Donnerstag, 16. Dezember 2004
was du ererbt
von deinen vätern, erwirb es, um es zu besitzen ...

grosse weihnachtsselbstbeweihräucherung seitens der geschäftsleitung gestern: was sind wir nicht toll, blabla ...

und dann der moment der wahrheit: hör' ich doch glattweg direktemang ins volk hinein mitten in der weihnachtsansprache eines amerikanischen multikonzerns in wien "... denn nach der evolution kommt die revolution!"

himmel, arsch und nochwas sonst. 1968 hat meine generation (was bin ich doch alt) "rot front" geschrien und "nach der evolution kommt die revolution". meinen liebreichen ausführungen, dass die revolution per definitionem kein dauerzustand sei, konnte man nicht folge leisten, damals.

als ich vor 20 jahren ein jahr lang in der guten alten ddr lebte und arbeitete, hatten die stasi-leute, mit denen wir vielfach gezwungenermassen zusammenarbeiten (oder was die darunter verstanden oder verstehen mussten) immer wenig (oder auch mehr, je nachdem, vorsichtig gesagt) freude daran, wenn ich feststellte, dass schon marx und engels gesagt haben: "nach der evolution kommt die revolution", und letztere sei per definitionem .... da konnte man meinen liebreichen ausführungen ...

und was tat gott? es gibt nix mehr ddr, es gibt nix mehr udssr, es gibt nix mehr "ostblock", ...

und dann diese ansprache gestern. war ich im falschen film? welche abgründe tun sich da auf? oder hat der bloss eine rede zitiert, die er früher mal gehört hat - stellenweise klang es ja so.

leute, mich hat es gerissen, und ich fang mich langsam an zu fürchten. hat da keiner was gelernt, oder sind wir schon wieder unterminiert? besoffen war ich nicht, das kann es nicht sein. und paranoia hab ich auch keine, eigentlich.

kennt jemand einen kalaschnikow-verleih, bitte? oder einen guten psychiater?

und wer errät, in welchem deutschsprachigen land der redner geboren wurde, erzogen wurde, zur schule ging und studierte???

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Mittwoch, 15. Dezember 2004
duo haarial
will ich am montag früh die "ad usum proprium" bereits vorbereiteten geräucherten forellen zum einfrieren in plastikbeutelchen hüllen, damit sie sich im teifkühler keine erkältung holen.

springt der katz unvermutet und arglistig hinter mir vorbei auf die küchenarbeitsplatte, erhascht sozusagen im vorbeiflug einen der netten fische beim kopf, und fegt mit ebendiesem und vollem karacho von der arbeitsplatte vor meiner nase runter und um die tür herum unter den kasten.

die hunt, nicht faul, saust dem katz nach und will vom fisch noch retten, was zu retten ist (ebenfalls "ad usum proprium").

der fisch ist daraufhin ein leicht zerstörter zweigeteilter welcher, der katz sitzt unterm kasten und verteidigt das vorderteil des fisches mit panthermäßigem benimm (unbenimm, eigentlich) vor meinem zugriff.

die hunt, gewitzigt im umgang mit mir, hat derweil die hintere fischhälfte in die bibliothek unter den schreibtisch gerettet und mampft leise würgend vor gier in sich hinein.

die fische im aquarium haben vor lachen immer noch schlagseite, kein bisschen mitleid mit der geschändeten leiche des artgenossen. frauchen auf dem fussboden beim trockenschwimmen unterm schrank zu sehen muss ein besonderes vergnügen sein.

beim nachhausekkommen am abend sind fussboden und teppiche sozusagen geleckt sauber im wahrsten sinne des wortes, und meine beiden herzchen sind die unschuld in person.

immerhin sind sie einfach zu ernähren, man findet immer was, das ihnen schmeckt.

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Dienstag, 14. Dezember 2004
noch einmal
ein wenig sonne in eure herzen:

tagsüber schmolz der eisbaum (fast, bei minusgraden)



das tipi-gestell warf sein mäntelchen ab und hielt das gerippe in die sonne



die pferde mümmelten gräslein





den lamas kamen wir nicht nahe genug um angespuckt werden zu können, sicherheitshalber



aber auch rund um den laufstall war es schön, und der ziegenbock fidel (ohne castro) kann schon fressen ohne auf dem pony zu stehen:



seine mutter mecki steht mit dem pony winnetou derweilen im stall, und die beiden geniessen die ruhe ohne den lästigen "kleinen".



ja, so ist das auf dem lande.

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