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Dienstag, 10. Februar 2009
frau kelef sucht arbeit III
kelef, 19:43h
nun denn, heute also war frau kelef bei der arbeitsfähigkeitsevaluierungsagentur, der medizinischen, die die evaluierungsergebnisse zwar auf das allerlieblichste irgendwem schickt, die betroffenen personen aber, so ebendiese sich nicht auf die hinterfüsse stellen, hoch aufrichten und unangenehme töne von sich geben, unaufgeklärt im dunkeln verrecken lässt.
die studierte psychologin in ebendieser agentur liess die pünktlich und tropfnass eingetroffene frau kelef einmal ordentlich warten, damit klar war wer das sagen hat. muss ja sein, und ausser frau kelef war gar niemand nicht dort, also versteht man das ja um so besser.
die gelernte psychologin (definitiv jünger als frau kelefs tochter) kam dann und wollte vorlesen, was auf den sechs zetteln mit angekreuzten kasteln zu lesen war. lesen kann frau kelef selber, und vorlesen kann sie schon überhaupt nicht leiden. als kind, da hätte sie das gerne gehabt, hat aber keiner gemacht, und seit sie selber lesen kann macht sie das auch.
frau kelef nimmt also das zettelkonvolut an sich, und muss auf den ersten blick feststellen dass hier bescheinigt wird dass sie den beruf, den sie bisher nicht ausübte, von nun an nicht mehr ausüben kann. grundsätzlich war ihr auch nicht ganz klar, wieso auf diesem zettel stund sie habe als aussendienstarbeiterin im innendienst gearbeitet, wurde aber umgehend dahingehend psychologisch belehrt, dass das medizinisches amtsdeutsch sei und ausserdem den tatsachen entspräche. das verstünde frau kelef eben nicht. ah ja.
was sie denn bisher gemacht habe? frau kelef erklärt, psychologin schaut erstaunt und meint, so einen beruf gäbe es ja gar nicht. der milde hinweis frau kelefs, immerhin könne man in österreich einen universitären abschluss für diesen beruf machen, wischte frau psychologin vom tisch mit den worten "da weiss ich aber nichts davon". schon möglich, meinte frau kelef.
ein paar andere, sagen wir einmal, ungereimtheiten wurden ebenfalls als medizinische fachtermini bezeichnet, allerdings schien frau kelef die kenntnis medizinischer fachterminologie der dame doch ein wenig suspekt, denn rezidivierend und chronisch sind definitiv nicht das gleiche, aber wer wird denn so kleinlich sein.
nach fünf minuten ward eine ältere sachbearbeiterin, eine hantige diesmal, herbeigerufen, die frau kelef erklärte sie müsse sich halt überlegen was sie tun wolle, arbeitsmässig und in zukunft. sie sie ja schon ziemlich alt, da sei das nicht so einfach. aber für eine halbtagsarbeit, eine anspruchslose, einfache handlangerdienste oder zuarbeiten oder so, da würde es schon noch reichen, halbtags. und das hirn soll ich dabei zu hause lassen? ja, meinte die psychologin, das ist ein guter weg.
frau kelef verbiss sich die frage danach, ob sie denn vielleicht psychologie studieren und dann in so einer arbeitsfähigkeitsevaluierungseinrichtung arbeiten solle, und verliess das amtsgebäude.
aber das internetz ist hilfreich, und kaum schaut frau kelef ein wenig herum, findet sie schon den idealen ausbildungsplatz, mit angeschlossener rehab, quasi: traumjob medizinjournalist. nach längstens einer woche wäre dann zudem auch noch ein weiteres problem der pseudo-medizinwelt in österreich und deutschland erledigt, und frau kelef könnte sich vor freudigen zuschriften und weiteren aufträgen nicht mehr retten. das wird am 23.03. thema eines gespräches mit dem zuständigen betreuer werden, so dieser gesund, anwesend und gesprächsbereit ist, was aber drei gleichzeitig vorauszusetzende grundbedingungen sind, die mit hoher wahrscheinlichkeit nicht erfüllt werden.
die studierte psychologin in ebendieser agentur liess die pünktlich und tropfnass eingetroffene frau kelef einmal ordentlich warten, damit klar war wer das sagen hat. muss ja sein, und ausser frau kelef war gar niemand nicht dort, also versteht man das ja um so besser.
die gelernte psychologin (definitiv jünger als frau kelefs tochter) kam dann und wollte vorlesen, was auf den sechs zetteln mit angekreuzten kasteln zu lesen war. lesen kann frau kelef selber, und vorlesen kann sie schon überhaupt nicht leiden. als kind, da hätte sie das gerne gehabt, hat aber keiner gemacht, und seit sie selber lesen kann macht sie das auch.
frau kelef nimmt also das zettelkonvolut an sich, und muss auf den ersten blick feststellen dass hier bescheinigt wird dass sie den beruf, den sie bisher nicht ausübte, von nun an nicht mehr ausüben kann. grundsätzlich war ihr auch nicht ganz klar, wieso auf diesem zettel stund sie habe als aussendienstarbeiterin im innendienst gearbeitet, wurde aber umgehend dahingehend psychologisch belehrt, dass das medizinisches amtsdeutsch sei und ausserdem den tatsachen entspräche. das verstünde frau kelef eben nicht. ah ja.
was sie denn bisher gemacht habe? frau kelef erklärt, psychologin schaut erstaunt und meint, so einen beruf gäbe es ja gar nicht. der milde hinweis frau kelefs, immerhin könne man in österreich einen universitären abschluss für diesen beruf machen, wischte frau psychologin vom tisch mit den worten "da weiss ich aber nichts davon". schon möglich, meinte frau kelef.
ein paar andere, sagen wir einmal, ungereimtheiten wurden ebenfalls als medizinische fachtermini bezeichnet, allerdings schien frau kelef die kenntnis medizinischer fachterminologie der dame doch ein wenig suspekt, denn rezidivierend und chronisch sind definitiv nicht das gleiche, aber wer wird denn so kleinlich sein.
nach fünf minuten ward eine ältere sachbearbeiterin, eine hantige diesmal, herbeigerufen, die frau kelef erklärte sie müsse sich halt überlegen was sie tun wolle, arbeitsmässig und in zukunft. sie sie ja schon ziemlich alt, da sei das nicht so einfach. aber für eine halbtagsarbeit, eine anspruchslose, einfache handlangerdienste oder zuarbeiten oder so, da würde es schon noch reichen, halbtags. und das hirn soll ich dabei zu hause lassen? ja, meinte die psychologin, das ist ein guter weg.
frau kelef verbiss sich die frage danach, ob sie denn vielleicht psychologie studieren und dann in so einer arbeitsfähigkeitsevaluierungseinrichtung arbeiten solle, und verliess das amtsgebäude.
aber das internetz ist hilfreich, und kaum schaut frau kelef ein wenig herum, findet sie schon den idealen ausbildungsplatz, mit angeschlossener rehab, quasi: traumjob medizinjournalist. nach längstens einer woche wäre dann zudem auch noch ein weiteres problem der pseudo-medizinwelt in österreich und deutschland erledigt, und frau kelef könnte sich vor freudigen zuschriften und weiteren aufträgen nicht mehr retten. das wird am 23.03. thema eines gespräches mit dem zuständigen betreuer werden, so dieser gesund, anwesend und gesprächsbereit ist, was aber drei gleichzeitig vorauszusetzende grundbedingungen sind, die mit hoher wahrscheinlichkeit nicht erfüllt werden.
