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Mittwoch, 4. November 2009
von der kunst, einen yogi zu kaufen
kelef, 06:44h
es ist ja schon ziemlich lange her, aber ich kann mich noch immer sehr gut daran erinnern.
meine tochter war so um die acht jahre alt, und hatte - es tut mir noch immer in die seele hinein weh - viel zu viel kontakt mit der frau, die mich geboren hatte. daran konnte man zu diesem zeitpunkt nichts mehr ändern, irgendwie wäre es ja auch nicht wirklich möglich gewesen dem kind zu erklären es hätte ausser der mutter überhaupt gar keine verwandten, nicht onkel noch tante oder so, aber wie man es macht macht man es falsch, manchmal.
die frau, die mich geboren hat - nennen wir sie der kürze halber ab nun: die böse frau - war eine in sich ziemlich gestörte person, und von einiger boshaftigkeit, man könnte auch sagen bösartigkeit. natürlich hatte sie noch ein paar andere schrauben locker, aber alles auf einmal kann man nicht aufschreiben.
jedenfalls war sie tunlichst bemüht, meine tochter gegen mich aufzubringen. jedes mittel war ihr dazu recht, von lügen, bestechungen, beschimpfungen, unterstellungen bis zu unterschlagungen.
ich meinerseits, viel zu lange fehler bei mir selbst suchend einerseits (wenn man als kind schon eingeredet bekommt dass man wertlos und dumm ist funktioniert das ja recht gut), andererseits aber auch an das gute im menschen glaubend und nicht begreifen wollend dass eine grossmutter dem enkelkind die mutter so schlechtmachen kann, und überhaupt und alldieweil, jedenfalls, ich wollte dem kind den kontakt nicht verbieten.
immer wieder warf mir die böse frau vor, ich ginge zu wenig auf die wünsche meiner tochter ein, nie bekäme die was sie sich wünschte, auch wenn es sich nur um kleinigkeiten wie eine schokolade hier oder eine kleine plastikfigur dort handle.
natürlich kreierte die böse frau auch eine geheimsprache, damit nur das enkelkind und sie selbst verstünden wovon die rede wäre. mein unverständnis wurde dann immer mit: du beschäftigst dich eben zu wenig mit deinem kind! oder ähnlichen freundlichkeiten geahndet.
nun, ich hatte mir einerseits beizeiten einen ziemlichen schutzpanzer zugelegt, und andererseits tut es ja ziemlich weh wenn man mindestens dreimal täglich den kopf gegen die tischplatte knallt und lenkt damit gut ab.
unter anderem lernte ich also die geheimsprache. uwe wurde bald als unterwäsche, folgerichtig uho als unterhose, uhe als unterhemd identifiziert. schoki war einfach als schokolade, nusu weniger einfach als nudelsuppe zu erkennen. dass die pallas von der oma keineswegs der griechischen mythologie, sondern als palatschinken der wiener küche zuzuordnen waren, und schnitzerl eine koseform für schnitzel war und keineswegs den unterschied zu grossen schnitzeln signalisierte, grüsa grüner salat war und so weiter und so fort, das beherrschte ich nach einer weile quasi im schlaf.
und es begab sich, dass weihnachten nahte, und ich in einem telefonat die böse frau, um ihren schimpftiradenfluss zu unterbrechen, fragte ob sie vielleicht irgendeinen besonderen wunsch des kindes zu erfüllen gedenke, weil es ja wenig sinn mache irgendwas doppelt zu schenken.
die böse frau dachte nach, holte tief atem und meinte dann böse: du kümmerst dich ja sowieso nie um das was sie will, dabei tät sie sich so freuen wenn du ihr einen gelben yogi kaufen tätest!!!
einen gelben yogi? frug ich, leicht verwundert.
ich sag ja, du kümmerst dich nicht um das was dein kind will, blablabla ...
nun, ein gelber yogi, also ich meine, nun ja, aber wenn es denn ein gelber yogi sein sollte, nun denn, soll sein. eigentlich dachte ich, das sei irgendsoeine spielfigur deren auftauchen in irgendwelchen schaufenstern oder werbungen oder was weiss ich wiederum an mir vorbeigegangen war. also aufgemacht.
