Freitag, 21. April 2017
gipfeltreffen der giganten, reloaded.
meine lieben, viele erinnern sich doch sicherlich noch an diese lustige geschichte anno dunnemals: https://gastgeberin.blogger.de/stories/325475/. das hat viele leute sehr erheitert, frau kelef konnte ja weniger lachen damals, aber immerhin: die neue kombitherme funzte nach den anfänglichen startschwierigkeiten. und alles andere eigentlich auch.

bis, nun ja, bis der teufel tief unten in der hölle seinen kopf hob und meinte, es wäre ihm ein wenig nach unfug und unterhaltung, besonders zu ostern, da sind die katholiken immer alle so spassbefreit, also was tun? richtig. er erinnerte sich der existenz von frau kelef.

und so begann die brave, jährlich aufs ordentlichste gewartete (das letzte mal am 20.12.2016, weil l'impresario et al. ja nicht zu entlocken war wann denn nun die vom rauchfangkehrer als dringend bezeichnete kaminschleifung stattfinden würde) kombitherme, müde, knirschende, zeitweise auch kanonenschussartige töne von sich zu geben. letztere besonders gerne nächtens, damit wir drei alten weiber auch einen ordentlichen schreck kriegten.

auch das mit der heisswassertemperaturregelung liess sich nicht mehr an wie gewohnt, und frau kelef hat zwar keine gasphobie, aber einen strikten standpunkt: wenn ein gerät unserienmässige töne von sich gibt, muss was getan werden. besonders zutreffend ist das bei gas- und stromgeräten, die man irgendwie dauernd braucht. so weit, so gut.

der installateur des vertrauens wurde also verständigt und sagte einen kontrollbesuch für den 18.04. - dienstag nach ostern - zu.

die wirklich unglaublich nette dame der rauchfangkehrer-firma meinte, am 24.04. wäre zwar sowieso kehrtag, aber man käme auch gerne früher, z.b. am mittwoch, dem 12.04.. frau kelef war höchst dankbar, denn: erst kamin frei, dann therme putzen. logisch.

die rauchfangkehrer kamen auch pünktlich um 09.00 uhr, der kaffee (mit milch und zucker für den einen, kein kaffee für den anderen) war schon fertig, der eine latschte die stiege hinauf um den diversen werkenden herrschaften mitzuteilen, da unten werde jetzt das kamintürl geöffnet, und da möge man doch bitte von allen erschütternden tätigkeiten ringsum kurz einmal abstand nehmen bis zur entwarnung. der mann war noch nicht wieder richtig bei der türe herinnen, gab signal OK, der andere öffnete das türl unter der abwasch über der die therme hängt, und oben tat es einen tusch und haste nicht gesehen war die küche bis an die decke in eine staubwolke gehüllt, während sich verschiedene kleine und grössere ziegel- und mauerteilchen fröhlich ihren weg aus dem kamin ins freie bahnten, begleitet von einer menge sand und russ.

frau kelef hatte zwar vernünftigerweise hund und katz weggesperrt und auch die wohnzimmertür geschlossen, aber natürlich nicht alles in der küche bis zur decke mit plastikfolie abgedeckt, schon, weil das gar nicht möglich ist. und so zog sich der grobe und feine staub lieblich überall hinauf und hinein und rieselte ein wenig in die therme, und der rauchfangkehrer, der in das kamintürl hatte schauen wollen hatte das gesicht und den hals voll (in jeder hinsicht), und frau kelef schreckte sich und atmete ein wie man das so tut (vergleich: man schnappt nach luft), und, in der kurzfassung: sie hustet heute noch schwarze flankerln. und die geschichte ist immerhin schon zwei wochen her ...

jedenfalls erhoben die beiden rauchfangkehrer ein entsetzliches geschrei und geschimpfe, frau kelef konnte mangels sauerstoff nicht sofort einstimmen, dann gingen wir einmal alle drei ins stiegenhaus den ärgsten dreck abschütteln.

während die rauchfangkehrer wieder zurückkehrten an den ort des geschehens um die grössten mengen dreck zu entfernen, lief allerdings der ar(s)chitekt, der theoretisch amtlich haftet, die stiege hinauf, flink wie ein wiesel und ebenso geduckt.

nutzte ihm aber nix, denn frau kelef hatte ihn gesehen und auch schon geschrien: SIE! herr r., kommen sie einmal da her! schauen sie sich das an!

ja, wenn er dann zeit hätte ...

