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Sonntag, 7. Mai 2006
sonntag
kelef, 19:24h
und geburtstag, und den tag damit begonnen die seelenmesse für den sohn einer freundin zu besuchen. fast, zumindest, weil weihrauch bei frau kelef leider heftige asthmaanfälle hervorruft, und sie daher der messe nur durch die glastür folgen konnte.
ein schöner, kluger junger mann, aus bester familie, halb so alt wie frau kelef. begabt und liebenswürdig. elend, elendiges.
die menschen angesehen, die da waren, manche mit tränen in den augen, manche versteinert und mit der starren haltung derer, denen man schon als kind das haltung bewahren um jeden preis beigebracht hat.
dabei ein wenig mit dem lieben gott gehadert, der manchmal doch nicht so gerecht ist wie frau kelef so oft behauptet. vielleicht lädt er aber auch nur jede menge ballast denen auf die schultern, die es aushalten. stellvertretend für die anderen.
selten soviel mitleid und hilflosigkeit gefühlt wie heute, und so viel zorn auf manche(s), das ich hier nicht erklären kann und will.
ein wenig daran gedacht auch, dass frau kelef selbst dem sensenmann schon fünfmal entfleucht ist, mehr oder weniger sehr knapp. das letze mal ist noch nicht einmal sechs monate her, und sitzt noch ziemlich in den knochen.
und auch ein wenig an die anderen gedacht, die so im laufe der jahre gegangen sind, so sinnlos und schmerzlich empfunden, damals wie heute:
i., im krieg in israel, mit 26, während frau kelef im krankenhaus lag und fast starb.
m., die sich umgebracht hat, mit 46, weil sie ihre zwei schwer rauschgiftsüchtigen kinder nicht mehr ertragen konnte, zweimal hat frau kelef sie gefunden und wieder zurückgeholt, das dritte mal ist es ihr gelunden zu gehen.
h., der mit 50 angeblich am heiligen abend früh über die stiege fiel und sich das genick brach, soll leute geben, die meinen, sein bruder ... aber ausser dem war ja keiner dabei.
e., die nicht wissen konnte dass ihr mann nicht wusste dass er HIV-positiv war, und zwei jahre nach seinem tod mit 30 im krankenhaus lag mit einem hirntumor und am welt-aids-tag die maschinen abschalten liess.
j., der elendiglich an krebs starb, mit 52 jahren.
r., der mit 51 in einer seiner manisch-depressiven phasen sein testament schrieb, eine menge beruhigungsmittel schluckte, mit alkohol nachspülte, sich in die badewanne legte und sich die pulsadern aufschnitt. seine mutter liess auf den kranz schreiben "liebe gibt es auch ohne verstehen".
h., der sich mit 56 in die rote bar im hotel sacher setzte und sich eine kugel in den kopf jagte; in seiner wohnung fand man einen brief "ich entschuldige mich für die probleme, die sie mit mir haben". er hat immer stil gehabt, wenn auch einen sehr eigenwilligen.
und viele andere, mehr oder weniger spektakulär.
irgendwie kommt hier keine feierlaune auf heute.
ein schöner, kluger junger mann, aus bester familie, halb so alt wie frau kelef. begabt und liebenswürdig. elend, elendiges.
die menschen angesehen, die da waren, manche mit tränen in den augen, manche versteinert und mit der starren haltung derer, denen man schon als kind das haltung bewahren um jeden preis beigebracht hat.
dabei ein wenig mit dem lieben gott gehadert, der manchmal doch nicht so gerecht ist wie frau kelef so oft behauptet. vielleicht lädt er aber auch nur jede menge ballast denen auf die schultern, die es aushalten. stellvertretend für die anderen.
selten soviel mitleid und hilflosigkeit gefühlt wie heute, und so viel zorn auf manche(s), das ich hier nicht erklären kann und will.
ein wenig daran gedacht auch, dass frau kelef selbst dem sensenmann schon fünfmal entfleucht ist, mehr oder weniger sehr knapp. das letze mal ist noch nicht einmal sechs monate her, und sitzt noch ziemlich in den knochen.
