Dienstag, 7. November 2006
Reminiszenzen
eine abteilung hier in der fabrick wird gerade vom audit gequält, unter besonderen umständen auch noch (ein jahr neue systeme, nach auslagerung verschiedener vorgänge).

einer meiner lieblingskollegen leidet vor sich hin, er ist mädchen für alles, quasi, und die auditoren wollen eine liste von zuständigen personen aufstellen. ist aber immer nur er da. er ist sozusagen gleichzeitig sein eigener chef, mitarbeiter, ersatzperson und assistent in einer person. das nennt sich effizienz in der personalpolitik. und fragen sie mich nicht wie es in jener abteilung zugeht wenn er nicht da ist. die mittelbaren mitarbeiter/innen beten ihn fast an. aber sogar in seinem mail konnte man erkennen, wie er im moment leidet, mit recht.

und weil er wirklich einer meiner lieblingskollegen ist, und ich ihn auch immer gerne ein wenig tröste und aufheitere, konnte ich ihm gerne folgende wahre geschichte berichten (da dies geschah, war er übrigens noch gar nicht auf der welt, so alt bin ich schon. aber ich war dabei, live):

Einer der alten, legendären Ur-Jazzer Wiens, ein begnadeter Musiker und ebenso grosses A-loch, Alkoholiker, Exzentriker, „der Uzzi“ genannt (XXX könnte sein Lokal noch kennen), nahm eine LP auf.

Die einleitenden Worte sprach er selber, ich werde das nie vergessen: …. Und wenn Sie fragen, wer spielt denn da so schön Klarinette? Dann werde ich Ihnen antworten: Ich, Ulrich Christian Ritter von Förster. Und wenn Sie fragen, wer spielt da so wunderbar Klavier? Dann werde ich antworten: Ich, Ulrich Christian Ritter von Förster. Und auch die Frage nach dem Schlagzeuger werden Sie stellen. Und wer schlug das Schlagzeug? Ich, Ulrich Christian Ritter von Förster. Usw. Er hatte wirklich alle Instrumente selber gespielt, das Tonstudio machte den Rest. Ich denke oft an ihn, at suiting occasions …

Er war wirklich adeliger Herkunft, ich kannte ihn aus dem Konservatorium, er spielte seinerzeit von langer Zeit mit Fatty und Zawinul und meinem Lehrer und ein paar anderen die ich gut kannte.


im nachsatz durfte ich dem kollegen dann noch empfehlen:

Also, sprich mir nach: wenn der Auditor fragt, wer hier zuständig sei für YYY Management, heisst die Antwort: Ich, Dipl.Ing. markus mayer, Trottel, äh, zuständig für alles. Und wenn der Auditor fragt, wer für … u.s.w.



so ist das leben. und gott erbarmt sich unser nicht.


edit: antwortmail:

Kommt mir bekannt vor. Inzwischen hat auch der Auditor erkannt: "So it is all you, changing hats all day long...."

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Montag, 6. November 2006
popeye-futter
weil ich es gerade aus anderen gründen niedergetippselt habe, wieder einmal was gekochtes.

ich mag es ja gar nicht, wenn lebensmittel verkommen, aber trotzdem passiert es immer wieder dass zum beispiel zu viel käse da ist. der wird dann zerbröckelt/gewürfelt/gerieben und eingefroren. und bei gelegenheit zu irgendwas verkocht.

und was macht ein ein-frau-haushalt mit brot? na eben. ein kilo kaufen, und dann eine woche lang daran mümmeln. lieber in schnitten einfrieren und bei bedarf herausholen.

des weiteren: ich liebe spinat. blattspinat.

und dann passiert das: ich kaufe ein kilo frischen spinat, entferne die stengel und werfe ihn in die abwasch zum waschen. dymka, der es mit dem haushalt ja nicht mehr so sehr hat seit das julchen sein interesse für geschirrschwämme in kombination mit wasser entdeckt hat, ist nur mehr für supervising zuständig, und das hat er schon lange nicht gesehen:



aber das war nicht das thema.

spinatbrötchen also:

Brotscheiben (welcher Art auch immer, Weiss-, Grau- oder Schwarzbrot, auch noch gefroren, oder schon sehr trockene) auf beiden Seiten mit etwas Butter bestreichen und auf Backpapier auf einem Blech verteilen.

Blanchierten Blattspinat (tiefgekühlten vorher auftauen) mit ein oder zwei Eiern, grob zerkleinerten Käseresten, viel Muskat, Salz und Pfeffer vermischen. Auf den Broten verteilen und auf mittlerer Hitze und Schiene im Backrohr backen bis der Käse anfängt zu gratinieren. Schmeckt auch kalt sehr gut.

und so sieht es aus, wenn man zur deko noch ein paar cocktail-tomaten darüber wirft:



dazu schmeckt bier. wer unbedingt will, kann auch noch ein wenig speck- oder schinkenwürfel in die masse mischen, aber ich bin puristin und mag das lieber mit ohne fleisch.