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Montag, 9. Februar 2009
frau kelef sucht arbeit II
kelef, 19:40h
irgendwer von den amtlichen im vorigen beitrag angesprochenen stellen liest frau kelefs blog.
oder wie verstehen wir die tatsache, dass heute vormittag an der amtlich bestallten berufsgesundheitsevaluierungsstelle niemand da resp. zuständig war, hingegen am nachmittag das praktische bimmelte und auf das tonband gesprochen ward, dass die bewertung der gesundheitlichen zu- und umstände der frau kelef nunmehr fertig und bereits in der vorvorwoche an das ams geschickt worden sei.
sollte frau kelef interesse an einem abschlussgespräch haben, könne sie sich gerne mit der person sowieso unter der tel. nr. ehschonwissen ins einvernehmen setzen, wegen eines persönlichen termins.
frau kelef ruft umgehend zurück. am anderen ende der leitung ist nicht gleich ganz klar, wer hier spräche, frau kelef wiederholt ihren namen mehrfach. was ihr begehr sei? nun, man habe doch um rückruf gebeten, falls interesse .... ah ja.
morgen, 15.00 uhr.
was frau kelef nun aber wirklich auf die höchste palme zwischen hier und irgendwo jagt ist die tatsache, dass der "chef" der o.a. berufsgesundheitsbewertungsagentur die parole ausgegeben hat, dass die medizinischen befunde resp. die daraus folgenden bewertungen an das ams zu senden seien, OHNE dass der betroffenen person davon auch nur mitteilung gemacht wird. das heisst in anderen worten, man schickt frau kelef zum psychiater weil kein neurologe vorrätig ist, es wird ihr gesundheitszustand untersucht und bewertet, und das ergebnis wird dann einem, sagen wir einmal, medizinisch nicht unbedingt wirklich gebildeten menschen, der für die arbeitsmässige vermittlung der frau kelef als zuständig erachtet wird, zugesandt. mit welchen mitteln und wegen auch immer. der als zuständig erachtete gibt dann die unterlagen an eine ersatzperson weiter, die ebenso medizinisch gebildet ist wie der zuständige, was ja per se kein problem wäre, wenn da nicht die konsequenzen hinter dem vorhang lauerten.
die betroffene person, in diesem falle frau kelef, kann sich am ams gerne auch auf den bauch hauen und winselnd um einsicht in die offiziell sie betreffenden bewertungsunterlagen betteln: nix da. frau kelef soll sich mit der bewertungsagentur auseinandersetzen. die hingegen meinen, der zuständige vermittlungsagent am ams sei für die information der frau kelef zuständig. der aber hat keine zeit, und sien vertreter ist nicht zuständig.
frau kelef reist ja gerne quer durch wien wegen eines abschlussgespräches (wenn die bewertung aber schon verschickt ist, kann ja keineswegs mehr eine änderung/ergänzung/korrektur angebracht werden, aber natürlich gehen wir davon aus dass an derartigen stellen ausschliesslich menschen arbeiten die keineswegs irgendwann im leben einen fehler gemacht haben oder machen werden). was soll also das abschlussgespräch? das ersuchen, ihr doch einfach eine kopie der versandten unterlagen zugehen zu lassen, wurde abgelehnt, direkt könne ihr das nur der zuständige betreuer geben. dass der keine zeit habe und die vertretung das ablehne, weil eben nur der zuständige, das sei deren fehler und frau kelefs pech.
offenblieb auch die frage, wieso die bewertungsagentur die unterlagen nur mit einem abschlussgespräch herausrückt, das ams diese aber einfach so ausdrucken und verteilen kann (wenn das denn jemand kann und tut, und an wen auch immer diese unterlagen, von denen frau kelef keine ahnung hat, verteilt werden oder auch nicht). natürlich aber muss dazu gesagt werden, dass die verschwundenen paar milliönchen das vertrauen der frau kelef in derlei institutionen des staates sehr gefördert haben.
sie verstehen das nicht? welcome to the club.
wie auch immer, frau kelef hegt seit kurzem, eigentlich seit langem, ein tiefes misstrauen gegenüber dem datenschutz in solchen ämtern. dass aber derlei doch immerhin für das weitere leben der betroffenen person sehr essentielle unterlagen erst an irgendwen verschickt werden, und wenn dann quasi alles zu spät ist darf die betroffene person dann auch wissen was verschickt wurde, das erscheint frau kelef doch irgendwie, sagen wir einmal, ziemlich menschenverachtend. als wäre man entmündigt, minderwertige ware, oder sonstiger abfall.
frau kelef also wird morgen der sache auf den grund gehen, sie dürfen gespannt sein. sollte frau kelef in einer besonders kurzärmeligen jacke auf dem gugelhupf (für nicht-wiener: in der zwangsjacke in der psychiatrie) landen, oder mit speziellen armbändern in einem kleinen raum zum nachdenken gezwungen, wird jemand verständigt werden der die notwendigen updates macht hier. wünschen sie mir glück.
oder wie verstehen wir die tatsache, dass heute vormittag an der amtlich bestallten berufsgesundheitsevaluierungsstelle niemand da resp. zuständig war, hingegen am nachmittag das praktische bimmelte und auf das tonband gesprochen ward, dass die bewertung der gesundheitlichen zu- und umstände der frau kelef nunmehr fertig und bereits in der vorvorwoche an das ams geschickt worden sei.
sollte frau kelef interesse an einem abschlussgespräch haben, könne sie sich gerne mit der person sowieso unter der tel. nr. ehschonwissen ins einvernehmen setzen, wegen eines persönlichen termins.
frau kelef ruft umgehend zurück. am anderen ende der leitung ist nicht gleich ganz klar, wer hier spräche, frau kelef wiederholt ihren namen mehrfach. was ihr begehr sei? nun, man habe doch um rückruf gebeten, falls interesse .... ah ja.
morgen, 15.00 uhr.
was frau kelef nun aber wirklich auf die höchste palme zwischen hier und irgendwo jagt ist die tatsache, dass der "chef" der o.a. berufsgesundheitsbewertungsagentur die parole ausgegeben hat, dass die medizinischen befunde resp. die daraus folgenden bewertungen an das ams zu senden seien, OHNE dass der betroffenen person davon auch nur mitteilung gemacht wird. das heisst in anderen worten, man schickt frau kelef zum psychiater weil kein neurologe vorrätig ist, es wird ihr gesundheitszustand untersucht und bewertet, und das ergebnis wird dann einem, sagen wir einmal, medizinisch nicht unbedingt wirklich gebildeten menschen, der für die arbeitsmässige vermittlung der frau kelef als zuständig erachtet wird, zugesandt. mit welchen mitteln und wegen auch immer. der als zuständig erachtete gibt dann die unterlagen an eine ersatzperson weiter, die ebenso medizinisch gebildet ist wie der zuständige, was ja per se kein problem wäre, wenn da nicht die konsequenzen hinter dem vorhang lauerten.
die betroffene person, in diesem falle frau kelef, kann sich am ams gerne auch auf den bauch hauen und winselnd um einsicht in die offiziell sie betreffenden bewertungsunterlagen betteln: nix da. frau kelef soll sich mit der bewertungsagentur auseinandersetzen. die hingegen meinen, der zuständige vermittlungsagent am ams sei für die information der frau kelef zuständig. der aber hat keine zeit, und sien vertreter ist nicht zuständig.
frau kelef reist ja gerne quer durch wien wegen eines abschlussgespräches (wenn die bewertung aber schon verschickt ist, kann ja keineswegs mehr eine änderung/ergänzung/korrektur angebracht werden, aber natürlich gehen wir davon aus dass an derartigen stellen ausschliesslich menschen arbeiten die keineswegs irgendwann im leben einen fehler gemacht haben oder machen werden). was soll also das abschlussgespräch? das ersuchen, ihr doch einfach eine kopie der versandten unterlagen zugehen zu lassen, wurde abgelehnt, direkt könne ihr das nur der zuständige betreuer geben. dass der keine zeit habe und die vertretung das ablehne, weil eben nur der zuständige, das sei deren fehler und frau kelefs pech.
