Dienstag, 10. Juli 2007
fragen sie doch ihre krankenschwester
bitte auch nicht.

just to be on the safe side.

oder was soll sich frau kelef denken, wenn an einem einzigen tag innerhalb einer einzigen stunde, wo doch die aussentemperatur gar nicht so ist dass das hirn (sofern vorhanden) schmelzen könnte, aus drei verschiedenen krankenhäusern drei verschiedene krankenschwestern anrufen und folgende drei verschiedenen fragen stellen:

schwester 1: jaaa, ich hab da eine kurze frage.
frau kelef: ja bitte?
schwester 1: kann man die kapseln XXX auch intravenös verabreichen? die sind so gross, der patient will die nicht schlucken.
frau kelef: ja, die können sie i.v. verabreichen. wenn sie eine nadel mit entsprechendem lumen finden.
schwester 1: oh, danke schön.
frau kelef: oh, gerne.
und klick und weg und hinfort mit dem hörer.

schwester 2: jaaa, ich hab da nur eine kurze frage.
frau kelef: ja bitte?
schwester 2: wir haben da was bestellt.
frau kelef: fein.
schwester 2: das haben wir von einer woche schon bestellt.
frau kelef: sehr fein.
schwester 2: das haben wir noch nicht bekommen.
frau kelef: gar nicht fein.
schwester 2: jaaa.
frau kelef: uuund?
schwester 2: das hätten wir gerne.
frau kelef: das versteh ich.
schwester 2: jaaa?
frau kelef: jaaa.
schwester 2: uuund?
frau kelef: was kann ich dabei tun?
schwester 2: ich weiss nicht.
frau kelef: ich auch nicht. aber vielleicht fragen sie einmal in der bestellannahme.
schwester 2: bin ich da nicht?
frau kelef: ich woiss nicht wo sie sind.
schwester 2: im krankenhaus YYY.
frau kelef: sehr fein, da geh ich dann nicht hin.
schwester 2: warum?
frau kelef: weil - ach, wissen sie, ich häng so am leben. und jetzt geb' ich das gespräch weiter an die bestellannahme.
schwester 2: waruuum?
und klick und weg und hinfort mit dem hörer.

schwester 3: hallooo?
frau kelef: hallooo?
schwester 3: wer spricht da?
frau kelef: firma x, frau kelef.
schwester 3: ich brauch da was.
frau kelef: fein.
schwester 3: ja, nämlich präparat xyz (name völlig verdreht ausspricht).
frau kelef: fein. und?
schwester 3: ja.
freu kelef: fein, und?
schwester 3: ja, aber was davon?
frau kelef: äh???
schwester 3: naja, 200 mg halt.
frau kelef: 200 mg was bitte?
schwester 3: infusionstabletten.
frau kelef (schnappt nach luft): ich verbinde ...
und klick und weg und hinfort mit dem hörer.

heute heb' ich, glaube ich, nicht mehr ab.
was ist denn los hier?

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Mittwoch, 4. Juli 2007
lesen sie doch bitte.
von unten nach oben.

und dann erschiessen sie mich, bitte. danke.

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Je nun, Frau YYY, Sie dürfen es wirklich glauben: ich lebe noch, und ich arbeite auch. Sollte sich schon durchgesprochen haben – leider ist während meines Krankenstandes 2005/06 die Mär entstanden, ich käme nicht wieder, und es sei quasi mit meinem baldigen „Hinüberstehen“ zu rechnen. War aber eine Fehlinterpretation von was auch immer durch wen auch immer. Deswegen hat sich auch niemand „von oben“ um meinen Account gekümmert.

Ich versuche jetzt seit März 2007 einen Mitgliedsbeitrag zu bezahlen, in der schwindelerregenden Höhe von ~ 150.--, ich nehme an, ein paar weitere Wochen machen auch keinen Unterschied mehr. Wenn Sie die Rechnung anders begleichen können, ist es mir auch recht, dann schick’ ich Ihnen die. Ich gewöhn’ mich ja gerne an alles. Solange sich niemand vor mir fürchtet weil man glaubt ich sei ein Geist …

Ich weiß schon, dass Sie nichts dafür können, aber langsam komm’ ich mir ein ganz klein wenig, nun ja, gefrotzelt vor, wenn Sie verstehen was ich meine. Ich bin auch ein Mensch, und ich kränk’ mich auch.

