Freitag, 28. Oktober 2011
ach übrigens,
sie dachten doch nicht, dass diese geschichte: http://gastgeberin.blogger.de/stories/1907424 schon zu ende sei?

nein, aber jetzt seit gerade eben ist die sache vielleicht doch erledigt. hoffentlich.

genau bis gerade eben, in summe also über drei wochen, dauert es nämlich, bis man rundherum allen erklärt hat dass sich ein anderer geirrt hat, und bis die, denen man das erklären muss, das auch verinnerlicht und in die entsprechenden listen eingetragen haben.

in der zwischenzeit wurden bezüge gesperrt, rückforderungen gestellt, bescheide verschickt, vorladungen geschickt, etc., abwechselnd von der krankenkasse und der bezugsauszahlenden stelle.

frau kelef telefoniert ja gerne, und so machte es ihr auch nichts aus, in summe 38 (in worten: achtunddreissig) mal zum hörer zu greifen und die verschiedenen zuständigen zu kontaktieren, resp. auch nicht, weil nach einigen minuten (bis zu 15, jeweils) nervtötender musik die verbindung automatisch gekappt wurde. aber man gönnt sich ja sonst nix.

besonders call-center die keine ahnung haben stehen jetzt wieder ganz hoch oben auf der beliebtheitsskala hier.

und leute, die in ebendiesen arbeiten, und sich bemüssigt fühlen frau kelef anzuschnauzen, des inhalts: sie könnten ja nichts dafür dass frau kelef so ein durcheinander beieinander habe mit ihren sachen. wenn man vom staat ein geld will (vermutlich auch, wenn man zwei oder drei geld will), dann muss man halt seine sachen ordentlich beieinander haben und so. und selber kommen mit den sachen, und sich nicht auf andere verlassen. und so lange die (unberechtigte, wie wir wissen) rückforderung nicht beglichen sei und kein neuer antrag nicht gestellt nicht sei, da gäbe es überhaupt kein geld mehr, weil die bezüge seien jetzt einmal gesperrt wegen des krankenstandes. und wieso überhaupt frau kelef nicht krank sei, wenn der arzt das doch so meinte.

die begründung für einen teil des desasters liess sich auch mehr oder weniger leicht konkretisieren: die bezugsauszahlende stelle hat es über eine woche lang nicht geschafft, die eintragungen aus den listen des hauptverbandes, in denen der krankenstandsstatus schon berichtigt war, intern zu aktualisieren.

nämlich ist das so: arzt schreibt krank und meldet per post an krankenkasse - krankenkasse meldet an hauptverband - hauptverband aktualisiert statusliste - arbeitsmarktservice liest liste und aktualisiert eigene liste - arbeismarktservice kontrolliert und fordert ggfls. bezüge für ein oder zwei tage per amtlichen bescheides zurück - krankenkasse fordert zu kontrollarztbesuch auf - ohne kontrollarztbesuch kein krankengeld - ohne rosa zettel kein kontrollarztbesuch - ohne kontrollarztbesuch immer noch kein krankengeld. und im fall eines falles das ganze wiederum retour.

da sind schon ein paar fallen eingebaut, denn wenn z.b. ein wochenende, ein feiertag oder ein monatswechsel dazwischen liegen, dann aber öha. man muss sich das ganze system also vorstellen wie ein wasserspiel: eine aktion löst immer die nächste aus, und wenn irgendwas stockt oder bockt oder einer auf den falschen knopf drückt, dann passiert ein mehr oder weniger grosses unglück.

letzteres ist ja verständlich, wir sind alle nur menschen und menschen machen fehler. wenn man dann der sache auf den grund geht, wäre es ja einfach alles in ordnung zu bringen, denn im vorliegenden fall haben die ämter ja per se nix falsch gemacht, na gut, sie waren langsam, und wenn man statt "krankenstand storniert" nur "krankenstand" liest, dann ist das verständlich, weil ja jeder unter zeitdruck steht und es schneller geht wenn man nur ein wort liest als wenn man zwei worte liest.

war zunächst einmal auch ein wenig erheiternd, und da die post ausnahmsweise ziemlich schnell im briefkasten lag, da hielt sich die zu erwartende dramatik vermeintlich in grenzen. man geht zum arzt, ersucht den um richtigstellung, der entschuldigt sich vielmals, und sicherheitshalber ruft man dann - manchmal hat frau kelef ja so ein gefühl - bei den betroffenen stellen an und fragt nach ob die sache nun erledigt sei.

