Sonntag, 7. Juli 2019
mademoiselle dachte doch glatt,
sie hätte einen neuen freund gefunden, auf dem gehsteig vor dem haus, nahm ihn vorsichtig ins maul und brachte ihn frau kelef. diese wiederum hatte natürlich nix besseres zu tun als den käfer mit seinen stattlichen fast 5 cm körperlänge (ohne fühler) auf eine kühlerhaube zu setzen, zu fotografieren und dann auf der nahegelegenen wiese oben auf ein gebüsch zu setzen, von wo er dann makellos wegflog. ein streng geschützter, sehr seltener bockkäfer: rosalia alpina.

frau kelef kann sich also, wie man sieht, durchaus über kleinigkeiten freuen. dass man so ein getier mitten in der stadt findet ist schon wirklich toll. und mademoiselle wurde ordentlich gelobt ob ihrer vorsicht mit dem krabbler.

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Dienstag, 23. Oktober 2018
sehr gefährlicher wach- und polizeihund
aka: mademoiselle kiki. mit fallweiser unterstützung durch die gadse, die man selten sieht, aka: dat julchen.

seit einiger zeit schon melden beide, dass da im stiegenhaus ein unbekanntes tier wahrgenommen wird. dat julchen schaut unter dem balkongeländer in den hof und kontrolliert alles, da kann sie auch durch die stiegenhausfenster schauen, wer über die stiege hatscht, und mademoiselle nimmt olfaktorisch im stiegenhaus ihre kontrollaufgaben wahr.

akustisch natürlich wird ebenso kontrolliert, da sitzen beide fallweise höchst einträchtig im vorzimmer, halten die köpfe schief dass wilhelm busch seine helle freude hätte, und horchen, was es da zu hören gibt.

heute vormittag geht frau kelef mit mademoiselle - ordentlich durch eine flexi-leine verbunden, die beim verlassen der wohnung sicherheitshalber immer auf "bei fuss" gestellt ist - aus der wohnungstür. frau kelef sperrt die tür zu, dat julchen sagt noch kurz irgendwas, dann gibt frau kelef die arretierung der leine frei, sagt "langsam" weil über die stiege ist mademoiselle wegen der neuen fliesen schon ein paarmal hinuntergepoltert, und dann aber HOSSA!

durch den baulärm auf der strasse (zur abwechslung wird der gehsteig saniert, hier im haus steht ja alles still, und lärm muss sein) konnte man nicht hören, dass da jemand das haus betritt.

eine sehr junge frau mit hund, sehr hübscher chevalier king charles-spaniel. leider waren die zwei aber keineswegs durch eine leine verbunden, noch hatte der hund einen rüsselverschluss, sprang aber fröhlich um die ecke und über die ersten stufen hinauf, während mademoiselle und frau kelef die ersten stufen desselben stiegenabsatzes hinunter gingen. fremdhundefrauchen stand noch am unteren absatz.

flexi sei dank wurde mademoiselle rechtzeitig zum stehen gebracht und frau kelefs stimme sei dank der andere hund auch, ging sich gerade noch aus. beide hundsviecher logischerweise total erschrocken, mademoiselle knurrte und zeigte die zähne, weil sie wieder auf den absatz vor der tür zurück-, und auf der türmatte ins steh beordert wurde.

stimme von unten: "ist ihrer bissig?".

frau kelef schnappte kurz nach luft, verneinte, konnte aber nicht umhin die junge dame erstens einmal zu fragen, ob sie hier wohne, nein, aber der freund.

bittschön, erstens lässt man einen hund nicht in einem noch dazu de facto fremden stiegenhaus frei laufen in zeiten wie diesen. zweitens sind in diesem haus fallweise arbeiter zugange, und auch noch möbelpacker, das hat konfliktpotential, überhaupt wenn keiner damit rechnet dass da ein hund herumhirscht. drittens könntert aber auch noch, gott soll abhüten, ein anderer hund im stiegenhaus unterwegs sein.