Dass ich so lange nichts über die hervorragenden Systeme gezahlt hab’ liegt übrigens daran, dass ich ein paar Mini-Rechnungen lieber aus eigener Tasche bezahlt habe als stundenlang nicht funktionierende Systeme zum Doch-Funktionieren zu überreden zu versuchen.

Also, nehmen Sie meine Ausführungen bitte nicht persönlich – ich geh’ jetzt zum Doktor, übrigens, und lass’ nachschauen wie lang ich noch habe. Vielleicht zahlt es sich ja wirklich nicht aus den Account für mich noch zu registrieren.

LG frau kelef

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Liebe frau kelef,

wauwaumiau ist bzw. war „Dein” Oracle iSupplier-Account. Benötigst Du Zugriff auf diese Applikation (Invoice or Purchase Order Search)? Falls ja, dann wende Dich bitte an YYY, um Deinen Account registrieren zu lassen.

LG,

Sowieso
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From: YYY
Sent: Friday, June 29, 2007 9:24 AM
To: Sowieso
Subject: AW: RE: Incident #wauwaumiau Please have the mail below investigated. (Oracle) account vermischtezahlenundbuchstaben does not exist.

Hallo Herr Sowieso,

ich denke es ist kein Problem: der Zugriff muss 'nur' neu beantragt werden. Wird dieser nun wirklich benötigt?

Ich kann das gerne für frau kelef machen, das einzige ist, dass Herr ZZZ es approven muss und nach "Adresse einfügen" weiterschicken und er ist derzeit auf Urlaub für 2 Wochen --> der Zugriff für frau kelef wird voraussichtlich erst nach 2 Wochen wieder möglich sein!

Bei Fragen bitte einfach anrufen!

LG YYY

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Betreff: FW: RE: Incident # wauwaumiau Please have the mail below investigated. (Oracle) account ...

Sehr geehrte Frau YYY,

frau kelefs User Account für iSupplier wurde in der Oracle-Datenbank offensichtlich falsch erfaßt und dementsprechend gesperrt, da jener nicht mit erforderlichen PeopleSoft-Einträgen verknüpft war.

Wie kann XXX nun nachgetragen werden? – vorausgesetzt, der Zugriff wird weiterhin benötigt.

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das leben ist eines der härtesten
mail von der kollegin soeben:

fyi

Eine wahre Geschichte:

Bei einem geschäftlichen Telefonat wird vereinbart:

Kunde: "Dann schicken Sie mir das Paket doch einfach zu"
(blonde) Sekretärin: "OK, wohin genau?"

Kunde: "An die Firma Dangaard.
Ich buchstabiere ......bla bla bla"

Und dann kommt das Paket => jetzt in den comments gucken!

wenn sie das auch an etwas oder jemanden erinnert, nehmen sie es doch bitte nicht persönlich. ich tu es auch nicht. danke.

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Sonntag, 1. Juli 2007
kirschenkompott
mein grossvater väterlicherseits war aus einer sehr, sehr alten vorarlberger familie. kann man einige jahrhunderte zurückverfolgen. und wie alle diese alten familien hatte auch diese ein menge eigenarten zu verzeichnen, gewohnheiten, brauchtümer, etc.

gewohnt wurde in einem alten herrenhaus, mehrstöckig. wenn zu viele kinder da waren musste ein sohn (bei bedarf auch ein zweiter) eben katholischerhalber priester oder mönch werden oder auswandern, oder studieren und dann lehrer oder arzt oder rechtsanwalt werden. die töchter wurden verheiratet oder bekamen bei dem, der den grundbesitz übernahm, lebenslanges wohnrecht. widerspenstige wurden gezähmt oder kamen ins kloster.

geheiratet wurde nur "untereinander": mesalliancen waren nicht geduldet, der grundbesitz durfte in keiner der großen familien verkleinert werden, nur "dazuheiraten" war erlaubt. so sicherte sich der adel ja immer schon seine besitztümer und wahrte seine grenzen.

zum haus gehörten natürlich immer auch äcker und grosse gärten - lustwandelgärten, gemüse/küchengärten, kräutergärten, und obstgärten. in vorarlberg gibt es ja nicht nur berge und täler, sondern auch fetten nahrhaften boden, und viel sonne, und so gedieh da eine menge obst und gemüse. besonders stolz war die familie meines opas auf eine besondere art kirschen, späte, dunkle, saftige kirschen von unvergleichlichem geschmack.

der grundbesitzer war übrigens nicht nur für seine eigene familie verantwortlich, sondern auch für die leute die für ihn arbeiteten, und für deren familien. das betraf das leibliche ebenso wie das geistige und seelische wohl.

