Mittwoch, 5. Juli 2006
die habibis, aka zebrafinken,
haben übrigens wieder einmal kinder.

wenn die gerade ganz neu sind, bestechen sie - wie früher schon erwähnt - nicht eben durch schönheit, aber die mama-bibis und die papa-bibis sind immer ganz stolz auf die kleinen.

die ganze geschichte hier:

die eltern richten ein schönes, gemütliches nest ein, vorzugsweise gepolstert mit reiner baumwolle, hunde- und katzehaaren, und die mutter legt innerhalb von ein paar tagen vier bis fünf eier. vater und mutter beginnen aber oft schon am zweiten oder dritten tag zu brüten. daher sind im nest neben den eiern manchmal auch schon kleine babies.



bei guter ernährung - beide elterntiere füttern eifrig - wachsen die jungen sehr schnell



und können im alter von acht tagen schon ganz schön lärm machen:



mit elf tagen:



14 tage. man kann schon erkennen, dass das kleine vögelchen sein sollen:





wenn es dunkel wird in der stadt: alle erwachsenen: hopp auf's spriessl und gute nacht:



nur der vater und die mutter schlafen abwechselnd im nest bei den jungen, um sie zu wärmen.

ab und zu fällt auch einmal ein junges aus dem nest, dann brüllt die gesamte verwandtschaft förmlich das haus zusammen, bis der zwerg wieder eingesammelt und in das angestammte nest retourniert wurde.

die babies sind so winzig, dass man sie gar nicht angreifen kann, man muss sie ganz vorsichtig mit einem stückchen papier aufheben. liegen sie dann auf der handfläche, zappeln und rappeln sie wie kleine verzweigte würmchen.



mit drei wochen: noch ein wenig klein, und das mit dem richtigen federkleid und den schwungfedern und so dauert auch noch ein bisserl.

hier: brüderlein und schwesterlein, bei einem der ersten ausflüge - mehr hinunterflüge, eigentlich:



aber alleine fressen tun sie meistens schon, besonders dann, wenn das betteln nichts nützt und die alten meinen, jetzt lernt mal schön die selbstversorgung, wir werden ja auch nicht jünger, und ihr sitzt sowieso gerade im vollen.





junge dame mit stolzem papa:



so klein sie sind, wenn sie junge haben werden die erwachsenen fast aggressiv wenn man in den käfig greifen muss zum füttern und putzen, dann wird eben eine weile nicht so gründlich geputzt, schaut eh immer nach ein paar stunden aus wie in einem saustall - daher auch die bezeichnung dreckfink, nehme ich an.

der grosse, schwarze elegantkatz passt übrigens immer auf, dass die kleinen sich von anfang an gut benehmen:



reingetatzt hat er noch nie, der gute.

und, frau godany, ja, ich habe viele vögel.

und, frau vered, wenn sie die spatzenbilder bei frau pepa anschauen wissen sie, wieso ich über einen anderen fotoapparat nachdenken muss.

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Montag, 3. Juli 2006
integration geht anders - die fortsetzung
vorige woche war ja maturatreffen, und da frau kelef gesundheitsbedingt noch ein nachmittagsschläfchen nach dem hundausleeren nach dem einkaufen nach dem bürotag einlegen musste, um abends dann wach und fröhlich und so sein zu können, benötigten sie und die hunt nach dem hundausleeren nach dem schläfchen ein taxi, um an den ort des geschehens zu kommen.

was ja nun an und für sich nichts absonderliches wäre.

frau kelef und die hunt lustwandeln also froh und heiter richtung hundezone, damit die hunt alles notwendige erledigen kann, und dann weiter richtung taxistandplatz.

das erste taxi in der reihe wird angepeilt, frau kelef öffnet die hintere türe und will einsteigen.

da öffnet sich die fahrertür, ein strahlend weiss beturbanter kopf wird herausgestreckt und aus dem darunter befindlichen dunkelhäutigen gesicht werden zwischen blitzendweissen zähnen und dunklen lippen folgende worte herausgezischt:

"ich bin mohammedaner! ich nix führen hund!"

frau kelef schnappt nach luft, murmelt wenig christliches, denkt "hol dich der kuckuck!", und entert den nächsten wagen. der fahrer des diesen war ein echter wiener taxler, der nur meinte, ich solle mich nicht aufregen, die sikhs, die taxi fahren in wien, seien alle so. und ob ich die autonummer hätt, ich möcht mich doch bitte bei der innung beschweren, der ruf der taxler werde durch solcherlei verhalten nicht besser. und wenn der hund auf dem rücksitz sitzen wolle, wegen des hinausschauens, er hätte auch eine hundedecke im kofferraum, bitte schön. die hunt sitzt aber immer unten in fremden autos, das weiss sie, aber trotzdem herzlichen dank, herr taxifahrer.

frau kelef erzählt die geschichte beim treffen, ungläubiges staunen bei den damen. das hätt frau kelef doch sicherlich falsch verstanden, so was könne doch gar nicht sein nicht niemals nicht.

anschliessend mit der einen ex-schulkollegin, w., noch was trinken gegangen, dann einen spaziergang durch die innenstadt, durch die hofburg, richtung ring. nach mitternacht ist es in wien-mitteleuropa ja eher abenteuerlich mit den öffis, wir wohnen in der gleichen richtung, frau kelef allerdings sehr viel weiter weg, also wird beschlossen gemeinsam ein taxi zu nehmen.

wir wedeln und wacheln und winken, bis endlich eines stehen bleibt. wir gehen richtung taxi, da öffnet sich das fenster auf der fahrerseite, ein dunkles, afrikanisches gesicht schaut uns an, und zwischen blitzend weissen zähnen wird herausgezischt:

