Dienstag, 7. Juni 2005
die geschichte des rohrer schnitzel
oft hinterfragt, nie wirklich geklärt.

erfinder: der hansi-bua,



inhaber des bestens bekannten

http://www.hotelkaiserfranzjosef.at/

in rohr im gebirge, liebevoll auch "rohr im gebüsch" genannt, weil ja doch ein ganz klein wenig abgelegen, so hinter den sieben bergen bei den sieben zwergen.

dort gehen die uhren einfach anders. sind keine gäste da, wird zugesperrt. melden sich ein paar leut telefonisch an, wird eben wieder aufgesperrt.

gegessen wird, was da ist.

gekocht wird exzellent, kann man sich nicht beschweren. manchmal muss der hansi aber mit den leuten mitsaufen, und dann kann es schon nebelig werden, sozusagen, und die klare sicht der dinge kann sich, ebenfalls sozusagen, ein ganz klein wenig verändern. dann sieht man die gäste nur mehr so:



kann in rohr aber nicht viel passieren, sind wenig autos auf der strasse, und wenn ein besoffener nicht mehr weiter kann, legt er sich auf einer strassenseite nieder und schläft seinen rausch aus. wenn einer vorbeikommt, kriegt er ein heupolsterl und vor ihm und hinter ihm wird ein warndreieck aufgestellt, dass nix sein kann. das ist wirklich wahr, hat mir die feuerwehr erzählt, die freiwillige.

an einem dieser merkwürdigen nebeltage muss es gewesen sein, dass ein unvorsichtiger gast trotz des nebels nichts fertiges bestellte, sondern just ein schnitzel wollte, ein gebackenes.

schnitzel - vom schwein - vom schopfbraten - abschneiden - klopfen - panieren - backen - für einen routinerten gastwirt auch in abwesenheit von küchenpersonal kein problem. erdäpfel braten, mit dem schnitzel auf den teller, geht auch. salat dazu. besteck und serviette, getränk.

was dem hansi-bua im gebirgsnebel nicht so klar ersichtlich war: die tatsache, dass der schopfbraten schon eingebeizt war für den nächsten tag, um dann als schweinsbraten erst in den holzherd in der küche und dann zu den gästen auf den tisch zu kommen. und ein ordentlicher schweinsbraten wird mit sehr viel knoblauch, und kümmel, und salz und pfeffer eingerieben.

der erstaunte gast bekam also sozusagen eine schweine-kombi auf den tisch. das sah dann so aus:



der hansi-bua (nicht faul und weder auf den kopf noch auf den mund gefallen) erklärte flugs das gehöre sich so, denn es handle sich um ein original rohrer schnitzel. und da so etwas hervorragend schmeckt, gibt es seither das rohrer schnitzel auch schon auf anderen speisekarten des ortes zu finden, wegen des grossen erfolges.

wenn man den hansi fragt sagt er allerdings, die rezeptur sei ihm "halt einmal so eingefallen, weisst eh ...." aber wie ich ihn kenne, stimmt meine geschichte schon.

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kugelkatz
die tante von dymka ist nicht so rund, weil sie noras topf ausgeleert hat, sondern weil sie eine langhaarkatze ist, und ausserdem noch jede menge babies im bauch hat.



das arme vieh muss immer im frühjahr gekämmt werden, und zwar mit brachialgewalt. sowie es warm wird, beginnt sie zu haaren, und wie! und schon bilden sich, weil frau katz ja auf dem bauernhof lebt und überall herumschlüpft, elendigliche knuddel, teilweise mit inhalt.

bisherige fundstücke: kletten, heu, eine tote spinne, ein kaugummi (besonders nett), fremdhaare, vogelfedern, eine schraube, ...

immer wenn ich auftauche weiss sie, ich hab den kamm dabei und die schere, das ist manchmal unerlässlich. dann machen wir geschäfte: ich darf sie kämmen, und dafür kriegt sie katzefutter vom feinsten. wenn sie mich anknurrt und die ohren nicht anlegt, darf ich vorsichtig weitermachen. wenn ich nicht auf sie höre und es ziept, legt sie die ohren flach an und knurrt lauter. diesmal hab ich nicht gehorcht, und sie hat mich gezwickt. war dann ganz schuldbewusst, die arme. aber nach einer ordentlichen portion bestecherli durfte ich weitermachen. gute katze.

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Freitag, 3. Juni 2005
Nora

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Montag, 30. Mai 2005
rassekatzen oder: was alkohol aus menschen macht
damit ich nicht vergess ihnen zu erzählen:

sitzen der katz, die hunt und frau kelef friedlich und lieblich, wie das so unsere art zu sein pflegt, am heiligen freitagnachmittag in der sonne im wirtshausgarten unter gerade erblühenden kastanienbäumen, in exakt 697 m seehöhe, im schönen gasthof und hotel "zum kaiser franz josef" in rohr im gebirge, niederösterreich.

mit am tisch ein paar bekannte ortsansässige respektspersonen und - natürlich - ein wiener ehepaar (wie auch immer die dahingekommen sein mögen).

man spricht so über dieses und jenes, trinkt ein glaserl um das andere.

und dann die übliche frage "was ist denn das für eine hunderasse". die bekannten kennen das schon und bestätigen, dass die hunt eine grosse mäusefängerin vor dem herrn ist. maulwürfe kann sie auch liefern, muss man aber genau bestellen bei ihr.

und dann die wiener-frage: "und was ist das schwarze?"
frau kelef: "äh - wie meinen?"
wiener: "na, was da auf dem sessel sitzt?"
frau kelef: "warum?"
wiener: "na ja, weil, das kann ja keine katze sein."
frau kelef: "ah ja."
wiener: "ja."
frau kelef: "isser aber doch, so ziemlich."
wiener: "aber eine ganz besonders aussergewöhnliche rasse, das sieht man gleich. so schön, und das kluge geschaue. war sicher sehr teuer, dass sie mit dem so aus dem haus gehen ... der hat doch sicher weit über tausend euro gekostet, so normale rassekatzen kosten ja schon mindestens 700 oder 800."

erwartungsfrohes schauen bei den ortsansässigen (die kennen mich ja schon länger).

mit frau kelef ging in diesem moment das temperament durch. und sie beschwor stein und bein (unter kräftiger bestätigung durch die ortsansässigen respektspersonen) die existenz der wieder entdeckten, schon fast in vergessenheit geratenen, entsprechend seltenen, wertvollen rasse des

rohrer zwergbergpanthers.

und die wiener haben das auch noch geglaubt.

andererseits, wer weiss. auf dem bergmanderlweg, den es in rohr gibt, hat meine urgrossmutter ja auch die bergmanderln gesehen. wirklich wahr. ganz genau. geredet haben sie nicht mit ihr, aber sie hat sich so erschreckt dass sie sofort wieder in das wirtshaus, aus dem sie gerade gekommen war, zurückgehen musste ...

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