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Dienstag, 21. Juli 2009
lecker werbung
kelef, 09:32h
dass "lecker" für mich ein reizwort ist, habe ich ja schon mehrfach kund und zu wissen getan: http://gastgeberin.blogger.de/stories/460564/
aber es scheint immer mehr um sich zu greifen, eine wortpandemie vermutlich. hört man sich so im tv (mit dem schauen hab ichs im moment ja nicht so) in den filmpausen die werbung an: kaum etwas das nicht lecker ist.
soll der konsument darauf dressiert werden beim wort lecker zu sabbern wie ein pawlowscher hund? kann man etwas, das nicht lecker ist, nicht essen? ist die bezeichnung lecker eine garantie für höheren ab- und umsatz?
identifizierte beispiele gibt es ja jede menge: hundefutter, katzefutter, vogelfutter, fleisch, wurst, käse und verschiedene süssigkeiten, milchprodukte und obst, alkoholische und nicht alkoholische getränke, die ganze palette der nahrungsmittelindustrieprodukte rauf und runter quasi. sogar ein waschmittel wurde mit "riecht lecker" beworben.
besonders lecker: unilever-produkte. da ist nichts unlecker. sogar auf der deutschen homepage hat diese firma produktbeschreibungen, bei denen zu einem einzigen produkt auf einer viertelseite text zweimal das wort lecker vorkommt.
überhaupt ist alles lecker, oder schmeckt lecker, was, wie ich bereits früher auszuführen mich nicht enthalten konnte, ja keinerlei rückschlüsse über den geschmack eines produktes zulässt. ausser dem schluss, dass die werbeagentur erstens vermutlich in vielen fällen ein und dieselbe ist, was bei einem konzern ja irgendwie verständlich wäre, und zweitens - was ich jetzt nicht so verständlich finde - den in diesen werbeagenturen tätigen creatives kein anderes wort einfällt, für was eigentlich? oder haben die einfach die vorgabe, soundosviele worte pro artikel von sich geben zu müssen, und wenn ihnen nix mehr einfällt schreiben sie eben noch ein paar mal "lecker" in den text?
handelt es sich vielleicht aber doch um ein höchst verdächtiges und bedenkliches vorgehen, und sollen die konsumenten tatsächlich auf einzelne worte konditioniert werden, um so das kaufverhalten beeinflussen zu können?
kann man produkte nicht anders beschreiben als mit "lecker"? das heisst ja eigentlich - so ich mich nicht irre, korrigieren sie mich gerne - doch nichts anderes als dass das produkt der person, die es gerade beschreibt, geschmeckt hat. und wem was schmeckt ist mir, soferne ich die betreffende person nicht gerade zum essen eingeladen habe, eigentlich ziemlich powidl, wurscht, egal, gleichgültig und überhaupt.
schliessen kann ich persönlich für mich selbst aus "lecker" gar nichts. allerdings wurde mein kaufverhalten bereits entscheidend geleckerprägt: was auch immer mit "lecker" beworben wird, kaufe ich nicht. und was soll ich ihnen sagen: ich leb noch immer, und das essen schmeckt mir. auch die hier ansässigen tiere kriegen nix was lecker ist, und was soll ich ihnen sagen: denen geht es allen gut.
vor jahren schon alterierte ich mich einmal in der fabrick über die unverhältnismässig gehäufte anwendung des wortes, und bekam sofort einen rüffel. das sei ganz korrekt, meinte die aus belgien stammende kollegin, die anglistik studiert und nach österreich geheiratet hat, weil, die holländer sagen ja auch "ein lecker mädchen". das sei eben ein positives universalwort. na dann.
aber es scheint immer mehr um sich zu greifen, eine wortpandemie vermutlich. hört man sich so im tv (mit dem schauen hab ichs im moment ja nicht so) in den filmpausen die werbung an: kaum etwas das nicht lecker ist.
soll der konsument darauf dressiert werden beim wort lecker zu sabbern wie ein pawlowscher hund? kann man etwas, das nicht lecker ist, nicht essen? ist die bezeichnung lecker eine garantie für höheren ab- und umsatz?
identifizierte beispiele gibt es ja jede menge: hundefutter, katzefutter, vogelfutter, fleisch, wurst, käse und verschiedene süssigkeiten, milchprodukte und obst, alkoholische und nicht alkoholische getränke, die ganze palette der nahrungsmittelindustrieprodukte rauf und runter quasi. sogar ein waschmittel wurde mit "riecht lecker" beworben.
besonders lecker: unilever-produkte. da ist nichts unlecker. sogar auf der deutschen homepage hat diese firma produktbeschreibungen, bei denen zu einem einzigen produkt auf einer viertelseite text zweimal das wort lecker vorkommt.