aber frau kelef hat sich ja nicht gekümmert, und also geschieht ihr recht, weil 38 mal anrufen, und bei arzt und krankenkasse persönlich vorsprechen (was nur bedingt möglich war, wegen da war kein rosa schein), das ist offensichtlich zu wenig.

es muss übrigens auch festgehalten werden dass es sehr wohl einige wenige hilfreiche, offensichtlich kompetente und willige mitarbeiter und -innen bei all diesen unternehmen gibt. die rufen sogar zurück, adaptieren die "listen", und erteilen vernünftige auskünfte.

aber dann gibt es auch welche, die auf die frage, was man denn noch tun solle ausser anrufen - denn vorsprechen ist nicht möglich ohne den rosa zettel der krankschreibung den man ja nicht hat wenn man nicht krankgeschrieben ist weil man ja auch nicht krank ist sondern sich die sprechstundenhilfe geirrt hat - da kriegt man zur antwort: donn kummans hoit aso vuabei, owa den rosa schein brauch ma schon.

und auf die leicht aufgebrachte frage, ob man anstelle des rosa zettels vielleicht eine kalaschnikow mitbringen solle um sich gehör zu verschaffen zu der thematik wer nicht krank geschrieben ist hat auch keinen rosa schein, da wird einem dann unmissverständlich mitgeteilt, ein wort noch, und: i ruaf de bollezei, wäu, i hob ihnere daten, de hob i, i bin do in omt, i konn des ereiern wo se daham san.

ja ne, is klar. frau kelef mit dem hatscherten höllenhund mit den gefletschten zähnen und 10,5 kg lebendgewicht kommt am krückstock und mit behindertenausweis unter dem arm auf das arbeitsamt und schlägt dort mit der kalaschnikow die beamten auf den kopf. die kleine wauwau hat nämlich dank der schrotladung, die ihren linken ellbogen seinerzeit devastierte, ein klitzekleines problemchen mit geräuschen, die nach schüssen klingen.

obwohl ... sollten sie längere zeit hier nichts lesen, dann ist das vielleicht doch passiert. man weiss es noch nicht genau. letzten meldungen zufolge sollte sich aber nächste woche kohle auf dem konto anschleichen.

dass bescheide, die ausgestellt wurden, wenn sie denn zu unrecht ausgestellt wurden, als ungültig bescheidet werden müssen, hat sich übrigens noch nicht durchgehend durchgesprochen zu den amtlichen bescheidenden stellen. ein "wonns nix mea hearn, is des ealedicht" erscheint frau kelef ein wenig wenig als aufhebung für einen geschriebenen bescheid, der so amtlich ist dass er nur mit der post verschickt werden kann und nicht per a-mail, weil er sonst nicht gültig wäre. aber: man weiss es nicht.

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Montag, 24. Oktober 2011
warum ich nix mehr mit der hand schreibe
57 Wörter

Speed test

oder auch: das macht 374 anschläge in der minute, 7 wörter waren mit tippfehler.

wenn ich was mit der hand schreibe, dann kann ich es nicht einmal selber mehr lesen.

besonders bei diesem wetter, das in die einzelnen gelenke kriecht und die, die eigentlich dazu dienen die finger abzubiegen, so steif macht dass man mit den betroffenen fingern nicht einmal in der nase bohren kann, weil die einzelnen gelenke ja auch noch auf das doppelte anschwellen. besonders beim rechten zeigefinger ist das eine mühsame sache - preise für unfallfreies essen etc. müssen hart verdient werden.

die anschaffung eines druckers erscheint nunmehr doch nicht ganz abwegig.

alt wird man, ich sag' ihnen.

edit: man kann auch üben, und das beste ergebnis nehmen:

74 Wörter

Speed test

waren dann 416 anschläge und kein einziger fehler. jetzt geht's mir wieder besser - war doch nicht alles umsonst.

note to myself: dat julchen von der tastatur fernhalten.