offenblieb auch die frage, wieso die bewertungsagentur die unterlagen nur mit einem abschlussgespräch herausrückt, das ams diese aber einfach so ausdrucken und verteilen kann (wenn das denn jemand kann und tut, und an wen auch immer diese unterlagen, von denen frau kelef keine ahnung hat, verteilt werden oder auch nicht). natürlich aber muss dazu gesagt werden, dass die verschwundenen paar milliönchen das vertrauen der frau kelef in derlei institutionen des staates sehr gefördert haben.
sie verstehen das nicht? welcome to the club.
wie auch immer, frau kelef hegt seit kurzem, eigentlich seit langem, ein tiefes misstrauen gegenüber dem datenschutz in solchen ämtern. dass aber derlei doch immerhin für das weitere leben der betroffenen person sehr essentielle unterlagen erst an irgendwen verschickt werden, und wenn dann quasi alles zu spät ist darf die betroffene person dann auch wissen was verschickt wurde, das erscheint frau kelef doch irgendwie, sagen wir einmal, ziemlich menschenverachtend. als wäre man entmündigt, minderwertige ware, oder sonstiger abfall.
frau kelef also wird morgen der sache auf den grund gehen, sie dürfen gespannt sein. sollte frau kelef in einer besonders kurzärmeligen jacke auf dem gugelhupf (für nicht-wiener: in der zwangsjacke in der psychiatrie) landen, oder mit speziellen armbändern in einem kleinen raum zum nachdenken gezwungen, wird jemand verständigt werden der die notwendigen updates macht hier. wünschen sie mir glück.
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frau kelef sucht arbeit I
kelef, 06:08h
frau kelef ist ja nun seit einigen monaten arbeitslos, wie wir wissen. politisch korrekt heisst das natürlich arbeitssuchend, wie wir ebenfalls wissen.
um den formalitäten genüge zu tun, den vorschriften zu entsprechen und vor allem, um eine sozialversicherung zu haben und die arbeitslosenunterstützung zu erhalten, meldet man sich solchenfalls in wien/mitteleuropa am arbeitsamt an. so geschehen am 31. juli 2008.
nach genauem studium der mitgebrachten unterlagen meinte die wirklich sehr freundliche und entgegenkommende dame, mit mir hätte sie grosse freude, aufgrund der 50% erwerbsunfähigkeit und der diversen wehwehchen sowie der besonderen anforderungen an den arbeitsplatz, aber auch wegen der ärztlichen bescheinigung, solange das linke oberlid über die halbe pupille hänge sei ein bildschirmarbeitsplatz nicht möglich, da sei sie, die sehr nette dame, nämlich nicht zuständig. da müsse ein sonderbetreuer betraut werden mit der arbeitsvermittlung. nun denne. termin für mitte september.
frau kelef erscheint dort wie bestellt, und der sehr nette herr w. schaut und liest und fragt und so weiter, meint, das oberlid hänge noch immer, ob man da nicht kurzfristig was dagegen tun könne. ja logisch, meint frau kelef, mit einem leukoplast raufkleben, macht aber erstens ein trockenes auge, und zweitens auch ein zugeschwollenes, wegen der allergie gegen die in pflaster enthaltenen klebstoffe (und das noch im gesicht, ich krieg schon die krätze bei einem pflaster auf den händen).
der sehr nette herr w. bedauerte dies sehr, und teilte feierlich mit, dann müsse er umgehend und jedenfalls eine arbeitsmedizinische bewertung einholen, ob frau kelef damit ein problem hätte. nein, natürlich nicht, meinte frau kelef, und lächelte milde. der termin ward auf der stelle vereinbart, für in der woche vor weihnachten, schneller ging das nicht.
in der zwischenzeit könne frau kelef ja ein wenig weiterbildung betreiben, zum beispiel englisch für anfänger. wenn sie meinen lebenslauf und die zeugnisse gelesen hätten, meinte frau kelef daraufhin, und zum lesen habe ich ihnen die ja gerade vorhin gegeben, dann hätten sie daraus aufs allertrefflichste erkennen können, dass ich ein halbes dolmetschstudium in englisch hinter mir habe, und ausserdem in den letzten 25 jahren unter anderem fachübersetzungen, thema medizin, gemacht habe. oh, meinte der herr w., also englisch können sie schon. ja, meinte frau kelef, ein wenig.
da gäbe es noch etwas, meinte herr w., man kann jetzt einen computerführerschein machen, das heisst aber nur so, da lernt man wie man mit einem computer umgeht. sehr fein, meinte frau kelef, aber wissen sie, wenn sie meinen lebenslauf, ... (siehe oben), dann wüssten sie, dass ich den computerführerschein schon seit ein paar jahren habe. und solange ich das linke oberlid über die halbe pupille hängen habe, ist alles was mit länger als eine stunde hinter dem bildschirm sitzen zu tun hat sowieso sinnlos, weil nach dieser stunde hängt mir das linke oberlid über die ganze pupille, und das ist dann doch ziemlich störend.
es wurde dann noch ein kurs gefunden, zu dem man frau kelef schicken konnte, nämlich so ein allround-kurs-vorschlag wo man lernt wie man sich vor- und wieder wegstellt, einen lebenslauf schreibt, interkulturelle kommunikation, normen und werte, etc. kennenlernen kann. ist dringend notwendig für jemanden, der zwanzig jahre lang in internationalen konzernen gearbeitet hat und lauter ausländische kollegen hatte.
frau kelef sagte aber brav zu, vorausgesetzt, sie könne auf den angebotenen sesseln dort dann sitzen. leider hatte frau kelef an den betreffenden zwei tagen aber einen höllischen custer-kopfschmerz-anfall und musste also durch abwesenheit glänzen.
ab oktober war der nette herr w. krank, man konnte ihn nicht einmal über den grund des fernbleibens informieren, die ersatzzuständigen verteilten jeweils zu den vorgeschriebenen terminen einen anwesenheitsstempel und gut.
im anschreiben des arbeitsamtes steht übrigens, dass man versuchen wolle für frau kelef eine stelle als kaufmännische büroangestellte zu finden. hallo? frau kelef und kaufmännische büroangestellte? ob man das berichtigen könne? kann nur der herr w., der ist der betreuer von frau kelef, und krank. bleibt also stehen.
frau kelef bemüht sich auch selber um eine neue arbeitsstelle, aber leider ist das, was sie bis jetzt gemacht hat eine ziemlich medizinische oder mit medizin(ern) verbundene sache, und hat sehr viel mit genauigkeit, internationalen datenbanken, marginal auch mit korrekturlesen zu tun, was alles nicht mit diesem verd... hängenden oberlid zu vereinbaren ist, weil immer wieder buchstaben zu einem fleck zu verschwimmen scheinen und dann statt dreiecksständer drecksständer (werbeplakate anlässlich der wahlen) gelesen wird, oder mg statt mcg (also milligramm statt microgramm), und 3 und 6 und 8 und 9 schauen auch ziemlich gleich aus, so wird das nix. nicht einmal lügen geht, weil, in den möglicherweise als potenzielle arbeitgeber ins auge zu fassenden firmen sitzen aus gegebenem anlass sehr viele mediziner, und denen genügt ein blick um zu sehen dass ... (siehe oben). auch die arthritisch verbogenen fingerchen sind so gut wie nicht zu verstecken, es sei denn, man setzt sich drauf, das kommt aber auch nicht sooo gut.