SIE! JETZT, aber HURTIG!

irgendwas in frau kelefs stimme oder gesicht oder an ihrem äusseren schien ihn zu überzeugen, denn der quasi zeitgleich ähnlich herbeizitierte bauleiter kam zusammen mit ihm und dem jüngeren sohn des impresario doch tatsächlich einige minuten später, im stiegenhaus war es ein wenig nass, warum auch immer, war aber auch schon egal, die herren wurden also hereinzitiert und vor das desaster gestellt.

im einzelnen kann hier nicht berichtet werden was frau kelef in der schnelligkeit an unheiligem über die lippen floss, es hatte aber sicher was mit üblen verwünschungen, fragen nach dem weiteren vorgehen, angedrohtem mord und totschlag und sonstigem zu tun, soweit man das überhaupt alles gleichzeitig kann, wenn man nur schwer luft kriegt, dauernd asthma-spray sprayen muss und zudem die augen elendiglich brennen weil: allergie.

wie es nun solcher leute art zu sein pflegt: schuld sind immer die anderen, daher wurde der polier herbeizitiert und diesem die sauerei ebenfalls gezeigt.

nun, er hätte jedem von seinen leuten gesagt dass sie an den kaminen nix tun dürften, aber: da seien seitens des schönen e. ja noch andere firmen engagiert, und für die sei er nun erstens nicht verantwortlich, weil eben andere firma, und dann könne er auch die diversen sprachen nicht, so wie übrigens der rest der verantwortlichen auch.

frau kelef kriegte in der zwischenzeit etwas mehr luft, die rauchfangkehrer hatten den fluchtweg auf der einen seite verstellt, frau kelef auf der anderen seite, und so standen die vier mannen mitten im dreck und schauten nicht sehr, nun ja, sagen wir einmal klug aus der wäsche.

und dann: wer bitte werde den dreck da überall wegputzen? und das sei im übrigen seit ende november das VIERTE MAL dass hier so eine sauerei herrsche ...

auf einer baustelle, meinte der ar(s)chitekt, sei das nun einmal so ...

und wie das denn nun mit dem kaminschleifen sei?

zu diesem thema hatte frau kelef seit monaten gehört, es würden bereits (ähem) kostenvoranschläge eingeholt.

nun, meinte der amtlich zuständige, er werde sich halt jetzt einmal erkundigen wo denn da in der nähe ...

SIE! KÖNNEN SIE LESEN? DA IST DAS LAGER EINER KAMINBAUFIRMA GENAU GEGENÜBER, MIT BÜRO IN DER QUERGASSE, 5 MINUTEN ZU FUSS!

äh ...

was bitte interessiert frau kelef jetzt übrigens der dachausbau und die sanierung von wohnungen, die l'impresario et fils anschliessend um teures geld zu verschebeln gedenken? null, nada, nothing, nincs, gar nix und nicht die bohne. sie hat den dreck und die anderen den rebbach? schlechter plan.

nun, man werde jemanden zum putzen schicken. frau kelef bat um beeilung.

eine stunde später - die rauchfangkehrer hatten in der zwischenzeit auch das badezimmer verwüstet, weil das abzugsrohr da durchgeht und kontrolliert wurde: ein guter viertelliter sand drinnen, wurde dem herrn amtlich zuständig auch gezeigt, und wann denn wer zum reinigen käme ...

die rauchfangkehrer waren der verständlichen meinung, diesmal würden sie sicherlich nicht - wie sonst immer - zusammenkehren und -saugen, weil: was da los sei sei einfach eine riesensauerei. und das wäre ausserdem seit november eben das ... moment mal, sie schauten nach: vierte mal. also im schnitt alle sechs wochen. und was der scheiss bitte solle. und eigentlich müssten sie jetzt auf der stelle ein heizverbot erteilen und das gas abdrehen, aber frau kelef sei eine verlässliche person, und wenn sie verspräche verlässlich immer mindestens zwei fenster offen zu lassen beim heizen oder warmwasserbereiten, und wenn der installateur sowieso in ein paar tagen käme, dann wollten sie einmal gnade vor recht ergehen lassen, insbesondere in anbetracht der beiden anderen alten damen mit den vielen haaren und der zehn uralten piepkis, die kläglich piepsend auf dem höchsten spriessl der voliere sassen. dann verliessen sie den ort des unheils.

eine weitere halbe stunde später krachte frau kelef, in der zwischenzeit wieder halbwegs bei sauerstoff, in die bauleitungsbesprechung. später werde man dann ... meinte der amtlich zuständige.