überhaupt ist alles lecker, oder schmeckt lecker, was, wie ich bereits früher auszuführen mich nicht enthalten konnte, ja keinerlei rückschlüsse über den geschmack eines produktes zulässt. ausser dem schluss, dass die werbeagentur erstens vermutlich in vielen fällen ein und dieselbe ist, was bei einem konzern ja irgendwie verständlich wäre, und zweitens - was ich jetzt nicht so verständlich finde - den in diesen werbeagenturen tätigen creatives kein anderes wort einfällt, für was eigentlich? oder haben die einfach die vorgabe, soundosviele worte pro artikel von sich geben zu müssen, und wenn ihnen nix mehr einfällt schreiben sie eben noch ein paar mal "lecker" in den text?
handelt es sich vielleicht aber doch um ein höchst verdächtiges und bedenkliches vorgehen, und sollen die konsumenten tatsächlich auf einzelne worte konditioniert werden, um so das kaufverhalten beeinflussen zu können?
kann man produkte nicht anders beschreiben als mit "lecker"? das heisst ja eigentlich - so ich mich nicht irre, korrigieren sie mich gerne - doch nichts anderes als dass das produkt der person, die es gerade beschreibt, geschmeckt hat. und wem was schmeckt ist mir, soferne ich die betreffende person nicht gerade zum essen eingeladen habe, eigentlich ziemlich powidl, wurscht, egal, gleichgültig und überhaupt.
schliessen kann ich persönlich für mich selbst aus "lecker" gar nichts. allerdings wurde mein kaufverhalten bereits entscheidend geleckerprägt: was auch immer mit "lecker" beworben wird, kaufe ich nicht. und was soll ich ihnen sagen: ich leb noch immer, und das essen schmeckt mir. auch die hier ansässigen tiere kriegen nix was lecker ist, und was soll ich ihnen sagen: denen geht es allen gut.
vor jahren schon alterierte ich mich einmal in der fabrick über die unverhältnismässig gehäufte anwendung des wortes, und bekam sofort einen rüffel. das sei ganz korrekt, meinte die aus belgien stammende kollegin, die anglistik studiert und nach österreich geheiratet hat, weil, die holländer sagen ja auch "ein lecker mädchen". das sei eben ein positives universalwort. na dann.
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Samstag, 18. Juli 2009
ende einer ära
kelef, 10:02h
zoran, der kellner aus unserem stammbeisl, geht zurück nach serbien, nach über zehn jahren unentwegter hege und pflege der gäste und -innen.
eigentlich ist er damals ja nach österreich auf besuch gekommen, dann kam der krieg, und da war das dann irgendwie nicht so sinnvoll mit dem wieder-nach-hause-fahren, weil der liebe zoran ja sowieso ein pazifist ist.
musste er also irgendwas arbeiten, und wenn man eine entfernte verwandtschaft hat, die ein lokal hat, dann wird man eben kellner. mittlerweile ist er übrigens ein ausgezeichneter welcher, er wuchs an seinen aufgaben, und fragte auch gerne immer wieder nach tipps und tricks.
im übrigen ist der liebe zoran eines der wirklich guten beispiele für integration: geht doch wenn man will.
zoran wollte. anfangs, wenn so am nachmittag wenig zu tun war, sass er gerne am tisch mit einer österreichischen oder deutschen zeitung und einem dicken wörterbuch, und lernte vokabel und grammatik. das sei eine sehr vernünftige methode um nicht nur die sprache an sich zu erlernen, sonden auch den sprachschatz zu erweitern (in allen sprachen), sich mit einem teil der kultur des landes vertraut zu machen (teil? frage ich. na ja, grinste er, das ist gerade die kronenzeitung, und dann les' ich noch die bild - das ist ein ziemlich kleiner teil der kultur, und von was für einer noch dazu, oder?).
wenn er irgendwie zeit fand - gearbeitet hat er immer sehr viel - dann schaute er sich ein wenig museum oder irgendwelche sehenwürdigkeiten an - wenn ich hier leb', dann muss ich das doch tun, sagte er dazu.
ein wenig unwirsch wurde er manchmal, wenn neue gäste das übliche ausländer-kauderwelsch sprachen, es war ihm lieber man machte ihn auf fehler aufmerksam und korrigierte ihn. besonders hartnäckige fälle von grammatikalischen feinheiten schrieb er sich auch schon einmal auf einen zettel, nach dem dritten mal falsch ist das ja peinlich, meinte er.