die untersuchung im dezember war interessant, weil, kaum die tür des zimmers, in das frau kelef bestellt war, öffnend, frau kelef einen heftigen asthmaanfall kriegte. die damen - es war ja kurz vor weihnachten - die darin residierten hatten mehrere verschiedene duftöllämpchen angeheizt und probierten gerade ein paar verschiedene parfüms aus. danke vielmals. nach einer halben stunde konnte frau kelef dann ihren begehr vorbringen und wurde ins wartezimmer geschickt.
die frau doktor untersuchte frau kelef sehr gründlich, meinte, so was erlebe sie auch selten, weil bei frau kelef sei ja - verbrieft und besiegelt - an allen ecken und enden was im argen, sie täte ihr ja eigentlich richtig leid. und ob frau kelef was dagegen hätte, sich auch noch einer neurologischen untersuchung zu unterziehen, das sei eine heikle sache, weil es gäbe keinen neurologen sondern nur einen psychiater an dieser amtsstelle. frau kelef hat nix zu verbergen, und willigt ein.
vier tage später also wieder dort, am anderen ende von wien. pünktlich war doppelt unterstrichen vor der angegebenen uhrzeit, und also musste frau kelef nur eine stunde warten. der psychiater hatte einen zettel mit kasteln zum ankreuzen, und stellte die entsprechenden fragen: wie geht es ihnen? - beschissen, wenn ich eine stunde in einem überheizten gang mit ohne klimaanlage auf einem sessel, der mir fast das kreuz bricht, warten muss. - äh, ja, und sonst? - beschissen, wenn jemand sagt ich soll nicht so ein gesicht schneiden. - na ja, aber solche menschen sind ja eigentlich unter jeder kritik, wer sagt denn sowas? - mein bruder, dann hab ich ihn einen trottel genannt und seither reden wir nicht mehr miteinander. - sind sie oft aggressiv? - nur, wenn mich jemand grundlos ärgert und ich mich nicht umdrehen und gehen kann. - haben sie probleme mit alkohol? - ja. - JA? GUT? ERZÄHLEN SIE EINMAL! - na ja, wenn ich zuviel trinke, ist mir am nächsten tag totenübel. - äh? und was machen sie da? - ich trink einfach nicht zuviel. - nie? - ganz und gar nie. - äh ...
dann das übliche, rauschgift, selbstmord, medikamentenmissbrauch, alles nach liste hinterfragt und angekreuzelt. das auge, könne er sich vorstellen, sei aber nicht von der operation so sondern von einem schlaganfall. hat frau kelef aber keinen gehabt, tut sorry, ob sie sicher sei, ja, ist sie, ganz bestimmt. er könne sich aber vorstellen ... schon möglich, meint frau kelef. - was? - na, dass sie sich das vorstellen können. - ja? - ja.
nun, es ward also in der woche vor weihnachten weiter gekreuzelt, und man versprach frau kelef eine umgehende ausfertigung und zusendung der evaluierung ihres gesamtheitlichen gesundheitszustandes.
am vorigen freitag nun, frau kelef ist wie bestellt am arbeitsamte, und der nette herr w. sitzt tatsächlich wieder in seinem zimmer. das arbeitsmarktservice ist ja voll computerisiert, und also konnte der nette herr w. frau kelef glaubwürdig versichern, dass ihm die kollegenschaft, die ihn vertreten hatte, für ein und denselben tag für ein und dieselbe uhrzeit fünf klienten eingeteilt habe, und im übrigen so weiter im halbstundentakt, und das ginge ja nun gar nicht, was frau kelef auch verstand.
die karte der frau kelef, die die notwendigen stempel zu erfassen hat, wurde also an einen weiteren, sehr netten kollegen weitergegeben. der hat die evaluierung des kelefschen gesamtgesundheitszustandes zwar seit drei tagen im computer, kann frau kelef aber keine auskunft geben zu dieser thematik, das stünde ihm und ihr nicht zu. da sei höchstens der herr w., der aber keine zeit habe, weil erst seit drei tagen wieder da und überbelastet, möglicherweise zuständig. die arbeitsmedizinische bewertungsstelle werde das aber irgendwann einmal vielleicht sowieso direkt an frau kelef schicken, das begutachtungsschreiben. eine änderung von "kaufmännische büroangestellte" (wie um alles in der welt sind sie denn darauf gekommen, fragte frau kelef übrigens mehrfach. - na, das was sie gemacht haben kennen wir nur von autos. - wie bitte? - na ja, so ähnlich halt, und bei ihrer firma ist ja kollektivvertrag handel, deshalb. - na dann.). es seien für die arbeitssuche derzeit übrigens schwere zeiten, meinte der nette herr vertretung. dem konnte frau kelef zustimmen, besonders in einer branche, in der merger und zusätzlich entlassungen von nicht unter 10% der belegschaft an der tagesordnung sind, und hauptsächlich junge, kostengünstige arbeitskräfte gescuht werden, am liebsten über eine leiharbeitsfirma, da spart man sich dann die abfertigungen.
nächster termin: ende märz.
der versuch, fünf minuten vor zwölf (im wahrsten sinne des wortes) am freitag noch jemanden bei der arbeitsmedizinischen begutachtungsstelle zu erreichen, scheiterte kläglich.
aber es ist ja noch nicht aller tage abend, und als arbeitssuchende hat man ja sonst nix zu tun.
um den formalitäten genüge zu tun, den vorschriften zu entsprechen und vor allem, um eine sozialversicherung zu haben und die arbeitslosenunterstützung zu erhalten, meldet man sich solchenfalls in wien/mitteleuropa am arbeitsamt an. so geschehen am 31. juli 2008.
nach genauem studium der mitgebrachten unterlagen meinte die wirklich sehr freundliche und entgegenkommende dame, mit mir hätte sie grosse freude, aufgrund der 50% erwerbsunfähigkeit und der diversen wehwehchen sowie der besonderen anforderungen an den arbeitsplatz, aber auch wegen der ärztlichen bescheinigung, solange das linke oberlid über die halbe pupille hänge sei ein bildschirmarbeitsplatz nicht möglich, da sei sie, die sehr nette dame, nämlich nicht zuständig. da müsse ein sonderbetreuer betraut werden mit der arbeitsvermittlung. nun denne. termin für mitte september.
frau kelef erscheint dort wie bestellt, und der sehr nette herr w. schaut und liest und fragt und so weiter, meint, das oberlid hänge noch immer, ob man da nicht kurzfristig was dagegen tun könne. ja logisch, meint frau kelef, mit einem leukoplast raufkleben, macht aber erstens ein trockenes auge, und zweitens auch ein zugeschwollenes, wegen der allergie gegen die in pflaster enthaltenen klebstoffe (und das noch im gesicht, ich krieg schon die krätze bei einem pflaster auf den händen).
der sehr nette herr w. bedauerte dies sehr, und teilte feierlich mit, dann müsse er umgehend und jedenfalls eine arbeitsmedizinische bewertung einholen, ob frau kelef damit ein problem hätte. nein, natürlich nicht, meinte frau kelef, und lächelte milde. der termin ward auf der stelle vereinbart, für in der woche vor weihnachten, schneller ging das nicht.
in der zwischenzeit könne frau kelef ja ein wenig weiterbildung betreiben, zum beispiel englisch für anfänger. wenn sie meinen lebenslauf und die zeugnisse gelesen hätten, meinte frau kelef daraufhin, und zum lesen habe ich ihnen die ja gerade vorhin gegeben, dann hätten sie daraus aufs allertrefflichste erkennen können, dass ich ein halbes dolmetschstudium in englisch hinter mir habe, und ausserdem in den letzten 25 jahren unter anderem fachübersetzungen, thema medizin, gemacht habe. oh, meinte der herr w., also englisch können sie schon. ja, meinte frau kelef, ein wenig.