und auch ein wenig an die anderen gedacht, die so im laufe der jahre gegangen sind, so sinnlos und schmerzlich empfunden, damals wie heute:
i., im krieg in israel, mit 26, während frau kelef im krankenhaus lag und fast starb.
m., die sich umgebracht hat, mit 46, weil sie ihre zwei schwer rauschgiftsüchtigen kinder nicht mehr ertragen konnte, zweimal hat frau kelef sie gefunden und wieder zurückgeholt, das dritte mal ist es ihr gelunden zu gehen.
h., der mit 50 angeblich am heiligen abend früh über die stiege fiel und sich das genick brach, soll leute geben, die meinen, sein bruder ... aber ausser dem war ja keiner dabei.
e., die nicht wissen konnte dass ihr mann nicht wusste dass er HIV-positiv war, und zwei jahre nach seinem tod mit 30 im krankenhaus lag mit einem hirntumor und am welt-aids-tag die maschinen abschalten liess.
j., der elendiglich an krebs starb, mit 52 jahren.
r., der mit 51 in einer seiner manisch-depressiven phasen sein testament schrieb, eine menge beruhigungsmittel schluckte, mit alkohol nachspülte, sich in die badewanne legte und sich die pulsadern aufschnitt. seine mutter liess auf den kranz schreiben "liebe gibt es auch ohne verstehen".
h., der sich mit 56 in die rote bar im hotel sacher setzte und sich eine kugel in den kopf jagte; in seiner wohnung fand man einen brief "ich entschuldige mich für die probleme, die sie mit mir haben". er hat immer stil gehabt, wenn auch einen sehr eigenwilligen.
und viele andere, mehr oder weniger spektakulär.
irgendwie kommt hier keine feierlaune auf heute.
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Dienstag, 2. Mai 2006
das gefällt:
kelef, 13:49h
am donnerstag, den 4. mai 2006, zwei minuten und drei sekunden nach 1 uhr, werden wir genau eine sekunde lang z.b. unsere e-mails mit folgender sendezeit schmücken können:
01:02:03 04/05/06
01:02:03 04/05/06
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Sonntag, 30. April 2006
hach, man vermisst frau kelef!
kelef, 15:36h
danke, vered.
das problem war ein multifaktorielles. erstens gab es eine menge dinge zu tun, nix essentielles, aber doch dringliches. zweitens gab es wider erwarten ein paar tage schönes wetter, und da riefen die schanigärten und die frische luft.
und drittens, und das war as hauptproblem: an dem tag, an dem frau kelef auf übelste weise von einem mit-ubahn-benutzer über den haufen galoppiert wurde, war ihre diktion in der folge, sagen wir einmal, deskriptiv. das wäre ja nun an sich verständlich, sollte man meinen, die verschiedenen abkömmlinge der gattung homo sapiens haben ja nun verschiedene weisen, mit den dingen umzugehen. die einen weinen, wenn ihnen was weh tut, die anderen jammern, wieder andere machen gott und die welt verantwortlich und frau kelef flucht von ganzem herzen. das schienbein wurde im übrigen so lädiert, dass immer noch eine schwellung vorhanden ist und jeder schritt weh tut. ist ja auch erst fünf wochen her. natürlich wurde die sache interimistisch eitrig, und so weiter, aber das tut hier nichts zur sache.
jedenfalls wies man frau kelef darauf hin, dass sie ihre ausdrucksweise doch etwas lieblicher gestalten möge. fluchen belaste manche personen in der firma, diese seien nämlich aus kreisen, in denen so etwas nicht üblich sei. frau kelef entgegnete hierauf, sie sähe zwar keinen dringenden handlungsbedarf in einer umgebung, in der worte wie "geil" als häufigstes attribut rangieren, aber bitte. das liegt ja vielleicht daran, dass eine ältliche frau wie f rau kelef darunter noch was anderes versteht. man kann ja alles interpretieren wie man will.