frauchen nahm hundsi sofort auf den arm, SCHON WIEDER FALSCH keppelte frau kelef, wenn ihrer nicht beisst und meine auch nicht, und sie öfter hier im haus sind, dann sollten die sich bitte kennenlernen, sonst kriegen sie sich in die wolle.

weil: mademoiselle ist, seit sie hier lebt, der einzige hund. sie darf mäuse im haus totbeissen und die putz-wegs aka tauben verjagen, und sie soll auf die wohnung, frau kelef und dat julchen aufpassen. kommt also ein anderer hund, macht der ihr möglicherweise das revier oder frau kelef oder dat julchen streitig, klaut möglicherweise auch noch ihr futter und überhaupt weiss man ja nie. also: zähne zeig, knurr und grummel. da kennt mademoiselle nix, bulldogge ist auch in klein eine bulldogge, und auch auf französisch, und die shi tzu-hälfte tut das ihre.

ging dann alles fein über die bühne, die vierjährige kastrierte spanieldame mit sehr devotem verhalten und so weit wie möglich eingeklemmter rute hatte alles verstanden, mademoiselle ebenso, und dann schnofelten sich die damen vorne und hinten und rundherum ein wenig ab - GANZ LIEB kann mademoiselle ja - die spanieldame entspannte sich wieder auf ihr normales format, und dann gingen die zwei anderen über die stiege hinauf und frau kelef und mademoiselle über die stiege hinunter, dat julchen keppelte durch das balkongeländer noch ein wenig hinterdrein, und kiki schritt dann stolzgeschwellter brust und hoch aufgerichtet neben frau kelef her auf ihrer gassirunde.

da wird diskutiert über hunde und bissig und beisskorb und weiss der kuckuck: wäre alles sooo einfach wenn die leut' ein wenig was verstehen täten von den viechern, und sich entsprechend verhalten. nutzt ja nix, wenn das eigene viech lieb und brav ist, und sich dann zu tode erschreckt weil plötzlich ein anderer hund da steht und sein eigentum reklamiert. man will übrigens auch nicht wissen was passiert wär wenn frau kelef dreissig sekunden später aus der tür gegangen wäre, die spaniel-dame gerade vor der tür gestanden und hinter einer explodierenden mademoiselle ein pfauchendes julchen im flaschenbürstenmodus gesichtet hätte. oder wenn mademoiselle auch ohne leine gewesen wäre. oder frau kelef noch ein paar sachen unter den arm geklemmt gehabt hätte. und fremdes haus und eigener kleiner hund frei: was, wenn da im haus ein grosser, unerzogener und wenig sozialer hund wohnt und gerade bei der tür herauskommt?

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Donnerstag, 10. August 2017
mademoiselle kiki stellt sich vor,
damit man hier etwas mehr über sie erfahren kann. sie meint, das gehört sich so, und vielleicht würde hier dann auch wieder was mit lustigen hundegeschichten stehen, und nicht nur immer vermaledeiter baustellenmist. von dem sei im stiegenhaus und in der wohnung nämlich genug.

und so schleimte sie sich heimtückisch und arglistig in unsere wunden seelen, nachdem wir sie gerade einmal 10 minuten kannten:



beim ersten kennenlernen, und nach der doch recht langen fahrt nach wien schaute das so aus:



eine stunde später im schanigarten zeigte sich dieses bild:



sie machte irgendwie so einen, nun ja, verlorenen eindruck unter dem tisch, als sie sich sicherheitshalber auf den fuss der person legte, die sie entführt hatte:



nach hause gehen ging ebenfalls gut, leider ist sie vom konzept her eine graspinklerin, soll heissen, sie sucht zumindest ein kleines unkraut damit sie sich hinsetzen kann, das wird noch heiter.

und sonst so?

sie kann recht gut an der leine gehen, vom ersten tag an an der flexi-leine ohne irgendwelche gröberen probleme.