da gäbe es noch etwas, meinte herr w., man kann jetzt einen computerführerschein machen, das heisst aber nur so, da lernt man wie man mit einem computer umgeht. sehr fein, meinte frau kelef, aber wissen sie, wenn sie meinen lebenslauf, ... (siehe oben), dann wüssten sie, dass ich den computerführerschein schon seit ein paar jahren habe. und solange ich das linke oberlid über die halbe pupille hängen habe, ist alles was mit länger als eine stunde hinter dem bildschirm sitzen zu tun hat sowieso sinnlos, weil nach dieser stunde hängt mir das linke oberlid über die ganze pupille, und das ist dann doch ziemlich störend.
es wurde dann noch ein kurs gefunden, zu dem man frau kelef schicken konnte, nämlich so ein allround-kurs-vorschlag wo man lernt wie man sich vor- und wieder wegstellt, einen lebenslauf schreibt, interkulturelle kommunikation, normen und werte, etc. kennenlernen kann. ist dringend notwendig für jemanden, der zwanzig jahre lang in internationalen konzernen gearbeitet hat und lauter ausländische kollegen hatte.
frau kelef sagte aber brav zu, vorausgesetzt, sie könne auf den angebotenen sesseln dort dann sitzen. leider hatte frau kelef an den betreffenden zwei tagen aber einen höllischen custer-kopfschmerz-anfall und musste also durch abwesenheit glänzen.
ab oktober war der nette herr w. krank, man konnte ihn nicht einmal über den grund des fernbleibens informieren, die ersatzzuständigen verteilten jeweils zu den vorgeschriebenen terminen einen anwesenheitsstempel und gut.
im anschreiben des arbeitsamtes steht übrigens, dass man versuchen wolle für frau kelef eine stelle als kaufmännische büroangestellte zu finden. hallo? frau kelef und kaufmännische büroangestellte? ob man das berichtigen könne? kann nur der herr w., der ist der betreuer von frau kelef, und krank. bleibt also stehen.
frau kelef bemüht sich auch selber um eine neue arbeitsstelle, aber leider ist das, was sie bis jetzt gemacht hat eine ziemlich medizinische oder mit medizin(ern) verbundene sache, und hat sehr viel mit genauigkeit, internationalen datenbanken, marginal auch mit korrekturlesen zu tun, was alles nicht mit diesem verd... hängenden oberlid zu vereinbaren ist, weil immer wieder buchstaben zu einem fleck zu verschwimmen scheinen und dann statt dreiecksständer drecksständer (werbeplakate anlässlich der wahlen) gelesen wird, oder mg statt mcg (also milligramm statt microgramm), und 3 und 6 und 8 und 9 schauen auch ziemlich gleich aus, so wird das nix. nicht einmal lügen geht, weil, in den möglicherweise als potenzielle arbeitgeber ins auge zu fassenden firmen sitzen aus gegebenem anlass sehr viele mediziner, und denen genügt ein blick um zu sehen dass ... (siehe oben). auch die arthritisch verbogenen fingerchen sind so gut wie nicht zu verstecken, es sei denn, man setzt sich drauf, das kommt aber auch nicht sooo gut.
die untersuchung im dezember war interessant, weil, kaum die tür des zimmers, in das frau kelef bestellt war, öffnend, frau kelef einen heftigen asthmaanfall kriegte. die damen - es war ja kurz vor weihnachten - die darin residierten hatten mehrere verschiedene duftöllämpchen angeheizt und probierten gerade ein paar verschiedene parfüms aus. danke vielmals. nach einer halben stunde konnte frau kelef dann ihren begehr vorbringen und wurde ins wartezimmer geschickt.
die frau doktor untersuchte frau kelef sehr gründlich, meinte, so was erlebe sie auch selten, weil bei frau kelef sei ja - verbrieft und besiegelt - an allen ecken und enden was im argen, sie täte ihr ja eigentlich richtig leid. und ob frau kelef was dagegen hätte, sich auch noch einer neurologischen untersuchung zu unterziehen, das sei eine heikle sache, weil es gäbe keinen neurologen sondern nur einen psychiater an dieser amtsstelle. frau kelef hat nix zu verbergen, und willigt ein.
vier tage später also wieder dort, am anderen ende von wien. pünktlich war doppelt unterstrichen vor der angegebenen uhrzeit, und also musste frau kelef nur eine stunde warten. der psychiater hatte einen zettel mit kasteln zum ankreuzen, und stellte die entsprechenden fragen: wie geht es ihnen? - beschissen, wenn ich eine stunde in einem überheizten gang mit ohne klimaanlage auf einem sessel, der mir fast das kreuz bricht, warten muss. - äh, ja, und sonst? - beschissen, wenn jemand sagt ich soll nicht so ein gesicht schneiden. - na ja, aber solche menschen sind ja eigentlich unter jeder kritik, wer sagt denn sowas? - mein bruder, dann hab ich ihn einen trottel genannt und seither reden wir nicht mehr miteinander. - sind sie oft aggressiv? - nur, wenn mich jemand grundlos ärgert und ich mich nicht umdrehen und gehen kann. - haben sie probleme mit alkohol? - ja. - JA? GUT? ERZÄHLEN SIE EINMAL! - na ja, wenn ich zuviel trinke, ist mir am nächsten tag totenübel. - äh? und was machen sie da? - ich trink einfach nicht zuviel. - nie? - ganz und gar nie. - äh ...
dann das übliche, rauschgift, selbstmord, medikamentenmissbrauch, alles nach liste hinterfragt und angekreuzelt. das auge, könne er sich vorstellen, sei aber nicht von der operation so sondern von einem schlaganfall. hat frau kelef aber keinen gehabt, tut sorry, ob sie sicher sei, ja, ist sie, ganz bestimmt. er könne sich aber vorstellen ... schon möglich, meint frau kelef. - was? - na, dass sie sich das vorstellen können. - ja? - ja.
nun, es ward also in der woche vor weihnachten weiter gekreuzelt, und man versprach frau kelef eine umgehende ausfertigung und zusendung der evaluierung ihres gesamtheitlichen gesundheitszustandes.
am vorigen freitag nun, frau kelef ist wie bestellt am arbeitsamte, und der nette herr w. sitzt tatsächlich wieder in seinem zimmer. das arbeitsmarktservice ist ja voll computerisiert, und also konnte der nette herr w. frau kelef glaubwürdig versichern, dass ihm die kollegenschaft, die ihn vertreten hatte, für ein und denselben tag für ein und dieselbe uhrzeit fünf klienten eingeteilt habe, und im übrigen so weiter im halbstundentakt, und das ginge ja nun gar nicht, was frau kelef auch verstand.
die karte der frau kelef, die die notwendigen stempel zu erfassen hat, wurde also an einen weiteren, sehr netten kollegen weitergegeben. der hat die evaluierung des kelefschen gesamtgesundheitszustandes zwar seit drei tagen im computer, kann frau kelef aber keine auskunft geben zu dieser thematik, das stünde ihm und ihr nicht zu. da sei höchstens der herr w., der aber keine zeit habe, weil erst seit drei tagen wieder da und überbelastet, möglicherweise zuständig. die arbeitsmedizinische bewertungsstelle werde das aber irgendwann einmal vielleicht sowieso direkt an frau kelef schicken, das begutachtungsschreiben. eine änderung von "kaufmännische büroangestellte" (wie um alles in der welt sind sie denn darauf gekommen, fragte frau kelef übrigens mehrfach. - na, das was sie gemacht haben kennen wir nur von autos. - wie bitte? - na ja, so ähnlich halt, und bei ihrer firma ist ja kollektivvertrag handel, deshalb. - na dann.). es seien für die arbeitssuche derzeit übrigens schwere zeiten, meinte der nette herr vertretung. dem konnte frau kelef zustimmen, besonders in einer branche, in der merger und zusätzlich entlassungen von nicht unter 10% der belegschaft an der tagesordnung sind, und hauptsächlich junge, kostengünstige arbeitskräfte gescuht werden, am liebsten über eine leiharbeitsfirma, da spart man sich dann die abfertigungen.
nächster termin: ende märz.
der versuch, fünf minuten vor zwölf (im wahrsten sinne des wortes) am freitag noch jemanden bei der arbeitsmedizinischen begutachtungsstelle zu erreichen, scheiterte kläglich.
aber es ist ja noch nicht aller tage abend, und als arbeitssuchende hat man ja sonst nix zu tun.