was soll ich hier berichten. wochenlang latschte ich durch die gegend und befragte gott und die welt nach yogis, insbesondere gelben, gerne aber auch roten oder grünen, auch goldene oder weisse, und nein, keiner wusste was. spielzeuggeschäfte, konditoreien, buchhandlungen, spielegeschäfte, alles gab es dort, ausser yogis. noch nicht einmal in den damals recht häufigen indischen läden gab es auch nur einen einzigen yogi, nächtens wachte ich auf und machte mir die bittersten vorwürfe, so freuen würde sich das kind, und nicht einmal diesen einen, einzigen kleinen wunsch konnte ich ihr erfüllen. herr, lass einen gelben yogi vom himmel fallen, gottgläubig war ich ja immer, nur eben keiner kirche steuerpflichtig, und gebete halfen ja manchmal, aber was soll ich sagen: kein yogi.
das kind, gut präpariert von der bösen frau, antwortete auf eine vorsichtige frage nach yogis mit einem freundlichen: die oma hat schon gesagt dass du dumm bist, nicht einmal das weisst du.
danke, böse frau, dachte ich, und schloss sie in mein abendgebet ein: herr, lass mich einen yogi finden, und lass die böse frau unter einen autobus geraten.
nichts passierte. kein autobus, kein yogi.
irgendwann - weihnachten näherte sich immer mehr - fasste ich mir ein herz und kontaktierte die böse frau fernhallophonisch.
hämisch warf sie mir verschiedenes ins ohr, von unverständnis für meine tochter, zu wenig wissen was diese sich wirklich wünsche, in welcher welt ich eigentlich lebte, und dass ich immer nur an mich selber denken würde.
was, in aller welt, hat es mit dem yogi für eine bewandtnis, böse frau? frug ich zum wiederholten male, nunmehr schon leicht schluchzend, die stirn in bewährter manier gegen die schreibtischplatte schlagend, von konvulsivischen zuckungen geplagt.
du bist so deppert! sagte die böse frau schliesslich voller genugtuung. das ist doch unsere geheimsprachenabkürzung für vanillejoghurt, den in der gelben packung.
danke vielmals. ich liebe abkürzungen immer noch.
p.s.: das kind hat mich übrigens niemals, wenn ich nach irgendwelchen essenswünschen fragte, um ein vanillejoghurt gebeten. niemals nicht.
meine tochter war so um die acht jahre alt, und hatte - es tut mir noch immer in die seele hinein weh - viel zu viel kontakt mit der frau, die mich geboren hatte. daran konnte man zu diesem zeitpunkt nichts mehr ändern, irgendwie wäre es ja auch nicht wirklich möglich gewesen dem kind zu erklären es hätte ausser der mutter überhaupt gar keine verwandten, nicht onkel noch tante oder so, aber wie man es macht macht man es falsch, manchmal.
die frau, die mich geboren hat - nennen wir sie der kürze halber ab nun: die böse frau - war eine in sich ziemlich gestörte person, und von einiger boshaftigkeit, man könnte auch sagen bösartigkeit. natürlich hatte sie noch ein paar andere schrauben locker, aber alles auf einmal kann man nicht aufschreiben.
jedenfalls war sie tunlichst bemüht, meine tochter gegen mich aufzubringen. jedes mittel war ihr dazu recht, von lügen, bestechungen, beschimpfungen, unterstellungen bis zu unterschlagungen.
ich meinerseits, viel zu lange fehler bei mir selbst suchend einerseits (wenn man als kind schon eingeredet bekommt dass man wertlos und dumm ist funktioniert das ja recht gut), andererseits aber auch an das gute im menschen glaubend und nicht begreifen wollend dass eine grossmutter dem enkelkind die mutter so schlechtmachen kann, und überhaupt und alldieweil, jedenfalls, ich wollte dem kind den kontakt nicht verbieten.
immer wieder warf mir die böse frau vor, ich ginge zu wenig auf die wünsche meiner tochter ein, nie bekäme die was sie sich wünschte, auch wenn es sich nur um kleinigkeiten wie eine schokolade hier oder eine kleine plastikfigur dort handle.
natürlich kreierte die böse frau auch eine geheimsprache, damit nur das enkelkind und sie selbst verstünden wovon die rede wäre. mein unverständnis wurde dann immer mit: du beschäftigst dich eben zu wenig mit deinem kind! oder ähnlichen freundlichkeiten geahndet.
nun, ich hatte mir einerseits beizeiten einen ziemlichen schutzpanzer zugelegt, und andererseits tut es ja ziemlich weh wenn man mindestens dreimal täglich den kopf gegen die tischplatte knallt und lenkt damit gut ab.