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Mittwoch, 19. Oktober 2011
ach ja, die sache mit der kindesmisshandlung
hat natürlich so nicht stattgefunden in den kinderheimen, wie kann man sowas nur berichten. kann ja nicht stattgefunden haben, weil: was nicht sein darf, ist auch nie gewesen.

vor einiger zeit hab' ich mich schon mal woanders ausgelassen zu dem thema, langsam geht es mir - mit verlaub - auf die socken.

denn: natürlich haben diese dinge stattgefunden. überall. aber: siehe oben.

wieso ich mir so sicher bin? nun, ich war in einem klosterkindergarten, und in einer klostervolksschule.

sexuelle übergriffe sind mir nicht bekannt, was nun nichts heisst.

aber: psychoterror, erniedrigungen, beleidigungen, bösartigkeiten der allgemeinen und der besonderen art, geschlechtliche - nennen wir es einmal: präferenzen, verleumdungen, und so weiter und so fort, die sind mir in die seele gebrannt. die haben meine kindheit und meine jugend vergiftet, die haben - wenn man es übertrieben ausdrücken möchte - mein leben zerstört.

denn: die jeweils "liebe schwester" (wie man sie nennen musste) die war ja jeweils lieb. und gottesfürchtig. schwarz in schwarz, und mit rosenkranz und so. und überhaupt. die hat nichts gesagt, was nicht absolut und überhaupt der wahrheit entsprochen hat.

aber auch im nachhinein, wenn ich es so genau betrachte in meinem abgeklärten alter, da ich das alles hinter mir zu haben glaube, da reissen solche berichte: http://orf.at/stories/2085174/2085168/ immer noch schwärende wunden auf.

denn natürlich mussten auch wir die ausgekotzte jause essen. aber wenn wir es zu hause erzählt haben, gab es sanktionen welcher art auch immer. weil: so was erzählte man nicht, weil es ja nicht stattgefunden haben konnte, weil sonst wäre man schlechte eltern gewesen wenn man sein kind dort hingeschickt hätte, und weil man doch gute eltern war, da konnte das nicht stattgefunden haben, weil: siehe oben.

natürlich haben die eltern die jeweils lieben schwestern gefragt, und jetzt raten sie mal: die lieben schwestern haben natürlich nicht gesagt, ja, die wurst war schon grün weil wir das jausenbrot in der sonne vergessen haben, und da hat das kind dann gekotzt, weil wir nicht kontrolliert haben was das kind isst, wir haben nur gesagt: du musst deine jause essen ...

und jetzt raten sie einmal, wer dann auf den kopf bekommen hat, von allen, die stärker waren als eine vier- oder fünfjährige.

und so ging es weiter.

was dazu führte, dass ich diejenige war, die nicht die wahrheit sagte. was dazu führte, dass es mir irgendwann einmal egal war, ob mir jemand glaubte, weil: ich wusste, wie es gewesen war.

der burli, der in den gleichen kindergarten ging, der war männlich. den wollten die schwestern lieber, angeblich, weil er brav war. der burli.

in der volksschule gab es dann unterricht, unter anderem: holzkohlengewinnung. als ich das zu hause erzählte, kriegte mein vater einen erklärungsanfall, und am nächsten tag wusste ich über holzkohle aber so ziemlich alles. ich hatte ja in rohr im gebirge auch köhler kennengelernt, und kohlenmeiler gesehen, und beobachtet wie das alles so vor sich ging und gemacht wurde. ich war sowas von stolz!

leider wusste die liebe schwester nichts von rechteckigen meilern, und so nahm das unglück seinen lauf. ich beharrte auf den rechteckigen: DIE hatte ich gesehen, mein vater hatte erklärt und aufgezeichnet, ganz genau, hier bitte der zettel: den schaute die liebe schwester nicht an.

in der schule musste ich dann ein paar tage lang auf den holzscheiten knien, im mitteilungsheft stand: das kind lügt niederträchtig und hartnäckig, zu hause gab es transportwatschen der besonderen art, weil: wenn die liebe schwester das ins mitteilungsheft schreibt, dann stimmt das. den zettel mit vaterns zeichnungen hatte der klosterschuleigene holzofen verschlungen, der vater schickte die mutter zum sprechtag, und die mutter hatte sowieso ein problem damit, als erstes kind "nur" eine tochter geboren zu haben.

in der schule war ich die persona non grata, zu hause fragte mich niemand danach, was denn nun genau der grund für die eintragung im mitteilungsheft gewesen sei.

meine augen waren schlecht, kurzsichtig, aber weil ich gross war sass ich in der letzen reihe, aus rücksicht auf die anderen.