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kommentardeppen
überall.

zum beispiel bei: http://noe.orf.at/stories/148356/

in rohr im gebirge haben wir den alpenlachs probiert, und ich muss sagen:

er ist lachs, und nicht forelle oder sonst ein fisch.
er wird nicht so riesengross wie der wildlachs, weil er ja einen teil seines lebenszyklus - die reise durch das salzwasser - nicht machen kann.
er schmeckt hervorragend, und nicht nur mir definitiv weit besser als der übliche lachs.
das fleisch ist viel fester, leicht nussig im geschmack, dabei zart und feinfaserig..
geliefert wird immer nur frischester fisch, in riesigen styroporisolierkisten mit kühlakkus (getestete 24 stunden lang keine temperaturveränderungen), und ich wünschte, ich könnte öfter sehen dass lebensmittel so sorgsam und pfleglich behandelt werden.
auch frisch geräuchert hervorragend, der test (mehrere edle sorten auf einem teller) fiel definitv zu gunsten des alpenlachs aus.

mit dem markus brauchl, dem sohn des "erfinders", habe ich viele stunden getratscht, viel gefragt und viele antworten bekommen. er hat ein grosses interesse für diese idee sein vaters, und sehr viel wissen und herz um und für die tiere. zitat: "na weisst, wenn die sich nicht wohl fühlen, dann fressen und wachsen die nicht, und dann tun mir die leid."

da wird genau gemessen, ob das wasser passt, alles in ordnung ist, keiner herumalbert, und die reiher - die an den für sie ungewohnt grossen fischen sowieso eher ersticken würden - werden liebevoll weggejagt, damit ihnen nix passiert (den reihern!).

wenn es wen interessiert: http://members.aon.at/alpenlachs

und nein, ich krieg keine prozente, ich wollt' mich nur mal wieder alterieren.

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Donnerstag, 2. November 2006
wähhh.
vor einem jahr haben sie mir den hals und die halsschlagader aufgeschnitten, aus letzterer sowie aus den kollateralen derselben die ablagerungen herausgekratzt, die diversen knicke in den umleitungen begradigt und wieder zugenäht die ganze sache.

most competent somebodies wunderten sich, dass ich nach drei, vier wochen nicht schon wieder topfit im büro sass.

status quo: immer noch sensibilitätsstörungen, immer noch schmerzen und das gefühl, auf der linken seite einen kloss im hals zu haben. immer noch temperaturempfindlich, zeitweise tinnitus, spannungskopfschmerz, und so weiter und so fort.

die gefässchirurgie schickt mich zum orthopäden, der orthopäde zum neurologen, dieser zum hno, der weiterschickt zum röntgen, dann zurück zur chirurgie, u.s.w. siehe oben.

der neurologe füttert ganz neues rundes, zur abwechslung in weiss, mal sehen, ob es wirklich so toll ist wie behauptet wird.

berufsbedingt ist ja nun einer meiner lieblingssätze:

"Wie alle wirksamen Substanzen kann auch dieses Arzneimittel bei manchen Personen unangenehme Wirkungen haben. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn Sie Beschwerden haben, die Sie auf dieses Arzneimittel zurückführen. Dieser entscheidet über das weitere Vorgehen."

das neue mittel ist toll. wirklich. zu den allgemeinen narbenbedingten wetterkopfschmerzen (durch lange zurückliegende unfälle bedingt) kommen jetzt noch migräneartige kopfschmerzen, die linksseitig von trigeminusirritationen begleitet werden. damit letzteren nicht langweilig ist, dazu noch ein wenig weiterer tinnitus, links natürlich, und schwere schwindelgefühle, zittern, übelkeit. und ich soll das zeug nicht absetzen, weil, vielleicht wirkt es ja doch, irgendwann.

verdammt, es wirkt ja, heftig auch noch, nur nicht so wie es soll, und zwar nach zwei wochen immer noch nicht. nur meine magenschleimhäute kräuseln sich.

subjektiver ist-zustand: wie besoffen und mit fischvergiftung in einem sich quietschend drehenden ringelspiel.

natürlich geht es mir gut genug um arbeiten zu gehen. um das haus pfeift der sturm (wenn es nicht der tinnitus in meinem ohr ist, wer kann das noch auseinanderhalten), die nebel- und saatkrähen fliegen durch die ersten schneeflocken des beginnenden winters, und der pfefferminztee ist mir gerade aus dem gesicht gefallen.

vor meinem zimmer tacktocktackt es wie in einer geisterbahn, was auch immer in der restaurantküche gekocht wurde oder wird oder werden soll riecht wie eine mischung aus hundefutter und kuhmist, und die klimaanlage summt leise vor sich in, während sie die angewärmte umluft mit den resistenten keimen auf die fron leistenden niederfallen lässt. die fenster kann man zwar nicht öffnen, aber sie sind sowieso nicht dicht, der wind pfeift singend durch sie und das zimmer und die gegenüberliegende geschlossene tür durch, und spielt dann lustige wirbelmelodien im dreissig stockwerke hohen aufzugsschacht mit den acht aufzügen.

danke der nachfrage. ich fühle mich den umständen entsprechend und liebe mein leben. bei gelegenheit werde ich, glaube ich, doch zu trinken beginnen. dann ist mir wenigstens schlecht und schwindlig und auch ansonsten gruselig von etwas, das gut geschmeckt hat. und ich kann jeden, der tacktockt, auf den kopf hauen und sagen, ich kann nichts dafür.

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