ärgern tat er sich auch, wenn er in irgendwelchen nachrichten- oder wissenschaftssendungen im tv begriffe zu ohren bekam die er nicht verstand und auch in keinem wörterbuch so schnell fand: aufschreiben und fragen ging aber immer.
in der zwischenzeit ist sein deutsch übrigens fast makellos, und mit sicherheit überdurschnittlich gut sowohl in bezug auf wortschatz als auch grammatik, und zwar in wort und schrift.
nie haben wir den zoran unfreundlich, übellaunig oder unhöflich erlebt. immer war er sauber und adrett anzusehen, auch nach vielen stunden arbeit - und wenn er zwischendurch dreimal das hemd wechseln musste. wie kämen denn die gäste dazu.
manchmal - nach längeren hochzeits-, geburtstags- oder anderen feiern war er ein wenig müde und ersuchte um nachsicht mit seinem reduzierten allgemeinzustand.
er wusste, wer was wann wie trinken oder essen wollte, und machte auch immer wieder vorschläge wie: du isst doch gerne ..., da wär noch was da vom tagesteller. er plauderte nur ganz wenig aus dem nähkästchen und hüllte sich gerne in diskretes stillschweigen oder höfliche umschreibungen.
nie hat er auch nur ansatzweise anstalten gemacht, mit einer der alleinstehenden gästinnen, die fallweise immer wieder wiederkamen, anzubandeln.
sonderwünsche wurden stets gerne und umgehend erfüllt, auch wenn sie wenig orthodox erschienen.
auch frau hunt hatte ein besonderes verhältnis zu ihm: zoran war der beste frisches-wasser-bringer ever. frau hunt sitzt ja sommers gerne im schanigarten und schaut sich die leut' an nach einem spaziergang. und nach einem spaziergang hat die dame durst. nachdem ich eine hohe, nicht leicht in handtaschen oder unter jacken zu transportierende wasserschüssel gekauft und deponiert habe, kriegt sie natürlich frisches wasser aus ihrer eigenen schüssel. fremde hunde dürfen nur daraus trinken wenn sie nicht da ist. und immer reichte ein glubschäugiger blick und ein leichtes mit-der-zunge-über-die-nase-fahren, und der zoran kam und brachte ihr ein glas frisches wasser, das in die jeweils vor ihre nase plazierten schüssel gegossen wurde, unter ihren strengen blicken. mit freundlich dankendem wedeln nahm sie dann umgehend ein paar zungenschläge, und legte sich zufrieden seufzend nieder.
auch reste von gekochtem rindfleisch oder gegrilltem fisch nahm sie gerne entgegen.
wenn jemand einen tisch bestellte, war klar wer welchen tisch wann warum bevorzugte, musste man nix sagen. im zweifelsfall wurde das publikum eben umarrangiert. für zoran machten die stammgäste das gerne.
wozu er damals eigentlich die matura gemacht hat und was er genaugenommen vorhatte im leben, daran kann er sich nicht mehr so genau erinnern, besser nicht darüber nachdenken.
alkohol trinkt er übrigens keinen, immer so wie die grossmutter ihm das aufgetragen hat: zum frühstück einen türkischen kaffee und einen kleinen slivovitz, wegen dem kreislauf und überhaupt der gesundheit, und dann nur wasser und saft. kein bier, kein wein, kein schnaps.
jetzt ist der zoran 38, seine mutter ist schwer herzkrank und er will sich um sie kümmern (sonst kriegt sie nie einen operationstermin), und irgendwie wollte er ja sowieso nur auf besuch nach österreich kommen, damals.
er hat ein kleines lokal in seinem heimatort, derzeit vermietet, das will er jetzt selber betreiben, seine freundin lebt auch dort, was er sonst noch vorhat? leben, meinte er, kinder machen, glücklich sein.
und so traurig es einerseits ist, für uns: soll sein, das mit dem leben und den kindern und dem glücklichsein. hat er sich verdient. wünschen wir ihm von herzen.
eigentlich ist er damals ja nach österreich auf besuch gekommen, dann kam der krieg, und da war das dann irgendwie nicht so sinnvoll mit dem wieder-nach-hause-fahren, weil der liebe zoran ja sowieso ein pazifist ist.