unter anderem lernte ich also die geheimsprache. uwe wurde bald als unterwäsche, folgerichtig uho als unterhose, uhe als unterhemd identifiziert. schoki war einfach als schokolade, nusu weniger einfach als nudelsuppe zu erkennen. dass die pallas von der oma keineswegs der griechischen mythologie, sondern als palatschinken der wiener küche zuzuordnen waren, und schnitzerl eine koseform für schnitzel war und keineswegs den unterschied zu grossen schnitzeln signalisierte, grüsa grüner salat war und so weiter und so fort, das beherrschte ich nach einer weile quasi im schlaf.
und es begab sich, dass weihnachten nahte, und ich in einem telefonat die böse frau, um ihren schimpftiradenfluss zu unterbrechen, fragte ob sie vielleicht irgendeinen besonderen wunsch des kindes zu erfüllen gedenke, weil es ja wenig sinn mache irgendwas doppelt zu schenken.
die böse frau dachte nach, holte tief atem und meinte dann böse: du kümmerst dich ja sowieso nie um das was sie will, dabei tät sie sich so freuen wenn du ihr einen gelben yogi kaufen tätest!!!
einen gelben yogi? frug ich, leicht verwundert.
ich sag ja, du kümmerst dich nicht um das was dein kind will, blablabla ...
nun, ein gelber yogi, also ich meine, nun ja, aber wenn es denn ein gelber yogi sein sollte, nun denn, soll sein. eigentlich dachte ich, das sei irgendsoeine spielfigur deren auftauchen in irgendwelchen schaufenstern oder werbungen oder was weiss ich wiederum an mir vorbeigegangen war. also aufgemacht.
was soll ich hier berichten. wochenlang latschte ich durch die gegend und befragte gott und die welt nach yogis, insbesondere gelben, gerne aber auch roten oder grünen, auch goldene oder weisse, und nein, keiner wusste was. spielzeuggeschäfte, konditoreien, buchhandlungen, spielegeschäfte, alles gab es dort, ausser yogis. noch nicht einmal in den damals recht häufigen indischen läden gab es auch nur einen einzigen yogi, nächtens wachte ich auf und machte mir die bittersten vorwürfe, so freuen würde sich das kind, und nicht einmal diesen einen, einzigen kleinen wunsch konnte ich ihr erfüllen. herr, lass einen gelben yogi vom himmel fallen, gottgläubig war ich ja immer, nur eben keiner kirche steuerpflichtig, und gebete halfen ja manchmal, aber was soll ich sagen: kein yogi.
das kind, gut präpariert von der bösen frau, antwortete auf eine vorsichtige frage nach yogis mit einem freundlichen: die oma hat schon gesagt dass du dumm bist, nicht einmal das weisst du.
danke, böse frau, dachte ich, und schloss sie in mein abendgebet ein: herr, lass mich einen yogi finden, und lass die böse frau unter einen autobus geraten.
nichts passierte. kein autobus, kein yogi.
irgendwann - weihnachten näherte sich immer mehr - fasste ich mir ein herz und kontaktierte die böse frau fernhallophonisch.
hämisch warf sie mir verschiedenes ins ohr, von unverständnis für meine tochter, zu wenig wissen was diese sich wirklich wünsche, in welcher welt ich eigentlich lebte, und dass ich immer nur an mich selber denken würde.
was, in aller welt, hat es mit dem yogi für eine bewandtnis, böse frau? frug ich zum wiederholten male, nunmehr schon leicht schluchzend, die stirn in bewährter manier gegen die schreibtischplatte schlagend, von konvulsivischen zuckungen geplagt.
du bist so deppert! sagte die böse frau schliesslich voller genugtuung. das ist doch unsere geheimsprachenabkürzung für vanillejoghurt, den in der gelben packung.
danke vielmals. ich liebe abkürzungen immer noch.
p.s.: das kind hat mich übrigens niemals, wenn ich nach irgendwelchen essenswünschen fragte, um ein vanillejoghurt gebeten. niemals nicht.