was an der tafel stand, konnte ich nicht lesen. was überrascht nun daran, dass ich auch nichts abgeschrieben habe von der tafel? und nun raten sie einmal, was in meinem mitteilungsheft stand: weigert sich, im unterricht mitzuarbeiten. die kopfnüsse und anderen sanktionen, die mich zu hause erwarteten, haben mein interesse am unterricht nicht wirklich gefördert.

spätere sexuelle übergriffe seitens eines herrn professor - und auch dafür gibt es zeugen, aber: das war doch der herr professor, und die zeugen sind alt und etabliert, die würden doch nie und nimmer - jedenfalls, als ich es damals meiner mutter erzählte, da schlug sie den riesengrossen einkoch-kochlöffel auf meinem kopf kaputt, weil ich - schon wieder - gelogen hatte. als mein vater nach hause kam und fragte was los gewesen sei, meinte die böse frau: und wegen "der da" ist jetzt auch noch der kochlöffel kaputt. gab es noch eins auf die nuss, danke vielmals auch im nachhinein.

meint irgendjemand, ich hätte noch einmal was gesagt? hatten doch schon im kindergarten und in der volksschule die lieben schwestern immer gesagt, ich erzählte nicht die wahrheit: sollte sich das jetzt plötzlich geändert haben? wäre man da - als eltern - nicht in der pflicht gewesen der sache nachzugehen? hätte man da nicht mehr tun als - wie mir der herr professor ja lachend erzählte - mehr tun müssen als ihn zu fragen ob er mir tatsächlich unter den rock gegriffen hätte? und was, in drei teufels namen, hat man denn angenommen dass er antworten würde bei einer vierzehnjährigen schülerin? aber - das war ja der herr professor.

irgendwann fiel mir das alles - wie man in wien sagt - endgültig den buckel hinunter. war sowieso egal, ich war ja - nur - ein mädchen. so eine schande aber auch. erst jahrzehnte später, als die böse frau (andere würden sie wohl als meine mutter bezeichnen) tot war, da tauchte ein brief auf, den mein grossvater anlässlich meiner geburt geschrieben hatte, wie meine oma und er sich freuten, dass ich ein mädchen war. mir hatte man immer das gegenteil erzählt.

aber es begab sich, dass ich im laufe meines lebens ehemalige mitschüler(innen) wiedertraf, von damals, die meine erinnerungen vollinhaltlich bestätigten. und als ich sagte, hör mal, sollten wir nicht gemeinsam zum kadi gehen und dem das mal erzählen, da sagten die: lassen wir das bleiben, unsere eltern haben uns nicht geglaubt, die anderen haben uns nicht geglaubt, mein mann/meine freundin/meine oma/mein opa/meine kinder haben mir nicht geglaubt - das waren hochrenommierte kindergärten und schulen mit öffentlichkeitsrecht, glaubst du ernsthaft uns hört jemand zu, geschweige denn dass uns jemand glaubt?

auch heute kann ich mich noch nicht entscheiden, was von all diesen dingen, und denen, die ich hier aus gründen nicht aufschreiben kann und will, die schlimmsten gewesen sind. der terror draussen begründete den terror drinnen. ob psychischer oder physischer terror mehr schaden anrichtet, und wie solche dinge ausgehen, das liegt wohl nicht nur am terror und den ausübenden, sondern auch am objekt, pardon, ich meine natürlich: am betroffenen menschen. aber betroffen sind natürlich immer die anderen, weil: bei uns kommt sowas ja nicht vor, wir sind ja anständig, und besten wissens und gewissens. infolgedessen haben wir meist auch nicht wirklich eine meinung dazu, weil wir ja nicht mitreden können, denn bei uns war das ja ganz anders, wir waren ja anständige leute.

aber sehen sie: darum glaube ich diese horrorgeschichten alle. das, was da erzählt wird, ist noch nicht einmal die spitze des eisbergs. nur: glaubt doch sowieso keiner, wenn keine leich' da ist von einem kind, das man zu tode geprügelt hat, vor dreissig oder vierzig oder fünfzig jahren, und wenn man die leich' hätt, wer könnte nach all der zeit, und sie wissen selber wie es weiter geht. und ein bisserl zeigen, wer der stärkere ist, das hat sowieso noch keinem kind geschadet.

so ist das. nur die harten kommen durch, und von denen nur zehn prozent.

danke für ihre aufmerksamkeit - das musste jetzt auch einmal sein.

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