Montag, 16. Oktober 2006
beliebtheitsskala III
die trampelweiber mit dem trampelschritt mit den tollen neuen trampelschuhen, die hin- und hertrampeln, von einer seite auf die andere, und zurück, tock-tock-tock-tock-tock, und zurück, und hin, tock-tock-tock-tock-tock, und weiter und weiter und weiter.

dicht gefolgt von den trampelmännern mit dem trampelschritt und den tollen neuen trampelschuhen, mit eisenbeschlägen wie die brauereipferde an den absätzen, tack-tack-tack-tack-tack, hin und her, und her und hin und wieder zurück.

merket wohl: auch wenn ihr in irgendeinem billigen business-seminar gelernt habt, dass ein "fester schritt" charakter und stärke und leadership signalisieren, das war damit nicht gemeint, nicht einmal im ganz billigen seminar.

tack und tock sind nämlich ausschliesslich lästig, störend, kopfschmerzerregend, irritierend, und überhaupt bähhh.

damen und herren hört man weder kommen noch gehen, und wenn, dann nur ganz leise und elegant.

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Dienstag, 10. Oktober 2006
hirntschechern for the records
beim nachdenken über die dinge, die gerade so rundherum passieren - könnt' sich keiner ausdenken, so wirr und kraus, das kann alles nur echt sein - fällt frau kelef wieder ein, dass man ihr mehrfach ein horoskop erstellt hat. so ein richtiges mit allem pipapo und transzendenten und aszendenten und sonstigen denten. hat anderer leute geld gekostet und frau kelef nicht weh getan.

interessant war und ist aber, dass einige der übersinnlich (teilweise auch rechnerisch, vorhersehtechnisch oder was auch immer) begabten frau kelef quasi übersinnliche kräfte nachsagten oder andichteten.

die uroma sprach mit den bergmanderln, die oma machte heilkräuter-salben und -tränke, die mutter legte tarot-karten, wär' ja kein wunder. auch frau kelef hört man ja oft genug sagen: "ich hab's ja gleich gesagt" oder "hab ich damals schon wieder recht gehabt" oder "das wird der/dem noch zurückkommen" und ähnliches mehr. und früher oder später ist es dann auch immer so.

natürlich lernte frau kelef im laufe ihres lebens auch ein paar gewerbliche wahrsager, parapsychologen, hypnotiseure etc. kennen, und auch die hatten ein interessantes angebot an übersinnlichem im repertoire.

eigentlich, stellte frau kelef heute wieder einmal (sie hat schon wieder recht gehabt, nebstbei) fest, ist es aber ganz einfach: es ist sehr vieles logisch, nämlich. da braucht es weder karten noch kristallkugel. aussitzen muss man viele dinge, abwarten und tee trinken und genau hinschauen:

wer seinen kopf dorthin legt, wo demnächst ein schmiedehammer herunterfällt, dem tut mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit demnächst der kopf weh.

wer sich mit verflohten hunden niederlegt, der wird mit flöhen aufstehen.

und: wenn einer, der mit mühe kaum gekrochen ist auf einen baum schon meint, dass er ein vogel wär', so irrt sich der. (sie dürfen den autor erraten!)

die welt rückt immer näher zusammen, die kreise schliessen sich, wenn man genügend erlebt hat dann überrascht einen immer weniger. und man sagt nur mehr "wieder was erledigt".

vielleicht sollte frau kelef doch ein paar bücher schreiben, obwohl ... mal sehen, was die rechtsschutzversicherung dazu sagt.

grosses vergnügen empfindend und beifällig (in frau kelefs kreisen kennt man dieses wort ja) grinsend wird die dame des hauses jetzt also ein gläschen likör trinken und sich dann satt und zufrieden unter die bettdecke begeben um den schlaf der gerechten zu schlafen.

der schwarze hexenkatz wird derweilen elegant und mit schmalen augen in den mond schauen und sich sein teil denken. dazu ist er ja schliesslich da.

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Mittwoch, 27. September 2006
mama, stell' den buben weg.
die werbung - auch im fernsehen - wird ja bekanntlich von lauter sehr gescheiten leuten gemacht , diese werbung diese, von studierten sogar manchmal, jedenfalls aber von meist sehr gut bezahlten. auch die sendeplätze werden teuer gelöhnt, die ideen, das copyright, etc.

zu den wenig-verdienern gehören sicherlich auch die leute nicht, die seitens der auftraggeber die werbeagenturen aussuchen, die von ebendiesen vorgeschlagenen vorschläge vergleichen und sich dann für einen spot entscheiden.

für diesen selben wird dann - soferne sich frau kelef recht entsinnt - ein richtiges drehbuch geschrieben, der wortlaut wird mehrfach durchdacht, überdacht, bedacht;.es gibt ein casting um die am besten für die zu transportierende botschaft geeigneten darsteller zu finden. es ward sogar ruchbar, dass auch psychologen und psychiater und ärzte und fachwissenschaftler engagiert werden, damit so ein teurer spot auch entsprechend makellos über den bildschirm flimmert, immer und immer wieder.

jetzt fragt sich frau kelef, in der üblichen ihr zutiefst zueigenen bescheidenheit: hat man alle diese klugen, studierten, einfühlsamen, fachwissenschaftlich hochgebildeten menschen mit der rakete durch die kinderstube geschossen? sind die auf einer mülldeponie aufgewachsen? hat man die ohne jeden sozialen kontakt aufgezogen? waren die nie in einer tanzschule? kommen die aus einer baumschule?

oder wie erklärt sich der satz "jasmin, darf ich dir meine mama vorstellen?"? die mutter war vorher schon da, die freundin kommt erst, die freundin ist definitiv jünger als die mutter, wessen wohnung auch immer es sein soll, herrjemineh, noch nicht einmal wenn die freundin prinzessin ist und die mutter klofrau im palast geht das.

o tempora, o mores. frau kelef graust's.

deshalb:

mama, stell' den buben weg und geh' dich schämen, in der erziehung hast du versagt, aber mit der deinen ist es auch nicht weit her.

jasmin, such dir einen anderen freund, mit diesem musst du dich mit sicherheit zu oft genieren, aber offensichtlich merkst du das sowieso nicht, sonst hättest du anders reagiert.

mama und jasmin, mit so was sitzt man nicht an einem tisch.

bub, kauf' dir ein benimmbuch, und lies es, laut, mehrfach, und zwar zusammen mit mama und jasmin.

denen jedoch, die frau kelef mit diesem spot obst und gemüse nahebringen wollen, sei gesagt: solche und ähnliche werbeeinschaltungen führen hier höchstens dazu, dass obst und gemüse vom speisezettel gestrichen werden, aus protest. zugleich sei angemerkt, dass das entsetzen so gross war, dass die werbebotschaft erst beim vierten oder fünften, höchst widerwilligen, ansehen des filmchens entschlüsselt werden konnte, so gut wird sie transportiert. wahrlich eine glanzleistung. müssen andere lange üben, damit sie sowas zustandebringen.

und schreibe hier bitte niemand, das sei witzig gemeint, so kommt es nämlich schon gar nicht herüber.

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