die sache mit der hier ansässigen berufszicke war drei wochen lang kompliziert. weil: das ist nicht ihre kleine wauwau. überhaupt nicht. und dazu kommt erschwerend, dass dat julchen hundesprech beherrscht, mademoiselle kiki jedoch nicht katzesprech. soll heissen: katz will ihre ruhe haben oder sich irgendwie um ihre eigenen angelegenheiten kümmern und geht raschen schrittes an hund vorbei, hund fasst raschen schritt als aufforderung zum spielen auf, springt hoch und spurtet katz hinterher, woraufhin katz beschleunigt und um die kurve zischt, jetzt liegen baustellenbedingt aber die teppiche, frisch aus der reinigung, eben nicht auf dem parkett sondern zusammengerollt auf dem sofa, das gibt einen prima aussichtsplatz für die katz, die quer über den wohnzimmertisch hüpft , sich obendrauf hinsetzt und somit in die küche und die bibliothek schauen kann, währen hund das alles nicht durchblickt und die katz sucht, die sich derweilen am tuches leckt, katze halt, und ein wenig pfaucht. hund derweil rennt im wahrsten sinne des wortes im kreis und sucht katz, und so weiter in endlosschleife, weil katz ja immer wieder herunterkommt von ihrem thron und ein wenig hund sekkieren spielt. so ein katz gönnt sich ja sonst nix. fotos davon gibt es keine, die gründe dafür kann sich jeder selber ausmalen - da war schlichtweg weder katz noch hund auf den bildern.

aber das haben wir hinter uns, katz schreitet jetzt gesetzten schrittes an hund vorbei, und hund hat gelernt dass das eben so stattfindet. dafür frisst jetzt die katz thunfisch (hat sie 12 jahre lang nicht mit dem arsch angeschaut), aber wenn hund auf sowas steht muss das was tolles sein, der hund frisst katzefutter und die katz hundefutter. in trauter eintracht nebeneinander. was die katz betrifft, ist das eher wurscht, aber katzefutter ist ganz schlecht für hunde, daher muss also bei der raubtierfütterung immer ein waches auge auf die damen geworfen werden. und die katz - die, katze eben - immer nur zwei oder drei maulvoll genüsslich verspeist muss jetzt um ihr essen mauzen, denn das wird weggestellt damit die hund ...

stangistücke - streng nach art zugeteilt - können aber von beiden nebeneinander aus der hand genommen werden, mit 10 cm abstand zwischen den nasen, das scheint irgendwie ein anderes kapitel zu sein.

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Mittwoch, 9. August 2017
mademoiselle kiki also.
die kleine frau pixy war ja innerhalb von wenigen stunden - wenn auch irgendwie vorhersehbar, weil alt und schon ganz vieles mitgemacht - nicht mehr unter uns. dabei war sie wenige tage vorher noch ganz quietschfidel:



mit der notwendigkeit, ein zweites gekatz hier zu installieren, damit der berufszicke aka julchen nicht fad in der marille ist, hatte sich frau kelef schon lange auseinandergesetzt, und eigentlich war klar, die zwei weiber kommen gut miteinander aus, aber als da plötzlich kein hund mehr da war, und so halt. bei der haustiersuche - siehe link links, wo auch frau hunt hergekommen war, vor mehr als 20 jahren - da gibt es immer wieder übriggebliebene katzen, alte halt, besitzer verstorben oder im heim und so. und die betreiberin der seite hat ein riesengrosses tolles katzenhaus, in dem selbige katzen dann eben auf neue besitzer warten oder das gnadenbrot kriegen.

da sind auch immer ein paar hunderln dort, mit ähnlicher geschichte wie die o.a. katzen, manche bleiben halt dann, ebenfalls, weil sie keiner will. und ein paar sind halt auch zur vermittlung ...

und als frau kelef da immer wieder nach gekatz ausschau hielt, und die tochter will auch wieder einen zweitkatz, auch keinen ganz jungen, jedenfalls, da war ein photo von einem gehündel, mischung französische bulldogge/shi tsu, 5 jahre, und frau kelef dachte so bei sich: hundsviech, die schönheit plagt dich aber nicht.

