Samstag, 26. September 2009
PIEP: daumen halten
hat genützt. alles gut gegangen. wollte ich sowieso heute schreiben, frau creezy hat mich zurecht gerügt, einerseits, andererseits: http://kitschtante.blogger.de/stories/1491465/. aber das muss man ja erst einmal wissen. und ich sollte eine woche nicht lesen etc., also war ich dann doch ein wenig enthaltsam, und noch flackert das rechte auge wenn ich das herumschauen zu lange betreibe, aber ich geh zwischendurch eben immer wieder augen rasten, und schlafe sicherheitshalber dabei ein. aber das war vorauszusehen, die beruhigungsmittel die man anlässlich welcher operationen auch immer bekommt haben bei mir schon immer eine ca. einwöchige malariaanfallsähnliche schlafattacke zur folge.

klosterkrankenhaus war ganz passabel, klösterlich spartanisch halt aber frau priv. doz. hat souveräne ruhe ausgestrahlt beim geschnippsel im auge und während der operation erklärt und vorgewarnt und also war das alles ganz angenehm, verhältnismässig, ich hatte schon weitaus schlimmere vergnügen.

die neue linse scheint gut zu sitzen, keinerlei reizungen, jucken, fremdkörpergefühle oder gar schmerzen - nicht einmal ansatzweise - vorhanden.

und dann, ich sag ihnen, am montag die op, am dienstag früh der verband runter und: ich seh alles nur mehr EINFACH. EINFACH EINFACH!!! und klar, und nebelfrei, und hach! man kann sich über vieles freuen, aber das war die grösste freude seit langer, langer zeit. alles EINFACH EINFACH sehen. und dann auch noch wesentlich schärfer als vorher. ich kann mich gar nicht beruhigen vor freude freude freude.

jetzt noch ein paar tage eintropfen mit verschiedenen lustigen mittelchen, nichts schweres heben und tragen, nicht kopfüber bücken (wäre ja sowieso nicht elegant), nicht am auge rubbeln usw. usw. usw., aber im prinzip vernachlässigbar. am mittwoch nachkontrolle beim augenarzt des vertrauens.

dann termin ausmachen für das linke auge, damit die beiden äuglein gleiche voraussetzungen haben bzgl. licht und ferne und nähe, und dann aber: buchhandlungen hütet euch. das letzte buch habe ich vor eineinhalb jahren gelesen, und das ich, die ich in guten zeiten drei in der woche verschlang. hach ja.

was ich zu meckern hatte? nun, man hätte mir sagen können dass ich frühstücken soll, weil das mittagessen gestrichen wird wenn der op-termin für 13.30 eingetragen ist. aber ich bin sowieso zu wohlgenährt.

man sollte vielleicht auch darauf achten, was man den patienten sagt. "nehmen sie die medikamente, die sie täglich einnehmen müssen, mit und nehmen sie diese auch ein" ist nachvollziehbar. nicht nachvollziehbar ist, dass man dann einen teil dieser täglich einzunehmenden medikamente im krankenhaus noch einmal bekommt, ohne warnhinweis - die doppelte menge blutdrucksenker kann u.u. interessante folgen haben, ich mein' ja nur.

klaustrophobische patienten nach einer op im aufwachraum zu vergessen kann ins auge gehen - auch wenn es gar keine vollnarkose gab. panikattacken nach verabreichung hoher dosen von beruhigungsmitteln sind eine eigenartige sache. und wenn der patient dann winselt, man möge ihn mit dem bett vor ein offenes fenster stellen, sollte pfleger nicht diskutieren, sondern das bett zu einem fenster rollern und dieses öffnen und das kopfteil aufrichten und patient kaltes wasser reichen. bitte natürlich.

und nix gegen familienzusammenhalt. und nix gegen serben. aber bitte, bitte: wenn patient nur runde 22 stunden im krankenhaus weilt, ist es nicht unbedingt notwendig dass 15 (in worten: fünfzehn) personen zu besuch kommen. in ein dreibettzimmer mit genau drei sesseln. und der pamperletsch mit sechs monaten in seiner kalesch' war auch nicht wirklich notwendig zum genesungsprozess, und dass die schwestern dann um 22.30 uhr die komplette familie, die zu dieser zeit immerhin schon im aufenthaltsraum vor dem flatscreen sass hinauswarf, fand ich ganz ok. interessant, dass mit dem verschwinden der familie auch die vorräte an fenchel-, kamillen-, hagebutten-, beruhigungs- und schwarztee verschwunden waren. aber vielleicht hat mir das auch niemand erklärt.

jedenfalls: alles prächtig. am rechten auge hab ich jetzt zwar zwei oder drei dioptrien überkorrektur, und keine hornhautkrümmung, aber ich seh trotz des falschen brillenglases weitaus besser als vorher. und alles EINFACH!

jetzt ist wieder augenpflege angesagt. und noch einmal: danke für das daumenhalten und die guten wünsche und die nachfragen etc. etc. etc.

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