"ICH nix führen hund!"

w. - das ist die, die zwei jahre in china gearbeitet hat, und auch ansonsten beruflich in der ganzen welt herumgekommen ist - schaut frau kelef fassungslos an: "'entschuldige, aber jetzt glaub ich die geschichte mit dem sikh, obwohl, das da gerade glaub ich ja eigentlich nicht".

der nächste taxifahrer war pakistani, ebenfalls mohammedaner, und erklärte dann strahlend, die sikhs und die nigerianer seien eben so, hunde seien unrein für die, und hundebesitzer quasi keine menschen. weiters entschuldigte er sich für die beiden kollegen, und meinte, mit der integration mancher tät es wohl noch länger dauern, ein paar generationen oder so. und wollte noch kein trinkgeld nehmen, weil, es tät ihm leid wenn ein fahrgast an einem tag zwei solche erfahrungen hätte machen müssen.

und: nicht falsch verstehen hier. es ist mit sicherheit das gute recht eines jeden taxifahrers, die mitnahme von hunden abzulehnen. aus welchen gründen auch immer. oder zu verlangen, dass der zu transportierende köter einen rüsselverschluss trägt, und nicht auf den sitzen herumspringt oder - im fall deutscher doggen z.b. - dem fahrer ins genick sabbert.

aber es wäre nett, wenn die ablehnung anders formuliert würde, z.b. in worte wie "tut mir leid, ich bin gegen hunde allergisch", "entschuldigen sie, ich habe angst vor hunden", "mein chef erlaubt keine tiertransporte" oder sonstwas dergleichen. und es wäre nicht nur nett, es tät auch, bitteschön, das miteinander gar wesentlich erleichtern.

denn: es geht ja auch anders, wie man sieht.

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die wahl einer guten wohnadresse
ist besonders dann wichtig, wenn man gedenkt sich zu vermählen und kinder zu haben.

vater und mutter müssen da schon genau aufpassen, wo und wie man sich einrichtet.

bei meinem letzten besuch im cafe des hotel regina, hinter der votivkirche mit blick auf ebendiese, während eines tratscherls mit einer kollegin von der konkurrenz, konnte ich genau beobachten was z.b. spatzen da alles leisten müssen.

zuerst sucht man sich eine repräsentative fassade, mit futterplatz (kaffehausgarten direkt darunter, restaurantgarten um die ecke, überdacht, und man kann dort auch auf die tische hüpfen und betteln). windgeschützt und regensicher, katzensicher sowieso, also auf in die luftigen höhen, auf ca. 6 meter, wenn ich mich recht erinnere.

dann erfolgt eine genaue kontrolle der baulichen gegebenheiten, insbesondere des fundamentes:



herr spatz muss aufpassen dass keiner kommt, frau spatz kümmert sich derweilen um das interieur. beim antransport desselben muss man auch mal eine schöpferische pause machen, und ein wenig überlegen wie man das denn nun angehen soll (hans moser, in "der dienstmann": "wie nemmen mas denn?" - "über die schreamsn").



dann ein gekonnter anflug, mit dem riesenhalm im schnabel:



frau spatz ist gut gelandet, den baulichen tätigkeiten konnte leider nicht gefolgt werden.

besser als kino, sowas, die kollegin hatte genausoviel spass daran wie ich.

und ich brauche einen anderen fotoapparat, für solche bilder.

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Sonntag, 25. Juni 2006
maturatreffen, 35jähriges
am freitag abend.

etliche sind gekommen, einige haben sich entschuldigt, jedenfalls ein sehr netter weiberabend - wieso haben so viele leute bammel vor solchen veranstaltungen?

erstaunlich, wie die gesichter sich nicht verändert haben, ein paar falten sind dazugekommen seit dem letzten mal, ein paar tragen die weissen haare mit stolz, ein paar mit fassung, ein paar färben sie schon lange auf die ursprüngliche farbe zurück, das fällt dann auch nicht auf.

viele sehr früh geschlossene ehen sind dem vernehmen nach immer noch glücklich aufrecht, ein paar haben drei oder vier kinder, manche davon schon flügge.

ältestes enkelkind: zehn jahre

jüngste scheidung liegt fünf jahre zurück, jüngste trennung ein jahr

meiste enkelkinder: drei

mehrere lehrerinnen unter uns, eine gar schuldirektorin

bislang keine todesfälle (außer unter den lehrkräften)

eine schwere krankheit (ms)


und hier noch ein paar zitate:

die psychiaterin über ihren sohn: der bub ist wahrscheinlich die größte liebe meines lebens - aber zusammenleben kann ich mit ihm unmöglich

die frau des filmproduzenten über ihre ehe: die ist wahrscheinlich so gut gegangen, weil er so oft längere zeit nicht da war. einen mann, der jeden abend um fünf aus dem büro nach hause kommt, hätt ich nicht ausgehalten.

die frau des apothekers über ihre ehe: das ist schön, wenn man mit dem ehemann zusammen arbeiten kann.

die lehrerin: na, schuldirektorin wollt' ich nicht sein.

die schuldirektorin: na, lehrerin wollt' ich nicht mehr sein.

b.über sich: ich schau meiner mutter immer ähnlicher. steh ich einmal im vorzimmer, ziemlich verschlafen, schau in den spiegel, sag ich zu mir: mama, bist du da?

e. über ihre 4 kinder: geheiratet wird der reihe nach, zuerst die ältere tochter, dann die jüngere, und wenn die unter der haube sind die buben, so wie sich das gehört.

w.: natürlich hab ich chinesisch gelernt wie ich in china gearbeitet hab, ich wollt' mich ja unterhalten können.

in fünf jahren treffen wir uns wieder, wenn nicht früher.

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