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Sonntag, 1. Februar 2009
I cannot resist:
kelef, 17:09h
vielleicht sollte man sich auf die herstellung von t-shirts mit passendem aufdruck spezialisieren, wenn man vertrieb, marketing etc. mit einberechnet könnten da eine menge der geschassten pharma-mitarbeiter einen Job finden. zum beispiel wieder einmal:
http://www.zazzle.com/wyeth_pfired_shirt-235958650814887341
ich hätte da ja noch ein paar ideen: dart-scheiben mit den gesichtern unliebsamer ex-vorgesetzter, flaschen mit entsprechendem aufdruck als abschiedsgeschenke (mit hochprozentigem inhalt), auch urkunden oder schlichte und ergreifende hauspatschen (findet eh nie wieder einen job) könnte man sich vorstellen.
oder ein konvolut an vorgedruckten bewerbungsschreiben mit entsprechendem briefkopf und passendem aktenordner sowie schreibstift, gerne auch einen kalender in dem die tage arbeitslosenunterstützung- notstandshilfe-sozialamtsbezüge/hartz 4 schon voraus markiert sind.
für besonders depressive ex-mitarbeiter: ein totenhemd im neckischen ex-corporate-design oder gutscheine für 10% nachlass bei einer massenbeerdigung, wenn gar nichts mehr geht und alles fort ist. wäre manchen firmen durchaus zuzutrauen.
sweat-shirts mit entsprechenden aufdrucken wären auch nett, könnte man einen wettbewerb starten, jeder der an einem Tag zehn ex-pharma-mitarbeiter trifft und von denen auf einem entsprechenden formular eine unterschrift erhält kriegt dann von den betreffenden unternehmen ein mittagessen.
auch angedacht werden könnten vorgefasste schreiben an die diversen betroffenen banken - viele der jüngeren, nunmehr als arbeitssuchend zu bezeichnenden ex-mitarbeiter haben sich ja möglicherweise auf die angaben in den annoncen verlassen, international tätiges pharmaunternehmen und zukunftsweisend und expandierend und so, die leut' haben sich dann einen kredit aufgenommen und eine wohnung gekauft oder bauen ein haus, ahben kinder in die welt gesetzt die ernährt und zumindest im winter gekleidet werden wollen ich meine, die banken müssen ja dann wissen dass da keine kohle mehr kommt.
in ny, wird berichtet, gibt es derzeit den job der financial risk assessors quasi nicht mehr. da wäre mit sicherheit auch ein reiches betätigungsfeld zu finden. oder derlei für die autoindustrie, die banken, etc.
hach. wenn es mich nicht gäbe, müsste man mich erfinden. beim arbeitsamttermin am 06.02.2009 werde ich also einmal fragen, ob das amt mich bei der umsetzung einer derartigen kreativen und vor allem derzeit weltweit umsetzbaren geschäftsidee unterstützen tun taten täterte.
http://www.zazzle.com/wyeth_pfired_shirt-235958650814887341
ich hätte da ja noch ein paar ideen: dart-scheiben mit den gesichtern unliebsamer ex-vorgesetzter, flaschen mit entsprechendem aufdruck als abschiedsgeschenke (mit hochprozentigem inhalt), auch urkunden oder schlichte und ergreifende hauspatschen (findet eh nie wieder einen job) könnte man sich vorstellen.
oder ein konvolut an vorgedruckten bewerbungsschreiben mit entsprechendem briefkopf und passendem aktenordner sowie schreibstift, gerne auch einen kalender in dem die tage arbeitslosenunterstützung- notstandshilfe-sozialamtsbezüge/hartz 4 schon voraus markiert sind.
für besonders depressive ex-mitarbeiter: ein totenhemd im neckischen ex-corporate-design oder gutscheine für 10% nachlass bei einer massenbeerdigung, wenn gar nichts mehr geht und alles fort ist. wäre manchen firmen durchaus zuzutrauen.
sweat-shirts mit entsprechenden aufdrucken wären auch nett, könnte man einen wettbewerb starten, jeder der an einem Tag zehn ex-pharma-mitarbeiter trifft und von denen auf einem entsprechenden formular eine unterschrift erhält kriegt dann von den betreffenden unternehmen ein mittagessen.
auch angedacht werden könnten vorgefasste schreiben an die diversen betroffenen banken - viele der jüngeren, nunmehr als arbeitssuchend zu bezeichnenden ex-mitarbeiter haben sich ja möglicherweise auf die angaben in den annoncen verlassen, international tätiges pharmaunternehmen und zukunftsweisend und expandierend und so, die leut' haben sich dann einen kredit aufgenommen und eine wohnung gekauft oder bauen ein haus, ahben kinder in die welt gesetzt die ernährt und zumindest im winter gekleidet werden wollen ich meine, die banken müssen ja dann wissen dass da keine kohle mehr kommt.
in ny, wird berichtet, gibt es derzeit den job der financial risk assessors quasi nicht mehr. da wäre mit sicherheit auch ein reiches betätigungsfeld zu finden. oder derlei für die autoindustrie, die banken, etc.
hach. wenn es mich nicht gäbe, müsste man mich erfinden. beim arbeitsamttermin am 06.02.2009 werde ich also einmal fragen, ob das amt mich bei der umsetzung einer derartigen kreativen und vor allem derzeit weltweit umsetzbaren geschäftsidee unterstützen tun taten täterte.
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nebel des grauens
kelef, 01:34h
weil dieser tage diese geschichte nebel auf der autobahn doch ziemliche wellen schlug hier, erinnerte sich frau kelef wieder einmal an was.
anno dunnemals, als frau kelef in der schönen ddr arbeitete, da fuhren sie und m. so oft es ging nach wien, da frau kelefs tochter ja wegen schule und so bei der frau, die frau kelef geboren hatte, geblieben war. das kind bei dieser frau zu lassen war zwar einer der grössten fehler, um nicht zu sagen der grösste, den frau kelef je begangen hat in ihrem leben, aber das war damals nicht absehbar. vor allem aber war frau kelef damals noch sehr viel jünger als heute und hatte einfach noch zu viel glauben an verstecktes gutes im menschen, und so, und glaubte auch noch an dinge wie anstand und ehre. das legte sich aber mit zunehmendem alter.
von eisenhüttenstadt mussten wir damals über frankfurt/oder, dann richtung berlin, berliner ring, dann transit richtung hof, dort über die grenze, dann durch die brd, dann durch österreich. transit für die tschechoslowakei war zu kompliziert wegen der visa, also lange strecke fahren.
einmal - es muss uns der teufel geritten haben - beschlossen wir aber uns einen zusätzlichen urlaubstag zu genehmigen und die schwester von m., die in der nähe von hagen lebte, kurz zu besuchen, relativ besehen ja kein grosser umweg.
