Dienstag, 23. Oktober 2018
sehr gefährlicher wach- und polizeihund
aka: mademoiselle kiki. mit fallweiser unterstützung durch die gadse, die man selten sieht, aka: dat julchen.

seit einiger zeit schon melden beide, dass da im stiegenhaus ein unbekanntes tier wahrgenommen wird. dat julchen schaut unter dem balkongeländer in den hof und kontrolliert alles, da kann sie auch durch die stiegenhausfenster schauen, wer über die stiege hatscht, und mademoiselle nimmt olfaktorisch im stiegenhaus ihre kontrollaufgaben wahr.

akustisch natürlich wird ebenso kontrolliert, da sitzen beide fallweise höchst einträchtig im vorzimmer, halten die köpfe schief dass wilhelm busch seine helle freude hätte, und horchen, was es da zu hören gibt.

heute vormittag geht frau kelef mit mademoiselle - ordentlich durch eine flexi-leine verbunden, die beim verlassen der wohnung sicherheitshalber immer auf "bei fuss" gestellt ist - aus der wohnungstür. frau kelef sperrt die tür zu, dat julchen sagt noch kurz irgendwas, dann gibt frau kelef die arretierung der leine frei, sagt "langsam" weil über die stiege ist mademoiselle wegen der neuen fliesen schon ein paarmal hinuntergepoltert, und dann aber HOSSA!

durch den baulärm auf der strasse (zur abwechslung wird der gehsteig saniert, hier im haus steht ja alles still, und lärm muss sein) konnte man nicht hören, dass da jemand das haus betritt.

eine sehr junge frau mit hund, sehr hübscher chevalier king charles-spaniel. leider waren die zwei aber keineswegs durch eine leine verbunden, noch hatte der hund einen rüsselverschluss, sprang aber fröhlich um die ecke und über die ersten stufen hinauf, während mademoiselle und frau kelef die ersten stufen desselben stiegenabsatzes hinunter gingen. fremdhundefrauchen stand noch am unteren absatz.

flexi sei dank wurde mademoiselle rechtzeitig zum stehen gebracht und frau kelefs stimme sei dank der andere hund auch, ging sich gerade noch aus. beide hundsviecher logischerweise total erschrocken, mademoiselle knurrte und zeigte die zähne, weil sie wieder auf den absatz vor der tür zurück-, und auf der türmatte ins steh beordert wurde.

stimme von unten: "ist ihrer bissig?".

frau kelef schnappte kurz nach luft, verneinte, konnte aber nicht umhin die junge dame erstens einmal zu fragen, ob sie hier wohne, nein, aber der freund.

bittschön, erstens lässt man einen hund nicht in einem noch dazu de facto fremden stiegenhaus frei laufen in zeiten wie diesen. zweitens sind in diesem haus fallweise arbeiter zugange, und auch noch möbelpacker, das hat konfliktpotential, überhaupt wenn keiner damit rechnet dass da ein hund herumhirscht. drittens könntert aber auch noch, gott soll abhüten, ein anderer hund im stiegenhaus unterwegs sein.

frauchen nahm hundsi sofort auf den arm, SCHON WIEDER FALSCH keppelte frau kelef, wenn ihrer nicht beisst und meine auch nicht, und sie öfter hier im haus sind, dann sollten die sich bitte kennenlernen, sonst kriegen sie sich in die wolle.

weil: mademoiselle ist, seit sie hier lebt, der einzige hund. sie darf mäuse im haus totbeissen und die putz-wegs aka tauben verjagen, und sie soll auf die wohnung, frau kelef und dat julchen aufpassen. kommt also ein anderer hund, macht der ihr möglicherweise das revier oder frau kelef oder dat julchen streitig, klaut möglicherweise auch noch ihr futter und überhaupt weiss man ja nie. also: zähne zeig, knurr und grummel. da kennt mademoiselle nix, bulldogge ist auch in klein eine bulldogge, und auch auf französisch, und die shi tzu-hälfte tut das ihre.

ging dann alles fein über die bühne, die vierjährige kastrierte spanieldame mit sehr devotem verhalten und so weit wie möglich eingeklemmter rute hatte alles verstanden, mademoiselle ebenso, und dann schnofelten sich die damen vorne und hinten und rundherum ein wenig ab - GANZ LIEB kann mademoiselle ja - die spanieldame entspannte sich wieder auf ihr normales format, und dann gingen die zwei anderen über die stiege hinauf und frau kelef und mademoiselle über die stiege hinunter, dat julchen keppelte durch das balkongeländer noch ein wenig hinterdrein, und kiki schritt dann stolzgeschwellter brust und hoch aufgerichtet neben frau kelef her auf ihrer gassirunde.

da wird diskutiert über hunde und bissig und beisskorb und weiss der kuckuck: wäre alles sooo einfach wenn die leut' ein wenig was verstehen täten von den viechern, und sich entsprechend verhalten. nutzt ja nix, wenn das eigene viech lieb und brav ist, und sich dann zu tode erschreckt weil plötzlich ein anderer hund da steht und sein eigentum reklamiert. man will übrigens auch nicht wissen was passiert wär wenn frau kelef dreissig sekunden später aus der tür gegangen wäre, die spaniel-dame gerade vor der tür gestanden und hinter einer explodierenden mademoiselle ein pfauchendes julchen im flaschenbürstenmodus gesichtet hätte. oder wenn mademoiselle auch ohne leine gewesen wäre. oder frau kelef noch ein paar sachen unter den arm geklemmt gehabt hätte. und fremdes haus und eigener kleiner hund frei: was, wenn da im haus ein grosser, unerzogener und wenig sozialer hund wohnt und gerade bei der tür herauskommt?

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