher, wo sie ruhig bei sich in Afrika auf ihren Palmen bleiben könnten statt hier in Herden herumzurennen. Und so weiter und so fort. Der ganze Waggon konnte es hören und hatte langsam genug. Der farbige Bursche, er machte übrigens einen ziemlich intelligenten Eindruck, saß ungerührt vis-a-vis und knabbert ohne Hast an seinen Chips. Das bringt die alte Dame noch mehr in Schwung und ihr Redefluss wird noch heftiger - man kann in Wien nicht mehr auf die Strasse gehen, weil überall irgendwelche Gestalten herumlungern, und die U-Bahn schaut wegen dieser Ausländer immer meht verlottert und dreckig aus. Der Farbige nimmt nach wie vor keine Notiz von ihr und setzt sein genüssliches Knabbern fort. Plötzlich kommt die Fahrscheinkontrolle. In Wien kannst du jahrelang ohne Fahrschein unterwegs sein und wirst so gut wie nie kontrolliert. Aber wehe dem, der sich einmal erwischen lässt - da sind sie wie die Bluthunde, da gibt's keinen Kompromiss und da helfen keine Tränen. Der Kontrolleur checkt pedantisch jeden Fahrschein und überprüft die Abstempelzeit, ganz nach Vorschrift, wie es sich gehört. Die alte Dame hält bereits ihren Fahrschein in der Hand und hört aber nicht auf zu meckern - dieser Schwarzer fährt sicher schwarz und warum soll ausgerechnet sie von ihrem ehrlich verdienten Geld für die Affen zahlen. Können die nicht in ihrem Heimatland bleiben anstatt hier die Luft zu verpesten? Und der schwarze Bursche saß noch immer emotionslos da und verputzte konzentriert seine Chips. Irgenwann kam die alte Dame an die Reihe, aber kurz bevor sich der Kontrolleur zu ihr umgedreht hatte, schnappte der Neger seelenruhig nach ihrem Fahrschein und schob ihn sich in den kauenden Mund. Die alte Dame war wie versteinert, glotzte stumpf auf ihre leeren Finger, die noch vor einer Sekunde ihren redlich bezahlten Fahrschein hielten. Sie schnappte nach Luft und die Worte schienen sich in ihrem Hals zu drängen und gegenseitig am Verlassen der Zunge zu hindern. In diesem Moment drehte sich der Kontrolleur um und fragte nach ihrem Fahrschein. Die arme Frau konnte gerade noch zischen – «Dieser Neger hat ihn verschluckt!». Der Farbige grinste über das ganze Gesicht, machte mit dem Finger eine kreisende Bewegung an seiner Schläfe, holte aus der Brusttasche seinen Fahrschein und wechselte mit dem Kontrolleur einige Worte in einwandfreiem Deutsch. Nach dieser Szene wurde die ob dieses Husarenstückes verstummte Dame aus dem Waggon geholt und an die Polizei übergeben. Der Negerbursche setzte die methodische Vernichtung seiner Chips fort und zwinkerte schelmisch mit den Augen zu den Fahrgästen...

in der österreichischen zeitungsversion fehlte natürlich die geschichte mit der tochter, und auch an die chips kann ich mich nicht erinnern. aber den aufgefressenen fahrschein hat sich frau kelef gemerkt.

und man muss sagen: wer wien und die freundlichen wiener kennt hat nicht den geringsten zweifel daran, dass das so passiert sein kann, und hoffentlich zumindest EINER bissgurren passiert ist.

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ui. den trick muß ich mir merken. schade, daß ich so gar nicht schwarz bin.

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