musste er also irgendwas arbeiten, und wenn man eine entfernte verwandtschaft hat, die ein lokal hat, dann wird man eben kellner. mittlerweile ist er übrigens ein ausgezeichneter welcher, er wuchs an seinen aufgaben, und fragte auch gerne immer wieder nach tipps und tricks.
im übrigen ist der liebe zoran eines der wirklich guten beispiele für integration: geht doch wenn man will.
zoran wollte. anfangs, wenn so am nachmittag wenig zu tun war, sass er gerne am tisch mit einer österreichischen oder deutschen zeitung und einem dicken wörterbuch, und lernte vokabel und grammatik. das sei eine sehr vernünftige methode um nicht nur die sprache an sich zu erlernen, sonden auch den sprachschatz zu erweitern (in allen sprachen), sich mit einem teil der kultur des landes vertraut zu machen (teil? frage ich. na ja, grinste er, das ist gerade die kronenzeitung, und dann les' ich noch die bild - das ist ein ziemlich kleiner teil der kultur, und von was für einer noch dazu, oder?).
wenn er irgendwie zeit fand - gearbeitet hat er immer sehr viel - dann schaute er sich ein wenig museum oder irgendwelche sehenwürdigkeiten an - wenn ich hier leb', dann muss ich das doch tun, sagte er dazu.
ein wenig unwirsch wurde er manchmal, wenn neue gäste das übliche ausländer-kauderwelsch sprachen, es war ihm lieber man machte ihn auf fehler aufmerksam und korrigierte ihn. besonders hartnäckige fälle von grammatikalischen feinheiten schrieb er sich auch schon einmal auf einen zettel, nach dem dritten mal falsch ist das ja peinlich, meinte er.
ärgern tat er sich auch, wenn er in irgendwelchen nachrichten- oder wissenschaftssendungen im tv begriffe zu ohren bekam die er nicht verstand und auch in keinem wörterbuch so schnell fand: aufschreiben und fragen ging aber immer.
in der zwischenzeit ist sein deutsch übrigens fast makellos, und mit sicherheit überdurschnittlich gut sowohl in bezug auf wortschatz als auch grammatik, und zwar in wort und schrift.
nie haben wir den zoran unfreundlich, übellaunig oder unhöflich erlebt. immer war er sauber und adrett anzusehen, auch nach vielen stunden arbeit - und wenn er zwischendurch dreimal das hemd wechseln musste. wie kämen denn die gäste dazu.
manchmal - nach längeren hochzeits-, geburtstags- oder anderen feiern war er ein wenig müde und ersuchte um nachsicht mit seinem reduzierten allgemeinzustand.
er wusste, wer was wann wie trinken oder essen wollte, und machte auch immer wieder vorschläge wie: du isst doch gerne ..., da wär noch was da vom tagesteller. er plauderte nur ganz wenig aus dem nähkästchen und hüllte sich gerne in diskretes stillschweigen oder höfliche umschreibungen.
nie hat er auch nur ansatzweise anstalten gemacht, mit einer der alleinstehenden gästinnen, die fallweise immer wieder wiederkamen, anzubandeln.
sonderwünsche wurden stets gerne und umgehend erfüllt, auch wenn sie wenig orthodox erschienen.
auch frau hunt hatte ein besonderes verhältnis zu ihm: zoran war der beste frisches-wasser-bringer ever. frau hunt sitzt ja sommers gerne im schanigarten und schaut sich die leut' an nach einem spaziergang. und nach einem spaziergang hat die dame durst. nachdem ich eine hohe, nicht leicht in handtaschen oder unter jacken zu transportierende wasserschüssel gekauft und deponiert habe, kriegt sie natürlich frisches wasser aus ihrer eigenen schüssel. fremde hunde dürfen nur daraus trinken wenn sie nicht da ist. und immer reichte ein glubschäugiger blick und ein leichtes mit-der-zunge-über-die-nase-fahren, und der zoran kam und brachte ihr ein glas frisches wasser, das in die jeweils vor ihre nase plazierten schüssel gegossen wurde, unter ihren strengen blicken. mit freundlich dankendem wedeln nahm sie dann umgehend ein paar zungenschläge, und legte sich zufrieden seufzend nieder.
auch reste von gekochtem rindfleisch oder gegrilltem fisch nahm sie gerne entgegen.