frau kelef also - gutartig und ihrer umgebung wohlgesonnen - übte sich in lieblicher ausdruckweise, und mühte sich, wohlklingende und über alle kritik erhabene synonyme in ihre diktion einfließen zu lassen. das kann sie ja auch, nur:
jetzt sind wir alle belastet. aber wie, um alles in der welt, sollte frau kelef auch nur im geringsten ahnen, dass die akademikerwelt und angrenzende volksgruppen wörter wie
launig
stet
beifällig
saturiert
exzeptionell
chimäre
contrepart
hasardieren
triftig
einfach nicht kennen?
und dann launig mit launisch verwechseln (da muss man ja erst einmal draufkommen), und beifällig für abfällig halten, und beim hasardieren suchen sie den zusammenhang mit dem karnickel.
kotze kann natürlich nur erbrochenes sein, und nie und nimmer die bezeichnung für einen groben (woll)stoff. und wie, wenn das so wäre, fragt sich frau kelef, da die leute aus diesen kreisen doch alle reiten gehen (oder zumindest der hoffnungsfrohe nachwuchs), kömmt es dann zu der bezeichnung "rosskotze"? das ist nämlich mitnichten das erbrochene, das sich das vieh selber auf den rücken appliziert, sondern einfach eine pferdedecke. weil nämlich, pferde können gar nicht erbrechen. aber für derlei hochfliegende überlegungen müssten sich die betroffenen vermutlich mit konstitution und pflege der von ihnen malträtierten viecher auseinandersetzen.
in medizinischen kreisen sollte man - mit verlaub - auch davon ausgehen können, dass der unterschied zwischen sterilisation und kastration eines tieres klar ist. mitnichten.
hübsch fand frau kelef auch, dass man sie auf einen rechtschreibfehler aufmerksam machte: borniert schreibe man doch mit h, so wie ja auch bohren ...
und gehrung wäre ja nun ganz falsch, das hiesse nämlich gärung ..
solcherart über alle grenzen des erträglichen hinaus verwirrt, hüllte sich frau kelef in schweigen, sogar in schriftliches.
sollte die geneigte leserschaft (und hier ist nicht die bucklige leserschaft, oder vielleicht doch die auch, aber das ist vermutlich schon wieder zu hoch) also etwas nicht verstehen, bitte fragen. in den kreisen, in denen frau kelef verkehrt, gehört das nämlich zum guten ton: wenn man was nicht versteht, oder unsicher ist ob man es verstanden hat: fragen. ist ganz einfach. andererseits: die leserschaft kann ja fragen, zumindest die nichtbucklige. für diese also: weiter so.
und bis das alle anderen auch gelernt haben, flucht und schimpft frau kelef weiter. das verstehen weitaus mehr personen als das gewählte burgtheaterdeutsch, das frau kelefs onkel sich bemüßigt fühlte ihr in dankenswerter weise beizubringen.
danke für die aufmerksamkeit, jetzt geht es wieder besser.
und bevor ich vergess zu erwähnen: widerpart hat nichts mit der wiederholung eines teiles von was auch immer zu tun, und auch nicht mit einer wiederholten trennung.
und bei yogi denken nicht alle menschen an den diminutiv von joghurt.
das problem war ein multifaktorielles. erstens gab es eine menge dinge zu tun, nix essentielles, aber doch dringliches. zweitens gab es wider erwarten ein paar tage schönes wetter, und da riefen die schanigärten und die frische luft.
und drittens, und das war as hauptproblem: an dem tag, an dem frau kelef auf übelste weise von einem mit-ubahn-benutzer über den haufen galoppiert wurde, war ihre diktion in der folge, sagen wir einmal, deskriptiv. das wäre ja nun an sich verständlich, sollte man meinen, die verschiedenen abkömmlinge der gattung homo sapiens haben ja nun verschiedene weisen, mit den dingen umzugehen. die einen weinen, wenn ihnen was weh tut, die anderen jammern, wieder andere machen gott und die welt verantwortlich und frau kelef flucht von ganzem herzen. das schienbein wurde im übrigen so lädiert, dass immer noch eine schwellung vorhanden ist und jeder schritt weh tut. ist ja auch erst fünf wochen her. natürlich wurde die sache interimistisch eitrig, und so weiter, aber das tut hier nichts zur sache.
