Dienstag, 21. April 2009
spontanremission,
quasi wunderheilung. zeitweise. bei frau hunt.

auslösende momente: der anblick des erzfeindes marder, der lieblingsbeute maus, der seltenen beute ratte.

plötzliches wiederauftreten der schmerzen und bewegungseinschränkungen wenn wege eingeschlagen werden die madame nicht konvenieren.

rückenmassagen werden regelmässig eingefordert, das verweilen in sonnigen - nicht zu heissen, bitte - schanigärten mit guter aussicht auf die umgebung scheint ebenfalls mit heilenden effekten verbunden, solange vorher ein entsprechender rundgang und eine portion faschiertes oder schinken geboten werden (kann auch grillhühnchen sein), und die wasserschüssel frisch gespült und gefüllt im schatten neben der patientin steht.

nur nicht verwöhnen, die viecher, nur nicht verwöhnen.

nach einer gewissen eingewöhnungszeit schläft es sich auf dem sofa übrigens dann doch ganz gut, habe ich festgestellt. wenn jetzt die katzen noch lernen auf meinem rücken milchzutreteln, dann könnt' ich mich vielleicht irgendwann auch wieder besser bewegen.

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Samstag, 11. April 2009
frau hunt lässt ausrichten
es geht ihr wieder ganz gut.

ihre tabletten kann sie aber weiterhin nur mit

rindslungenbraten oder -schnitzeln
faschiertem
hühnerbrust
schinken
eventuell auch hirschrücken

einnehmen, vorausgesetzt, die tabletten sind so fein zerbröselt dass sie beim besten willen nicht auszuspucken sind. der wirkstoff kann ja auch über die schleimhaut resorbiert werden, und der zweck heiligt die mittel.

den rücken lässt sie sich gerne mehrmals täglich massieren, das erhöht die beweglichkeit und lindert den schmerz.

sie hat schon wieder momente in denen sie hüpft wie junger hund im frühling, kriegt aber dann sofort wieder einen eher schleichenden gang: übermut tut selten gut.

dat julchen bedauert sie ungemein und gibt dauernd schnurrend köpfchen, herr dymka ist sehr vorsichtig mit ihr und weicht sogar ganz höflich aus wenn sie irgendwo herumspaziert.

zweimal schon wieder ein wenig lumpen gewesen, die ausrede "wir haben beide rücken" weidlich ausgenutzt um ein wenig in verschiedenen schanigärten den frühling zu geniessen.

frau hunt schläft gerne im bett, ist ja nur 65 cm hoch zum hinaufspringen, da liegt sie dann ganz entspannt und schläft so gut, dass ich auf dem sofa nächtige. natürlich nicht, wenn besuch übrigbleibt (war ein sehr feiner tag, übrigens), und ebendieser auf das sofa gesteckt wird weil zum nachhausefahren zu spät. "waren die besten plätze schon besetzt?" meinte m., als sie in der früh feststellte dass ich im fauteuil genächtigt hatte. im hundehaus war aber schon eine katze gewesen, und auf dem schaffell in der bibliothek auch.

beim tierarzt: sag ich, jetzt hat die hunt auch die schaufensterkrankheit. sagt die assistentin: haben wir frauen die nicht alle? frau hunt bevorzugt aber hausecken und bäume, die interessieren mich nicht so, da haben wir eben doppelt grund zum stehenbleiben. schöne schuhe gibt es endlich wieder, konnte ich feststellen, und der marder pinkelt neuerdings beim esoterik-geschäft auf die fussmatte, und sch... auch noch darauf, konnte die hunt feststellen.

gemeinsam ist uns: wenn wir in der früh aufstehen, müssen wir uns sofort und umgehend wieder niedersetzen, weil wir sonst umfallen. auch das verlassen von schanigärten fällt uns schwer, wir haben ja rücken.

morgen übersiedeln die heurigen piepki-nachwüchse, die blumenkisteln sind gefüllt, dann sollte ich noch etliche mails beantworten, die wohnung putzen und mir überlegen was ich mit der stelle im wohnzimmer mache, an der das aquarium war. immerhin hab ich für dorthin schon eine lampe gekauft.

zwischendruch sollte jemand die wäsche waschen, den hund ausleeren und sich um die zwei katzen und das kaninchen der freundin und nachbarin kümmern, die gestern zu ihrer familie reiste, weil dort irgendwer heiratet.

hallo alltag. bin ich froh.

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Montag, 6. April 2009
mieh-mieh-mieh-mieh-mick-mick-mick
hier brüten drei häuser weiter jetzt die falken.

muttern sitzt auf den eiern und brüllt ab und an hoch und fordernd aus dem einflugloch. von irgendwo aus der entfernung hört man dann den ehepartner antworten. wenn man lange genug wartet, sieht man auch die futterbringenden hälfte des paares mit der beute nach hause kommen, so schnell, dass ein mauseschwanz beim sturzflug richtung gegenüberliegende dachrinne senkrecht nach oben steht.

dann wird genau geschaut, ob kein feind in der nähe ist, etwa so eine streiterische krähe, und dann segelt der falke, elegant und mit nur einem einzigen flügelschlag, über die gasse.

frau falke hat dann schon platz gemacht, damit er in die luke kann, und er landet und überreicht die beute. wenn die spatzen die falken hören, schweigen sie blitzschnell und verschwinden in schützenden gebüschen, und auch die meisen und rotschwänzchen der umgebung gehen umgehend in deckung.

am schönsten ist es, wenn die jungen ihre flugstunden bekommen. die eltern warten, scheint es, bis der wind entsprechend weht, damit die schülerschar dann auch entsprechenden aufwind hat um die höhle im dachgeschoss des fünfstöckigen altbaus sicher erreichen zu können, so eine gasse ist ja quasi eine schlucht, und an der kreuzung knapp daneben kann es auch schon einmal einen luftwirbel geben, das ist dann gar nicht gut.

einmal "mussten" ein paar arbeiter der umgebung sogar die kreuzung sperren, irgendwie waren die falkenbabies zu früh dran, oder der wind war zu stark, wie auch immer, sie konnten keine höhe gewinnen. die alten waren ganz aufgeregt und lockten die kleinen, die versuchten immer wieder hoch zu kommen, der wind drückte sie dann doch hinunter, immer im kreis.

dann lockten die alten die kleinen auf die simse der häuser, und von dort immer stückchenweise höher. die kreuzung wurde besetzt von menschen die dafür sorgten, dass die autos ganz, ganz langsam vorbeifuhren.

ging alles gut aus, damals, noch lange vor der digitalen fotografie, aber vergessen werde ich das nie.

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