wenn jemand einen tisch bestellte, war klar wer welchen tisch wann warum bevorzugte, musste man nix sagen. im zweifelsfall wurde das publikum eben umarrangiert. für zoran machten die stammgäste das gerne.
wozu er damals eigentlich die matura gemacht hat und was er genaugenommen vorhatte im leben, daran kann er sich nicht mehr so genau erinnern, besser nicht darüber nachdenken.
alkohol trinkt er übrigens keinen, immer so wie die grossmutter ihm das aufgetragen hat: zum frühstück einen türkischen kaffee und einen kleinen slivovitz, wegen dem kreislauf und überhaupt der gesundheit, und dann nur wasser und saft. kein bier, kein wein, kein schnaps.
jetzt ist der zoran 38, seine mutter ist schwer herzkrank und er will sich um sie kümmern (sonst kriegt sie nie einen operationstermin), und irgendwie wollte er ja sowieso nur auf besuch nach österreich kommen, damals.
er hat ein kleines lokal in seinem heimatort, derzeit vermietet, das will er jetzt selber betreiben, seine freundin lebt auch dort, was er sonst noch vorhat? leben, meinte er, kinder machen, glücklich sein.
und so traurig es einerseits ist, für uns: soll sein, das mit dem leben und den kindern und dem glücklichsein. hat er sich verdient. wünschen wir ihm von herzen.
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Mittwoch, 8. Juli 2009
mit pflanzen reisen
kelef, 19:23h
früher - wir erinnern uns - war das ja ein problem mit ohne die eu, detto war das ein problem mit dem ostblock.
hamma ja alles nimmer. wenn man nun also die gar löbliche idee hat, die einem ans herz gewachsenen zimmerpflanzen z.b. bei einer übersiedlung mit sich nehmen zu wollen und sie nicht im mehr oder weniger feindlichen ausland dem verderb anheimstellen will, oder wenn man interfamiliär ableger verteilen möchte, oder wenn man eine pflanze in einem land findet in dem man gerade urlaub macht, und von der man meint man brauche die gar unbedingt, oder so oder wie oder was, wie geht das dann?
früher musste man, abhängig von der laune der zöllner, gesundheitsbeauftragten etc. ja damit rechnen, dass einem an der grenze die pflanzen aus den töppen gebeutelt , die wurzeln verbogen und die triebe abgebrochen würden.
nun stellte sich vor kurzem diese frage wieder einmal, multifaktoriell und multikulturell:
die schwester der einen freundin übersiedelt - sobald sie ihr haus verkauft hat - aus frankreich entweder nach budapest oder nach wien, und ein paar ihrer alten lieblinge sollen mit, ein paar zu den kindern nach belgien
die andere freundin kennt in polen einen gärtner, der die wundervollsten pflanzen hat, und zwar um einen spottpreis
und meinereins will ein paar ableger ins benachbarte deutschland übersiedeln
natürlich handelt es sich bei all diesen pflanzen um normale zimmerpflanzen, keineswegs irgenwo geschützte arten, das setzen wir ja einmal voraus.
frau kelef hat nix zu tun sonst, tippt also scheeläugig verschiedene nummern ins telefon und fragt mal nach.
der zoll in wien, der das wissen sollte, brauchte zwei tage um keine auskunft erteilen zu können, wie das mit den verschiedenen transportmitteln denn so sei - der zoll richte sich nach dem wert der pflanzen (wer den bestimmt, man weiss es nicht); giftig dürfen die nicht sein, und nicht unter artenschutz stehen; aber sonst?
die post und artverwandte hüllten sich in vornehmes desinteresse.
geholfen hat dann: der pensionierte zollbeamte, der aus dem handgelenk und quer über den wirtshaustisch wusste, dass es sich seit eu-zeiten um eine "verbringung innerhalb von eu-ländern" handle, die keinerlei reglements unterliege, sofern es sich eben um normale zimmerpflanzen handle, grösse egal.
geholfen hat dann - wie schon oft in solchen fällen - eine sehr freundliche dame beim pflanzencenter praskac, die ebenfalls aus dem handgelenk wusste: kein problem solange eben normale pflanzen, ich kriegte sogar noch verpackungstipps und einen schönen tag gewünscht.
letzte frage ging heute an den flughafen schwechat:
frau kelef: kann man zimmerpflanzen im handgepäck mitnehmen?
herr flughafen, angewidert: was für zimmerpflanzen?
frau kelef: ableger von orchideen.