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Montag, 26. Oktober 2009
leadership behaviour V
kelef, 18:10h
damit hier niemand glaubt, ich hab eine tatzen-affinität, nein, es geht auch woanders nicht anders:
schauen sie sich doch bei der stationären aufnahme einmal das an: http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299, und lesen sie doch bitte gerne auch die wenigen (hahaha) kommentare dort. und die folgenden geschichten. und die links. und überhaupt sehr, sehr viele geschichten dort. über sehr, sehr viele themen.
wie ich schon schrub: es ist egal, wo man hinschaut. mit redlichem vorgehen hat man da wenig auf dem hut gehabt - und redliches vorgehen wäre es wohl auch, wenn man vor einem bericht oder einer tv-sendung erst einmal ordentlich recherchiert oder recherchieren lässt. und zwar bitte nicht von reportern, sondern von journalisten die was vom thema verstehen.
und ganz insbesonders tät ich mir das wünschen, wenn es um die gesundheit, also leib und leben der menschen geht. aber, und das muss in diesem zusammenhang auch einmal gesagt sein: die jungen reporter, die sind ja gesund und kregel, die geht das alles erst in zwanzig jahren was an, nicht wahr. bis dahin trifft es höchstens die erbtant, und die ist, mit verlaub, sowieso schon senil, sonst wär sie nämlich nicht mehr die erbtant sondern nur mehr die alte tant. und die betroffenen, die leser und die zuschauer, die kennen die reporter ja nicht persönlich, also ist die gefahr, eine aufs auge zu kriegen, auch relativ gering. und wenn: dann schalten die einfach einen rechtsanwalt ein, versicherung haben die ja, und machen schnell zweimal ordentlich kohle: mit dem schmerzensgeld und dem neuen bericht.
schauen sie sich doch bei der stationären aufnahme einmal das an: http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299, und lesen sie doch bitte gerne auch die wenigen (hahaha) kommentare dort. und die folgenden geschichten. und die links. und überhaupt sehr, sehr viele geschichten dort. über sehr, sehr viele themen.
wie ich schon schrub: es ist egal, wo man hinschaut. mit redlichem vorgehen hat man da wenig auf dem hut gehabt - und redliches vorgehen wäre es wohl auch, wenn man vor einem bericht oder einer tv-sendung erst einmal ordentlich recherchiert oder recherchieren lässt. und zwar bitte nicht von reportern, sondern von journalisten die was vom thema verstehen.
und ganz insbesonders tät ich mir das wünschen, wenn es um die gesundheit, also leib und leben der menschen geht. aber, und das muss in diesem zusammenhang auch einmal gesagt sein: die jungen reporter, die sind ja gesund und kregel, die geht das alles erst in zwanzig jahren was an, nicht wahr. bis dahin trifft es höchstens die erbtant, und die ist, mit verlaub, sowieso schon senil, sonst wär sie nämlich nicht mehr die erbtant sondern nur mehr die alte tant. und die betroffenen, die leser und die zuschauer, die kennen die reporter ja nicht persönlich, also ist die gefahr, eine aufs auge zu kriegen, auch relativ gering. und wenn: dann schalten die einfach einen rechtsanwalt ein, versicherung haben die ja, und machen schnell zweimal ordentlich kohle: mit dem schmerzensgeld und dem neuen bericht.
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Freitag, 23. Oktober 2009
leadership behaviour IV
kelef, 18:10h
oder "die kaufmännische redlichkeit ist den meisten menschen abhanden gekommen"
nun ist ja an meiner erziehung einiges sehr merkwürdig gewesen, ich sehe es ein und lebe mit den folgen, aber ein paar dinge waren doch nicht so schlecht.
zum beispiel: wenn du butter auf dem kopf hast, stell dich in die mitte des raumes, hände an die (nichtvorhandene) hosennaht und sprich langsam und deutlich: "ich weiss, dass ich strafe verdient habe, und bitte um eine gehörige solche."
wenn man das prinzip einmal behirnt hat, ist das eine sehr gute methode mit fehlern welcher art auch immer umzugehen. man nimmt dem gegner den wind aus den segeln, muss nicht verstecken spielen, braucht nicht dümmlich herumlügen und kann ganz ungeniert um hilfe bei der beseitigung des problems ersuchen. ganz nebenbei schläft man auch noch wesentlich besser, hat weitaus weniger stress und: wird glaubwürdiger, weil irgendwann das umfeld, wie dumm es auch sein mag, behirnt hat dass man immer so reagiert. ergo hat man ein leichteres leben, muss sich keine erfundenen geschichten merken, gerät nicht in verdacht etwas vertuscht zu haben, und so weiter und so fort. letztlich sind wir alle menschen, und machen entsprechend eben auch fehler.