so wurde das gelehrt und gelernt und gelebt. und mein opa hat oft davon erzählt, leider war ich viel zu jung damals um mir alles zu merken, und an ein aufschreiben dache ich nicht. aber auch mein vater hat davon erzählt, und wie er erzogen wurde mit all diesen geschichten aus der vergangenheit, und davon hab' ich mir viel gemerkt.

zum beispiel fällt mir das alles auch immer ein, wenn von hauspflege und familienzusammenwohnen die rede ist. opa hat erzählt, dass es im obersten stockwerk immer wohnungen für die "narrische tant'" gegeben hat. damals, als noch viel mehr frauen als heute sich als frauen zweiter klasse fühlten wenn sie nicht heiraten konnten/durften/wollten resp. sich keiner fand der sie nahm, da wurden manche von ihnen mit der zeit wunderlich, und spleenig, und dann kamen sie eben in ein oberes stockwerk und wurden dort betreut. war nicht sonderlich störend, meinte mein opa, weil, wenn so ein haus drei stockwerke hat dann geht das schon mit ein paar generationen. und wenn das notwendige personal da ist natürlich.

ach so, ja, kirschenkompott war das thema. also mein opa, geboren 1887, war aus einer ziemlich kinderreichen generation, und so wurde er lehrer, einer seiner brüder anwalt (die sind heute noch anwälte, keine ahnung die wievilete generation schon), ein paar schwestern kamen unter die haube, und die eine schwester, die hatte sich verliebt. wollte heiraten. unter dem stand. konnte nicht sein, natürlich: einen mitgiftjäger (das soll er auch gewesen sein, und später begann er auch noch zu trinken, aber das ist eine andere geschichte). die schwester meines grossvaters, jedenfalls, war wie alle familienangehörigen (seit generationen) starrköpfig, unnachgiebig, stand fest zu ihrer meinung, und wie mein grossvater war ihr die sache mit dem katholizismus nicht geheuer. einen anderen nehmen - niemlas. kloster - niemals. auswandern - niemals. also zog sich die grosstant' in ein helles erkerzimmer im obersten stockwerk des anwesens zurück. sie bekam noch zwei zimmer dazu, platz war ja genug, und aus diesen räumen kam sie niemals nicht mehr heraus. alles notwendige wurde ihr von den dienstmädchen hinaufgeschleppt, sie empfing in ihren kleinen "salon" wohl noch besuche, aber ansonsten nahm sie nicht mehr am öffentlichen leben teil.

nur einmal im jahr, da öffnete sich die tür, und die frau grosstant' schritt die drei stockwerke herab in die grosse küche. das war zu der zeit, da die kirschen reif waren. da kam die narrische tant' jener generation also, und kochte kirschenkompott ein. niemals kirschenmarmelade, oder kirschengelee, oder kirschensaft. nein, es musste kirschenkompott sein: vorratsraumweise, weil, die bäume waren sehr ertragreich. und die tant' kochte kirschenkompott ein, bis die kirschenernte vorbei war und keine einzige kirsche mehr zu finden war im ganzen garten. dann betrachtete sie die volle vorratskammer, nickte anerkennd und ging wieder die drei stockwerke hoch in ihre kemenaten. und verharrte dort bis zur kirschenzeit des nächsten jahres.

als meine eltern 1951 heirateten, besuchten sie die tant' und kamen zur kirschenzeit, und die tant' kochte - wie seit jahrzehnten - kirschenkompott, so wurde mir berichtet. und weiters wurde berichtet, dass sie das beste kirschenkompott machte, das man je gegessen habe.

warum ich das jetzt aufgeschrieben habe? weil es eine der geschichten ist, die sonst vergessen würde. weil ich oft daran denke, wenn über "generationen in einem haus" die rede ist, und mir vorstelle, was aus dieser grosstante geworden wäre in einer stadtwohnung, ohne kirschenbäume und vorratskammern. weil viele menschen so eine "narrische tant'" haben, und man sich für diese und wegen dieser nicht schämen sollte, irgendwas gutes haben sie alle, und wenn es kirschenkompott ist.

oh, und weil ich gestern kirschen eingekocht habe, das erste mal in meinem leben. zwar kein kompott, sondern kirschenfleisch, aber es hat mich doch nachdenklich gemacht. muss ich mir jetzt sorgen machen um mich, auf meine alten tage? kirschen einkochen, tsss.

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