jedenfalls wies man frau kelef darauf hin, dass sie ihre ausdrucksweise doch etwas lieblicher gestalten möge. fluchen belaste manche personen in der firma, diese seien nämlich aus kreisen, in denen so etwas nicht üblich sei. frau kelef entgegnete hierauf, sie sähe zwar keinen dringenden handlungsbedarf in einer umgebung, in der worte wie "geil" als häufigstes attribut rangieren, aber bitte. das liegt ja vielleicht daran, dass eine ältliche frau wie f rau kelef darunter noch was anderes versteht. man kann ja alles interpretieren wie man will.
frau kelef also - gutartig und ihrer umgebung wohlgesonnen - übte sich in lieblicher ausdruckweise, und mühte sich, wohlklingende und über alle kritik erhabene synonyme in ihre diktion einfließen zu lassen. das kann sie ja auch, nur:
jetzt sind wir alle belastet. aber wie, um alles in der welt, sollte frau kelef auch nur im geringsten ahnen, dass die akademikerwelt und angrenzende volksgruppen wörter wie
launig
stet
beifällig
saturiert
exzeptionell
chimäre
contrepart
hasardieren
triftig
einfach nicht kennen?
und dann launig mit launisch verwechseln (da muss man ja erst einmal draufkommen), und beifällig für abfällig halten, und beim hasardieren suchen sie den zusammenhang mit dem karnickel.
kotze kann natürlich nur erbrochenes sein, und nie und nimmer die bezeichnung für einen groben (woll)stoff. und wie, wenn das so wäre, fragt sich frau kelef, da die leute aus diesen kreisen doch alle reiten gehen (oder zumindest der hoffnungsfrohe nachwuchs), kömmt es dann zu der bezeichnung "rosskotze"? das ist nämlich mitnichten das erbrochene, das sich das vieh selber auf den rücken appliziert, sondern einfach eine pferdedecke. weil nämlich, pferde können gar nicht erbrechen. aber für derlei hochfliegende überlegungen müssten sich die betroffenen vermutlich mit konstitution und pflege der von ihnen malträtierten viecher auseinandersetzen.
in medizinischen kreisen sollte man - mit verlaub - auch davon ausgehen können, dass der unterschied zwischen sterilisation und kastration eines tieres klar ist. mitnichten.
hübsch fand frau kelef auch, dass man sie auf einen rechtschreibfehler aufmerksam machte: borniert schreibe man doch mit h, so wie ja auch bohren ...
und gehrung wäre ja nun ganz falsch, das hiesse nämlich gärung ..
solcherart über alle grenzen des erträglichen hinaus verwirrt, hüllte sich frau kelef in schweigen, sogar in schriftliches.
sollte die geneigte leserschaft (und hier ist nicht die bucklige leserschaft, oder vielleicht doch die auch, aber das ist vermutlich schon wieder zu hoch) also etwas nicht verstehen, bitte fragen. in den kreisen, in denen frau kelef verkehrt, gehört das nämlich zum guten ton: wenn man was nicht versteht, oder unsicher ist ob man es verstanden hat: fragen. ist ganz einfach. andererseits: die leserschaft kann ja fragen, zumindest die nichtbucklige. für diese also: weiter so.
und bis das alle anderen auch gelernt haben, flucht und schimpft frau kelef weiter. das verstehen weitaus mehr personen als das gewählte burgtheaterdeutsch, das frau kelefs onkel sich bemüßigt fühlte ihr in dankenswerter weise beizubringen.
danke für die aufmerksamkeit, jetzt geht es wieder besser.
und bevor ich vergess zu erwähnen: widerpart hat nichts mit der wiederholung eines teiles von was auch immer zu tun, und auch nicht mit einer wiederholten trennung.
und bei yogi denken nicht alle menschen an den diminutiv von joghurt.
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