was mich an der tatzen-geschichte immer noch so fasziniert ist, dass die leute dort offensichtlich nüsse ahnung haben von der möglichkeit eines derartigen vorgehens. dass sie die negativ-pr nicht vorhergesehen haben ist ja schon schlimm genug, bestätigt aber letztlich nur eine althergebrachte meinung über juristen, denn: Ludwig Thoma: „Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand“ (aus der Kurzgeschichte „Der Vertrag“ über den königlichen Landgerichtsrat Alois Eschenberger). da hat sich also nix geändert.
aber anstatt schadensbegrenzung zu üben, sich hinzustellen und zu sagen: "bullshit, das hätten wir nicht tun sollen, sorry, reden wir doch einmal öffentlich darüber, kommet auf unsere kosten und setzen wir uns hin bei kaffee und kuchen und sprechen über die sache", da wird halbherzig und proforma herumgekackt und die sache nur noch schlimmer und schlimmer gemacht.
und wie publikumswirksam wäre ein derartiges vorgehen doch! wie schön, wenn frau hobbybastlerin ihre stickvorlagen für katzenpfoten um € 3.50.-- (oder wie viel auch immer) kurz vor weihnachten weiterverkaufen dürfte. denn, seien wir uns ehrlich, reich wird die hobbybastlerin sicher nicht mit solchen dingen, so fleissig kann sie gar nicht sein. und katzentatzen kann man mit hundetatzen sowieso nicht verwechseln, so wie man mardertatzen und hundetatzen nicht verwechseln kann, und auch nicht die abdrücke der diesen.
sowieso scheint mir auch ein kleiner haken im markenrecht zu sein, denn ein logo zu schützen ist eine sache, aber ein derart althergebrachtes motiv wie pfotenabdrücke in einem derartigen ausmass zu schützen ist meiner meinung nach eine andere, da sollte man wohl auch ein wenig gesunden menschenverstand walten lassen. wie verhält es sich denn eigentlich mit blättern, blüten, getreide, kaffeebohnen etc.?
und wie, um alles in der welt, sollte wer auch immer, der seine katze mit gefärbten pfoten über ein stück stoff laufen lässt und die flecken dann in eine stickdatei umarbeitet auf die idee kommen, bei dem inhaber eines wolfstatzen-logos anzufragen, ob die juristen dort eine verwechslungs- oder verwässerungsgefahr sehen?
ganz toll aber wäre es ja aber, wenn der leader der branche sowas sagte wie:"wissen sie was, ich geb ihnen für die katzentatzen so und so viel, und sie machen das nie wieder, und ich mach dafür eine sonderedition mit fünfhundert leiberln mit ihren katzentatzen, und verkaufe die überteuert, und die hälfte vom gewinn spenden wir dann gemeinsam in einer grossangelegten aktion irgendeinem wolfsprojekt in deutschland, was halten sie davon?" nur zum beispiel.
hach, was würden presse und internetz jubeln über derartige töne, und der leader käme ganz ohne weitere bemühungen zu einer kostenlosen pr-kampagne sondergleichen.
aber dazu müsste man wohl ein wenig hausverstand, selbstsicherheit, benehmen und kinderstube haben, und überhaupt eier in der hose. und ein wenig ahnung von pr, und davon, wie die welt funktioniert.
am meisten aber verunsichert es mich, dass dieses merkwürdige verhalten nicht allein bei dieser und ähnlichen firmen zu finden ist, sondern generell als eine art lifestyle einzug in das menschliche miteinander - oder vielmehr neben- bzw. gegeneinander - gefunden hat. egal ob in firmen, familien oder politik: mit redlichkeit hat das alles nix zu tun, und eigentlich auch nicht mir geschäft. übrig bleibt nur ein schaler nachgeschmack nach rechthaberei, uneinsichtigkeit, korinthenkackerei und, man verzeihe mir, sagenhafter ignoranz.
nun ist ja an meiner erziehung einiges sehr merkwürdig gewesen, ich sehe es ein und lebe mit den folgen, aber ein paar dinge waren doch nicht so schlecht.
zum beispiel: wenn du butter auf dem kopf hast, stell dich in die mitte des raumes, hände an die (nichtvorhandene) hosennaht und sprich langsam und deutlich: "ich weiss, dass ich strafe verdient habe, und bitte um eine gehörige solche."