für heimreisen hatten wir einen mercedes 280 SE angeschafft, mit allem pipapo, vor allem aber mit einem reservetank (sprit in der ddr mit ostmark zahlen und dann mit ostbenzin die gesamte strecke fahren zu können hatte ja was), und sitzen aus einem 450-mercedes, bequemer als jede sitzgarnitur. in der ddr fuhren wir mit meinem alten lada, der allerdings für längere strecken nur als nierensteinentferner zu gebrauchen war, und wir hatten ja gar keine.
innerhalb der ddr galten damals 100 kmh, bei 135 kmh mussten ausländische arbeitskräfte wie wir das land innerhalb von 24 stunden verlassen, die geldstrafen durften zwar in ost bezahlt werden, waren aber bis zu 3.000.--, das war jetzt nicht unbedingt erstrebenswert.
meist hatten wir die arbeitsteilung: die disziplinierte frau kelef fährt ddr, m. fährt brd, österreich teilen wir uns.
an jenem tag, da wir also richtung hagen fuhren, hatte m. tags zuvor etwas gegessen das seinem zarten organismus gar nicht wohlgetan hatte, man könnte auch sagen, er hatte eine ziemliche magen-darm-verstimmung, höflich ausgedrückt. ergo fuhren wir ein wenig später weg, und frau kelef dann doch ein wenig schneller, so mit 120, was ja immer noch das auto ächzen liess, denn das war so ein tempo für eigentlich den dritten oder vierten gang (bloss nicht bremsen, immer nur auskuppeln und runterschalten wenn was verdächtiges unterwegs ist). der phantasiebegabte autofahrer kann sich vorstellen, dass ein paar hundert kilometer bei nacht auf einer fast leeren autobahn mit einem 280 SE bei diesem tempo anstrengender sind als so richtig gas geben. nun war aber bekannt, dass ddr-autobahnen keineswegs einer west-autobahn gleichzusetzen waren, da gab es wendestellen mitten auf der strecke, querverkehr, militärisches sperrgebiet auf beiden seiten, ganz und gar keine pannenstreifen oder bankette, gerne auch wildwechsel oder einfach ein schild "30 kmh hier jetzt und auf der stelle" (fünf meter dahinter war dann irgendwas, eine bodenwelle, ein 30 cm tiefes loch in der strasse, ein autowrack, oder eine baustelle, jedenfalls hatte das volksdemoktratische hier und jetzt IMMER einen guten grund). man fuhr also gewohnt aufmerksam und vorsichtig, stets einer kontrolle gewärtig oder eines sonstigen unliebsamen ereignisses.
die nacht war trocken, der himmel klar, der vollmond leuchtete vom himmel, und jede menge sterne waren zu sehen. natürlich hätte es frau kelef stutzig machen können dass auf der unbekannten strasse plötzlich weniger schlaglöcher waren als woanders üblich. es hätte frau kelef auch nachdenklich stimmen können, dass rechts und links schilder mit "militärischer sperrbezirk" standen. aber frau kelef war müde, konzentrierte sich auf die einhaltung der verkehrsregeln und hatte noch ein paar hundert kilometer vor sich, wie es aussah, denn der m. hatte endlich genug von den boxenstops, oder schlichtweg nichts mehr in sich, und schlief in dem zurückgelegten sitz neben frau kelef friedlich und ruhig. auch eine tafel mit "kurve nach rechts" liess nichts böses ahnen, frau kelf ging aber mal sicherheitshalber runter auf 80, und lenkte um die ecke.
nach 50 metern muss jemand ein leintuch über das auto geworfen haben, denn rundum war es draussen: weiss und undurchsichtig. sehr weiss. und sehr undurchsichtig. der mercedesstern auf der kühlerhaube (den wider erwarten noch keiner geklaut hatte) war unsichtbar. frau kelef also brachte das auto (das ja leer alleine schon über 1,6 tonnen hatte) zum stehen, letztlich etwas ruckartig, und atmete tief aus. während sie sich noch den angstschweiss von der stirn wischte wachte m. ebenso abrupt auf wie das auto stehengeblieben war, fuhr in die höhe, schnappte nach luft und sagte "scheisse. ich muss mal." er öffnete die wagentür, stieg aus und war weg. ich meine, so richtig weg. putsch bumm und fort. ein vorsichtiges tasten mittels regenschirm nach draussen brachte das ergebnis: links offensichtlich strasse, rechts offensichtlich nichts. wo war m.? wo, um alles in der welt, war m.? frau kelef stieg ebenfalls aus, tastete sich mit taschenlampe und regenschirm langsam um die karosse herum, sichtweite ungefähr 50 cm, alles weiss. es roch ein wenig merkwürdig. links, vorne, hinten: strasse. rechts aussen: ein loch in der landschaft. "m.?" nichts. "M:?". nichts. nach ein paar minuten: "ich bin da wo hinuntergefallen, in ein gebüsch. wirfst mir bitte eine taschenlampe und klopapier herunter?"
m. kam dann irgendwie wieder hoch, die taschenlampe war nur von mässigem nutzen, aber an frau kelefs lieblichem gefluche konnte er sich recht gut orientieren.
nach einiger zeit wurde der nebel weniger undurchdringlich, und wir bewegten uns im schritttempo mit eingeschalteter warnblinkanlage (die sowieso keiner sah) vorsichtig langsam weiter: frau kelef lenkte den wagen, der aus mehreren metern tiefe zerschunden und zerkratzt wieder aufgetauchte m. ging voraus und dirigierte. gott sei dank hatten wir mehrere taschenlampen mit (eigentlich für jemand besorgt und vergessen auszuladen, in so einem auto ist ja für vieles platz).
wir waren mitten in eine militärische übung geraten, der arbeitstitel der veranstaltung war vermutlich "vernebelt die westis" oder so ähnlich, soll dort öfter passiert sein ward unter der hand berichtet. eingeborene wussten darum, um ausländer war sowieso nicht schade. wäre frau kelef damals ein wenig schneller gefahren, oder weniger vorsichtig, oder einen halben meter weiter rechts, könnte dieser eintrag nicht mehr verfasst werden. beim lokalaugenschein ein paar wochen später musste sie nämlich feststellen, dass es da rechts nicht nur nach ein paar metern ein paar büsche gab, die den sehr sportlichen m. aufgefangen hatten, nein, da ging es dann noch ganz schön weiter hinunter, und in einem sich überschlagenden wagen mit zwei randvollen benzintanks ...
eigentlich sollte man ja nun annehmen, dass sowas gar nicht passieren kann. vor allem sollte man aber annehmen, dass die herstellung derartiger nebeldecken ausschliesslich in gebieten zulässig ist, die weit, weit weg von allen zivilisierten lebewesen sind. eigentlich könnte man sich auch vorstellen, dass z.b. auch eine viehherde, die jählings von einem solchen ereignis ereilt wird, irgendwie durchdreht.
stimmen, die meinen, das was da hier vor kurzem berichtet in den medien wurde über kunstnebel und bundesheerübung könne ja so nicht gewesen sein und da hätte sicher wer übertrieben, die mögen also bitte schweigen, freundlicherweise. frau kelef wird immer noch recht mulmig zu mute wenn vor dem fenster nebel ist.
anno dunnemals, als frau kelef in der schönen ddr arbeitete, da fuhren sie und m. so oft es ging nach wien, da frau kelefs tochter ja wegen schule und so bei der frau, die frau kelef geboren hatte, geblieben war. das kind bei dieser frau zu lassen war zwar einer der grössten fehler, um nicht zu sagen der grösste, den frau kelef je begangen hat in ihrem leben, aber das war damals nicht absehbar. vor allem aber war frau kelef damals noch sehr viel jünger als heute und hatte einfach noch zu viel glauben an verstecktes gutes im menschen, und so, und glaubte auch noch an dinge wie anstand und ehre. das legte sich aber mit zunehmendem alter.