herr flughafen: schnittblumen sind kein problem.
frau kelef: keine schnittblumen, pflanzenableger.
herr flughafen: wie soll den sowas ausschauen?
frau kelef: na ja, rot und grün und mit wurzeln?
herr flughafen: hahaha. ich verbind sie.
frau flughafen war dann aber wiederum sehr nett, kein problem meinte sie, sofern die ablegerchen nicht in wasser stünden (z.b. hydrokultur). in solchen fällen würde sie empfehlen, die pflanzen aus den gefässen zu nehmen und die wurzeln in feuchtes papier zu wickeln.
geht doch, in manchen fällen. vielen dank also an alle, die es wussten und weiterverraten haben, weil wir es jetzt nämlich alle wissen und somit niemand nix mehr passieren kann.
hamma ja alles nimmer. wenn man nun also die gar löbliche idee hat, die einem ans herz gewachsenen zimmerpflanzen z.b. bei einer übersiedlung mit sich nehmen zu wollen und sie nicht im mehr oder weniger feindlichen ausland dem verderb anheimstellen will, oder wenn man interfamiliär ableger verteilen möchte, oder wenn man eine pflanze in einem land findet in dem man gerade urlaub macht, und von der man meint man brauche die gar unbedingt, oder so oder wie oder was, wie geht das dann?
früher musste man, abhängig von der laune der zöllner, gesundheitsbeauftragten etc. ja damit rechnen, dass einem an der grenze die pflanzen aus den töppen gebeutelt , die wurzeln verbogen und die triebe abgebrochen würden.
nun stellte sich vor kurzem diese frage wieder einmal, multifaktoriell und multikulturell:
die schwester der einen freundin übersiedelt - sobald sie ihr haus verkauft hat - aus frankreich entweder nach budapest oder nach wien, und ein paar ihrer alten lieblinge sollen mit, ein paar zu den kindern nach belgien
die andere freundin kennt in polen einen gärtner, der die wundervollsten pflanzen hat, und zwar um einen spottpreis
und meinereins will ein paar ableger ins benachbarte deutschland übersiedeln
natürlich handelt es sich bei all diesen pflanzen um normale zimmerpflanzen, keineswegs irgenwo geschützte arten, das setzen wir ja einmal voraus.
frau kelef hat nix zu tun sonst, tippt also scheeläugig verschiedene nummern ins telefon und fragt mal nach.
der zoll in wien, der das wissen sollte, brauchte zwei tage um keine auskunft erteilen zu können, wie das mit den verschiedenen transportmitteln denn so sei - der zoll richte sich nach dem wert der pflanzen (wer den bestimmt, man weiss es nicht); giftig dürfen die nicht sein, und nicht unter artenschutz stehen; aber sonst?
die post und artverwandte hüllten sich in vornehmes desinteresse.
geholfen hat dann: der pensionierte zollbeamte, der aus dem handgelenk und quer über den wirtshaustisch wusste, dass es sich seit eu-zeiten um eine "verbringung innerhalb von eu-ländern" handle, die keinerlei reglements unterliege, sofern es sich eben um normale zimmerpflanzen handle, grösse egal.
geholfen hat dann - wie schon oft in solchen fällen - eine sehr freundliche dame beim pflanzencenter praskac, die ebenfalls aus dem handgelenk wusste: kein problem solange eben normale pflanzen, ich kriegte sogar noch verpackungstipps und einen schönen tag gewünscht.
letzte frage ging heute an den flughafen schwechat:
frau kelef: kann man zimmerpflanzen im handgepäck mitnehmen?
herr flughafen, angewidert: was für zimmerpflanzen?
frau kelef: ableger von orchideen.
herr flughafen: schnittblumen sind kein problem.
frau kelef: keine schnittblumen, pflanzenableger.
herr flughafen: wie soll den sowas ausschauen?
frau kelef: na ja, rot und grün und mit wurzeln?
herr flughafen: hahaha. ich verbind sie.
frau flughafen war dann aber wiederum sehr nett, kein problem meinte sie, sofern die ablegerchen nicht in wasser stünden (z.b. hydrokultur). in solchen fällen würde sie empfehlen, die pflanzen aus den gefässen zu nehmen und die wurzeln in feuchtes papier zu wickeln.
geht doch, in manchen fällen. vielen dank also an alle, die es wussten und weiterverraten haben, weil wir es jetzt nämlich alle wissen und somit niemand nix mehr passieren kann.
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