wenn man das prinzip einmal behirnt hat, ist das eine sehr gute methode mit fehlern welcher art auch immer umzugehen. man nimmt dem gegner den wind aus den segeln, muss nicht verstecken spielen, braucht nicht dümmlich herumlügen und kann ganz ungeniert um hilfe bei der beseitigung des problems ersuchen. ganz nebenbei schläft man auch noch wesentlich besser, hat weitaus weniger stress und: wird glaubwürdiger, weil irgendwann das umfeld, wie dumm es auch sein mag, behirnt hat dass man immer so reagiert. ergo hat man ein leichteres leben, muss sich keine erfundenen geschichten merken, gerät nicht in verdacht etwas vertuscht zu haben, und so weiter und so fort. letztlich sind wir alle menschen, und machen entsprechend eben auch fehler.
was mich an der tatzen-geschichte immer noch so fasziniert ist, dass die leute dort offensichtlich nüsse ahnung haben von der möglichkeit eines derartigen vorgehens. dass sie die negativ-pr nicht vorhergesehen haben ist ja schon schlimm genug, bestätigt aber letztlich nur eine althergebrachte meinung über juristen, denn: Ludwig Thoma: „Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand“ (aus der Kurzgeschichte „Der Vertrag“ über den königlichen Landgerichtsrat Alois Eschenberger). da hat sich also nix geändert.
aber anstatt schadensbegrenzung zu üben, sich hinzustellen und zu sagen: "bullshit, das hätten wir nicht tun sollen, sorry, reden wir doch einmal öffentlich darüber, kommet auf unsere kosten und setzen wir uns hin bei kaffee und kuchen und sprechen über die sache", da wird halbherzig und proforma herumgekackt und die sache nur noch schlimmer und schlimmer gemacht.
und wie publikumswirksam wäre ein derartiges vorgehen doch! wie schön, wenn frau hobbybastlerin ihre stickvorlagen für katzenpfoten um € 3.50.-- (oder wie viel auch immer) kurz vor weihnachten weiterverkaufen dürfte. denn, seien wir uns ehrlich, reich wird die hobbybastlerin sicher nicht mit solchen dingen, so fleissig kann sie gar nicht sein. und katzentatzen kann man mit hundetatzen sowieso nicht verwechseln, so wie man mardertatzen und hundetatzen nicht verwechseln kann, und auch nicht die abdrücke der diesen.
sowieso scheint mir auch ein kleiner haken im markenrecht zu sein, denn ein logo zu schützen ist eine sache, aber ein derart althergebrachtes motiv wie pfotenabdrücke in einem derartigen ausmass zu schützen ist meiner meinung nach eine andere, da sollte man wohl auch ein wenig gesunden menschenverstand walten lassen. wie verhält es sich denn eigentlich mit blättern, blüten, getreide, kaffeebohnen etc.?
und wie, um alles in der welt, sollte wer auch immer, der seine katze mit gefärbten pfoten über ein stück stoff laufen lässt und die flecken dann in eine stickdatei umarbeitet auf die idee kommen, bei dem inhaber eines wolfstatzen-logos anzufragen, ob die juristen dort eine verwechslungs- oder verwässerungsgefahr sehen?
ganz toll aber wäre es ja aber, wenn der leader der branche sowas sagte wie:"wissen sie was, ich geb ihnen für die katzentatzen so und so viel, und sie machen das nie wieder, und ich mach dafür eine sonderedition mit fünfhundert leiberln mit ihren katzentatzen, und verkaufe die überteuert, und die hälfte vom gewinn spenden wir dann gemeinsam in einer grossangelegten aktion irgendeinem wolfsprojekt in deutschland, was halten sie davon?" nur zum beispiel.
hach, was würden presse und internetz jubeln über derartige töne, und der leader käme ganz ohne weitere bemühungen zu einer kostenlosen pr-kampagne sondergleichen.
aber dazu müsste man wohl ein wenig hausverstand, selbstsicherheit, benehmen und kinderstube haben, und überhaupt eier in der hose. und ein wenig ahnung von pr, und davon, wie die welt funktioniert.
am meisten aber verunsichert es mich, dass dieses merkwürdige verhalten nicht allein bei dieser und ähnlichen firmen zu finden ist, sondern generell als eine art lifestyle einzug in das menschliche miteinander - oder vielmehr neben- bzw. gegeneinander - gefunden hat. egal ob in firmen, familien oder politik: mit redlichkeit hat das alles nix zu tun, und eigentlich auch nicht mir geschäft. übrig bleibt nur ein schaler nachgeschmack nach rechthaberei, uneinsichtigkeit, korinthenkackerei und, man verzeihe mir, sagenhafter ignoranz.
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