von eisenhüttenstadt mussten wir damals über frankfurt/oder, dann richtung berlin, berliner ring, dann transit richtung hof, dort über die grenze, dann durch die brd, dann durch österreich. transit für die tschechoslowakei war zu kompliziert wegen der visa, also lange strecke fahren.
einmal - es muss uns der teufel geritten haben - beschlossen wir aber uns einen zusätzlichen urlaubstag zu genehmigen und die schwester von m., die in der nähe von hagen lebte, kurz zu besuchen, relativ besehen ja kein grosser umweg.
für heimreisen hatten wir einen mercedes 280 SE angeschafft, mit allem pipapo, vor allem aber mit einem reservetank (sprit in der ddr mit ostmark zahlen und dann mit ostbenzin die gesamte strecke fahren zu können hatte ja was), und sitzen aus einem 450-mercedes, bequemer als jede sitzgarnitur. in der ddr fuhren wir mit meinem alten lada, der allerdings für längere strecken nur als nierensteinentferner zu gebrauchen war, und wir hatten ja gar keine.
innerhalb der ddr galten damals 100 kmh, bei 135 kmh mussten ausländische arbeitskräfte wie wir das land innerhalb von 24 stunden verlassen, die geldstrafen durften zwar in ost bezahlt werden, waren aber bis zu 3.000.--, das war jetzt nicht unbedingt erstrebenswert.
meist hatten wir die arbeitsteilung: die disziplinierte frau kelef fährt ddr, m. fährt brd, österreich teilen wir uns.
an jenem tag, da wir also richtung hagen fuhren, hatte m. tags zuvor etwas gegessen das seinem zarten organismus gar nicht wohlgetan hatte, man könnte auch sagen, er hatte eine ziemliche magen-darm-verstimmung, höflich ausgedrückt. ergo fuhren wir ein wenig später weg, und frau kelef dann doch ein wenig schneller, so mit 120, was ja immer noch das auto ächzen liess, denn das war so ein tempo für eigentlich den dritten oder vierten gang (bloss nicht bremsen, immer nur auskuppeln und runterschalten wenn was verdächtiges unterwegs ist). der phantasiebegabte autofahrer kann sich vorstellen, dass ein paar hundert kilometer bei nacht auf einer fast leeren autobahn mit einem 280 SE bei diesem tempo anstrengender sind als so richtig gas geben. nun war aber bekannt, dass ddr-autobahnen keineswegs einer west-autobahn gleichzusetzen waren, da gab es wendestellen mitten auf der strecke, querverkehr, militärisches sperrgebiet auf beiden seiten, ganz und gar keine pannenstreifen oder bankette, gerne auch wildwechsel oder einfach ein schild "30 kmh hier jetzt und auf der stelle" (fünf meter dahinter war dann irgendwas, eine bodenwelle, ein 30 cm tiefes loch in der strasse, ein autowrack, oder eine baustelle, jedenfalls hatte das volksdemoktratische hier und jetzt IMMER einen guten grund). man fuhr also gewohnt aufmerksam und vorsichtig, stets einer kontrolle gewärtig oder eines sonstigen unliebsamen ereignisses.
die nacht war trocken, der himmel klar, der vollmond leuchtete vom himmel, und jede menge sterne waren zu sehen. natürlich hätte es frau kelef stutzig machen können dass auf der unbekannten strasse plötzlich weniger schlaglöcher waren als woanders üblich. es hätte frau kelef auch nachdenklich stimmen können, dass rechts und links schilder mit "militärischer sperrbezirk" standen. aber frau kelef war müde, konzentrierte sich auf die einhaltung der verkehrsregeln und hatte noch ein paar hundert kilometer vor sich, wie es aussah, denn der m. hatte endlich genug von den boxenstops, oder schlichtweg nichts mehr in sich, und schlief in dem zurückgelegten sitz neben frau kelef friedlich und ruhig. auch eine tafel mit "kurve nach rechts" liess nichts böses ahnen, frau kelf ging aber mal sicherheitshalber runter auf 80, und lenkte um die ecke.
nach 50 metern muss jemand ein leintuch über das auto geworfen haben, denn rundum war es draussen: weiss und undurchsichtig. sehr weiss. und sehr undurchsichtig. der mercedesstern auf der kühlerhaube (den wider erwarten noch keiner geklaut hatte) war unsichtbar. frau kelef also brachte das auto (das ja leer alleine schon über 1,6 tonnen hatte) zum stehen, letztlich etwas ruckartig, und atmete tief aus. während sie sich noch den angstschweiss von der stirn wischte wachte m. ebenso abrupt auf wie das auto stehengeblieben war, fuhr in die höhe, schnappte nach luft und sagte "scheisse. ich muss mal." er öffnete die wagentür, stieg aus und war weg. ich meine, so richtig weg. putsch bumm und fort. ein vorsichtiges tasten mittels regenschirm nach draussen brachte das ergebnis: links offensichtlich strasse, rechts offensichtlich nichts. wo war m.? wo, um alles in der welt, war m.? frau kelef stieg ebenfalls aus, tastete sich mit taschenlampe und regenschirm langsam um die karosse herum, sichtweite ungefähr 50 cm, alles weiss. es roch ein wenig merkwürdig. links, vorne, hinten: strasse. rechts aussen: ein loch in der landschaft. "m.?" nichts. "M:?". nichts. nach ein paar minuten: "ich bin da wo hinuntergefallen, in ein gebüsch. wirfst mir bitte eine taschenlampe und klopapier herunter?"
m. kam dann irgendwie wieder hoch, die taschenlampe war nur von mässigem nutzen, aber an frau kelefs lieblichem gefluche konnte er sich recht gut orientieren.
nach einiger zeit wurde der nebel weniger undurchdringlich, und wir bewegten uns im schritttempo mit eingeschalteter warnblinkanlage (die sowieso keiner sah) vorsichtig langsam weiter: frau kelef lenkte den wagen, der aus mehreren metern tiefe zerschunden und zerkratzt wieder aufgetauchte m. ging voraus und dirigierte. gott sei dank hatten wir mehrere taschenlampen mit (eigentlich für jemand besorgt und vergessen auszuladen, in so einem auto ist ja für vieles platz).
wir waren mitten in eine militärische übung geraten, der arbeitstitel der veranstaltung war vermutlich "vernebelt die westis" oder so ähnlich, soll dort öfter passiert sein ward unter der hand berichtet. eingeborene wussten darum, um ausländer war sowieso nicht schade. wäre frau kelef damals ein wenig schneller gefahren, oder weniger vorsichtig, oder einen halben meter weiter rechts, könnte dieser eintrag nicht mehr verfasst werden. beim lokalaugenschein ein paar wochen später musste sie nämlich feststellen, dass es da rechts nicht nur nach ein paar metern ein paar büsche gab, die den sehr sportlichen m. aufgefangen hatten, nein, da ging es dann noch ganz schön weiter hinunter, und in einem sich überschlagenden wagen mit zwei randvollen benzintanks ...
eigentlich sollte man ja nun annehmen, dass sowas gar nicht passieren kann. vor allem sollte man aber annehmen, dass die herstellung derartiger nebeldecken ausschliesslich in gebieten zulässig ist, die weit, weit weg von allen zivilisierten lebewesen sind. eigentlich könnte man sich auch vorstellen, dass z.b. auch eine viehherde, die jählings von einem solchen ereignis ereilt wird, irgendwie durchdreht.
stimmen, die meinen, das was da hier vor kurzem berichtet in den medien wurde über kunstnebel und bundesheerübung könne ja so nicht gewesen sein und da hätte sicher wer übertrieben, die mögen also bitte schweigen, freundlicherweise. frau kelef wird immer noch recht mulmig zu mute wenn vor dem fenster nebel ist.
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