als wir dann leise weinend so herumsassen an diesem grauslichen montag, da fragte doch glatt der freund des hauses so en passant: "und, kriegst du wieder einen hund?" und frau kelef so: "ich weiss nicht, es ist halt irgendwie, und doch erst ein paar stunden her, und überhaupt ..." und die liebreizende tochter so: "mama, red nicht so blöd daher, hast was im sinn?" jo eh. ein gekatz. von der haustiersuche, weil, und so. und dort sei auch so ein hässliches viech, man könne ja, wenn es denn noch verfügbar ... angerufen, ja, verfügbar, aber frau kelef wollte ja eigentlich ein gekatz, solches sei auch vorrätig, in allen möglichen ausführungen.

die tochter war ja gerade wieder nach einem 5monatigen auslandsjob in wien, und hatte eine woche urlaub zwegen der eingewöhnung, und so ging es sich hervorragend aus dass sie nicht nur den transport zum tierarzt hatte übernehmen können, sondern auch gleich am nächsten tag frau kelef in die pampa kutschierte.

vorab: die katzen waren super, leider nix passendes dabei, also so alters- und charaktermässig. erstaunlich ist es übrigens immer wieder, wie gut die gute frau jedes einzelne tier kennt, oder einfach sagt: "das weiss ich nicht" in bezug auf irgendwelche macken, vorlieben oder abneigungen. wurde so schon von vielen seiten bestätigt.

natürlich war auch das hässliche entlein da, hörte auf den namen linsy, kam über das sammellager in nitra zur vermittlung, und sass nach zwei minuten bei der tochter auf dem schoss. hmpf. ihre vorbesitzer hatten sie im haus gelassen als sie auszogen, und irgendwie hüpfte das vieh halt jetzt bei der haustiersuche durch den garten, und war zur vermittlung ausgeschrieben.

ganz genau der hund, den frau kelef nie wollte. ausserordentlich tiefgelegt, haxen schiefer als zähne oder umgekehrt, ein ziemlicher unterbiss, struppiglich - aber nur stellenweise, an anderen stellen eher langhaarig, weiss mit dunklen flecken, ohren wie eine fledermaus. an der seite das haarkleid sehr dünn und kurz, am rücken fast zehn zentimeter lang und mit neigung zum irokesenstil, ebenso an den hinterbacken, und die vordere hälfte eher langhaarig-struppig-abstehend. helle stimme. mittellange rute. und auf der haut so eine art leopardiges dalmatinermuster, aber die haare weiss, bis auf die braunen stellen am rücken und die rabenschwarzen dickplüschigen ohren, die vehement an eine fledermaus erinnern und bei stärkerem wind angeklappt werden müssen, weil sich das vieh sonst verfliegen könnt. und: ein schosshund, ganz offensichtlich.

kurzum: wirklich alles was frau kelef nie wollte. die narbe nach der kastration aus dem mai noch nicht ganz abgeheilt, vermutlich ein paar fäden zu ziehen vergessen.

zähne schon ein wenig abgenutzt, machen aber den eindruck als wäre sie jünger als fünf jahre. aber das ist ja die kleinste sorge in solchen fällen.

bei der haustiersuche gibt es an sich natürlich sowas wie genaue kontrollen, ein paar mal besuchen und kennenlernen, und all das, was dazugehört.

fragt frau kelef nach lebhaftem "hmhmhm ..." ihrerseits und "mama, zier dich nicht so!" töchterlicherseits ganz unschuldig: "und, kann ich die gleich einpacken und mitnehmen?", und kriegt doch alsogleich die antwort: "ja, sie schon ...". damit nix sein kann war das hundegeschirr eh schon in der handtasche, so rein zufällig, mitsamt der leine.

und so sass frau kelef also 24 stunden nach dem o.a. gespräch mit einem neuen gebrauchten im selben schanigarten:

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