JETZT! AUF DER STELLE! ODER ES GESCHIEHT EIN UNGLÜCK!

und man fasst es nicht: der herr amtlich zuständige zitierte den polier herbei und beauftragte ihn - mit dem putzen bei frau kelef. das gesicht, das der mann und frau kelef gemacht haben muss bände gesprochen haben, denn er kriegte gerade noch die kurve und meinte, der polier solle halt jemanden abstellen und beaufsichtigen, das sei ja alles in einer halben stunde erledigt.

ein wenig verschärft wurde die situation dadurch, dass am tag zuvor eigentlich das wasser abgedreht hatte werden sollen, wegen eines wasserrohrbruchs im hinterhaus (wasser kann hier ja jeder, irgendwie), und die fachleute des schönen e. hatten, stellte sich heraus, entweder den hahn nicht gefunden oder zubetoniert oder weiss der kuckuck, jedenfalls: kein wasser im ganzen haus, nicht wie früher vorder- und hintertrakt getrennt. da hatte frau kelef aber gerade die waschmaschine angeworfen und ersuchte um kurze verzögerung, sie werde dann bescheid geben wenn sie zumindest den viechern wasser gegeben und für sich selber kaffee aufgesetzt und sich die zähne geputzt hätte. nach drei stunden ergab eine nachfrage, dass das wasser gar nicht abgedreht worden war, weil: das fände am nächsten tag statt. zwischen 13.00 bis mindestens 15.00 uhr, könne auch ein paar stunden länger dauern.

schon an diesem 11.04. hatte frau kelef darauf hingewiesen, dass der rauchfangkehrer vormittags käme und dann ... aber nix da. so ein inschtallatör, man kennt das ja.

jetzt war aber der 12.04., und der chef-inschallatör sass in der bauleitungsbesprechung und meinte auf frau kelef zaghafte einwände, ob man nicht vielleicht mit dem wasser warten könnte bis zumindest der ärgste dreck weg sei: nix da. es könnte ja jemand von der arbeit nach hause kommen und auf der stelle wäsche waschen wollen. über den ton, in dem er das sagte, muss übrigens noch einmal gesprochen werden.

hier war also eile doppelt und dreifach geboten, denn: von in einer halben stunde erledigt konnte nicht die rede sein, und also ging der polier mit leise zitternden händen hin und holte einen mann mit baustellenstaubsauger, denn merke, so teilte er mit: dieser baustellenstaub macht staubsauger kaputt, und der saugte und hustete sich so durch vorzimmer, küche und bad, und dann kroch doch allen ernstes der polier mit einem riesenputzkübel (sowas hat frau kelef gar nicht, weil sie sowieso nicht mehr als fünf kilo heben darf und kann ohne sofortige folgeschäden) und einem riesenputzfetzen, mit eleganten blauen gummihandschuhen, auf frau kelefs böden herum und putzte dreck.

wenn der liebe herr g., also der polier, dem amtlich zuständigen mit der guten idee mit einem schraubenzieher ins auge gefahren wäre, es hätte frau kelef nicht gewundert und sie hätte es auch nicht gesehen. wäre sicherlich ein bedauerlicher unglücksfall auf grund der schlechten sicht im staub gewesen.

dann wurde der herr g. nach getaner arbeit mit einem schnappes belohnt, den hatte er sich verdient, und haste nicht gesehen: rief das büro des impresario an und teilte mit, am nächsten tag, also am gründonnerstag, dem 13.04., kämen die kaminschleifer im laufe des vormittags. frau kelef konnte dazu anmerken, dass sie da nicht zu hause wäre, dass man bei solcherlei vorhaben doch bitte vorher zu fragen hätte, und welche kaminbaufirma denn beauftragt sei. sie erhielt die antwort, man werde ihr die telefonnummer der firma telefonisch mitteilen. frau kelef wartete, rief nach einer weile zurück, und man teilte ihr mit man hätte ihr eine elektropost geschickt. ist ja fast das gleiche wie ein telefonat.

ein telefonat mit der firma ergab, dass die rauchfangkehrerfirma genau die kaminbaufirma empfohlen hatte, die das lager gegenüber dem haus hat, in dem frau kelef wohnt, sie wissen schon, da steht in den fenstern "kaminbau kaminschleifen expressdienst", und darunter steht auch die adresse, eben zwei häuser die gasse rauf und dann im nächsten häuserblock.

am karfreitag arbeiten aber nicht einmal türkische kaminbaufirmen ohne ganz grosse not, und wenn der installateur sowieso erst nächste woche zeit hätte, dann würde man doch bitte, wenn es recht wäre, am dienstag so um 08.00 kommen und auch versuchen, möglichst wenig umständ' zu machen.

blede g'schicht, übrigens, dass der inhaber der kaminbaufirma und frau kelef sich schon seit 25 jahren kennen. der hat nämlich mit seiner frau im haus gegenüber gewohnt, und die pflanzenableger, um die sie durch ihn hat bitten lassen, hat sie immer noch. die töchter sind schon erwachsen und wirklich ganz reizend, der sohn - der jüngste spross - kommt jetzt ins gymnasium, und die ex-nachbarin hat bei seinem neffen gearbeitet, und überhaupt: das ist st. meidling. und der schöne e. und konsorten haben jetzt noch ein paar fans mehr.

fortsetzung folgt.

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Manchmal
habe ich den Verdacht, was Ihr Häusl am dringendsten bräuchte wäre ein guter Exorzist.

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