Sonntag, 13. November 2005
do legst di nieda!
oder

was geneigte freunde der lieben frau kelef so zur erheiterung (oder auch nicht) per e-mail schicken:

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Übersetzung aus dem Russischen

"Wien wartet auf Sie!"

- behauptet der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde der österreichischen Hauptstadt und meint die Immigranten aus Osteuropa.

Mit diesem Appell an die Juden Osteuropas hofft der Vorsitzende der Kultusgemeinde von Wien, Ariel Muzikant, dass die von seiner Gemeinde angehäuften Erfahrungen im Bereich Kultur, Bildung und Soziales plus die gesunde Wirtschaft Österreichs auf Tausende von Einwanderer eine Magnetwirkung ausüben könnten.

"Verglichen mit den anderen jüdischen Gemeinden Europas haben wir die beste Infrastruktur. 14 Rabbiner, 4 jüdische Schulen, ein halbes Dutzend koschere Lokale und 300 Veranstaltungen der Gemeinde im Jahr" - zählt Muzikant auf. "Unsere Gemeinde ist viel zu reich und 7.000 Mitglieder sind für sie zu wenig". Das ist ungefähr die Zahl der Juden in Wien. Noch 3.000 leben in anderen Städten Österreichs.

Muzikant sieht keine Gründe, warum die Mitgliederzahl seiner Gemeinde bis 2020 nicht 25.000 erreichen könne. Laut Muzikant könnten die Juden aus ärmeren Ländern des ehemaligen Sowjetblocks, insbesondere aus der Ukraine, für diese Einwanderung in Frage kommen.

Bezugnehmend auf häufige Überfälle der Skins auf Juden in der Ukraine - im letzten Fall wurde das Opfer im Koma in die lokale Klinik eingeliefert und später für weitere Behandlung nach Israel ausgeflogen, setzt Muzikant fort: "In Österreich sind Vorfälle mit antisemitischem Hintergrung weniger häufig als sonst wo in Europa. In unseren Strassen werden keine Juden überfallen". Muzikant widerspricht der typischen Behauptung, Österreich wäre die Wiege des Antisemitismus. "So war das alte Österreich. Heute gelten bei uns die strengsten gerichtlichen Sanktionen in Europa gegen die Negierer des Holocaust." Und fügt hinzu: "Unsere Regierung bleibt der Idee der weiteren Entwicklung des jüdischen Lebens treu".

Jossif Sissels, der jüdische Leader in der Ukraine, behauptet dagegen, dass selbst angesichts ihrer Probleme eher wenige ukrainische Juden ans Auswandern denken. "Jüdische Auswanderung steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine oder mit dem Wunsch Österreichs. Die meisten, die auswandern wollten, sind schon weg."

Nach Sissels Angaben wanderten im vergangenen Jahr 2.000 ukrainische Juden nach Israel aus, 500 gingen in die USA und 3.000 bis 4.000 nach Deutschland. Und das ist wenig, wenn man diese Zahlen mit anderen Daten vergleicht - noch vor zehn Jahren verliessen die Ukraine 40.000 Juden im Jahr. "Seit 2000 verzeichnet Ukraine einen stabilen wirtschaftlichen Zuwachs und etwas über 1000 Juden im Jahr kehren zurück." Vor dem Holocaust emigrierten viele ukrainische und polnische Juden nach Österreich. 1970-80 blieben viele sowjetische Juden in Wien, und gerade sie bilden die entscheidende Mehrheit der dortigen Gemeinde.

Muzikant zählt auch Frankreich zu den potentiellen Quellenländern der jüdischen Auswanderung nach Wien. "Zur Zeit ist Frankreich nicht der angenehmste Platz für Juden", - resümiert er angesichts der in diesem Land herrschenden antisemitischen und antiisraelischen Stimmung, insbesondere beim islamischen Teil der Bevölkerung.

Muzikant sieht sich bereit, schon in den nächsten zwei Jahren die Kampagne zu Einladung jüdischer Einwanderer nach Wien zu starten. "In Europa leben 2,5 Millionen Juden und nicht alle wollen nach Israel" behauptet er. "In der Ukraine haben Hunderttausende von Juden keine wirtschaftliche und auch keine jüdische Zukunft. Hier hätten sie ein bequemeres Leben."

Der heute 53-jährige Muzikant wurde in Haifa geboren und kam im Kindesalter nach Wien, zusammen mit seinen Eltern, die wiederum ihre Wurzeln in Moldawien und Russland hatten. Und er hat jeden Grund für Optimismus: vor einigen Monaten gelang es ihm endlich nach jahrelangem Kampf mit der österreichischen Regierung ein beachtliches Wiedergutmachungspaket für die Kultusgemeinde zu bekommen.

Die Sammelklage der Holocaustopfer gegen die Regierung wurde bereits 2001 behandelt, aber die Kultusgemeinde erklärte die vom Gericht festgelegte Kompensationssumme für das durch die Nazionalsozialisten beschlagnahmte Eigentum für nicht ausreichend, um den entstandenen Schaden zu decken.

Und nun erhielt sie dank der Beharrlichkeit ihres Vorstands ca. 2,2 Mio Dollar vom Staat und genauso viel von den Ländern als Wiedergutmachung für das verlorene Eigentum.

"Jetzt haben wir die nötigen Mittel zur Wiederherstellung der Infrastruktur" sagt Muzikant. Die stellvertretende Vorsitzende der Kultusgemeinde Erika Jakubowic behauptet allerdings: "Es kann der Eindruck entstehen, dass dies ein Riesenbetrag wäre, aber es ist eine Summe, die wesentlich niedriger liegt als der Wert des beschlagnahmten Eigentums. Aber nach 50 Jahren, in denen wir praktisch nichts bekommen haben, sollten wir auch für diese Mittel dankbar sein".

Als nächste nach der Wiedereröffnung des Tempels in Graz wurde die Synagoge mit 200 Plätzen in Baden bei Wien - 45 Fahrtminuten südlich von der Hauptstadt - renoviert. Aber in der Stadt leben gerade 45 Juden.

"Aber überlegen Sie selbst, " so Muzikant, "als die Synagoge in Graz wiedereröffnet wurde, waren auf einmal Juden da, von deren Existenz man keine Ahnung hatte. Daher glaube ich, wenn Sie eine Synagoge haben, wird sie zu einem Anziehungspunkt für Juden werden, die vorher über ihre Religion nich sonderlich nachdachten."

Vor dem 2. Weltkrieg gab es in Wien 79 Synagogen. Geblieben ist nur eine und noch einige in anderen Städten des Landes.

Als grösstes Bauvorhaben der Kultusgemeinde gilt die Errichtung einer neuen jüdischen Schule - die alte ist für die 400 Schüler zu klein und manche Stunde muss in einem Container abgehalten werden. Die neue Schule, deren Bau, wie Muzikant hofft, 2006 beginnen und 1 Jahr dauern soll, wird doppelt so gross sein und 600 Schülern Platz bieten. Das Projekt wird auch von der Regierung mitfinanziert. Auf dem Schulgelände soll eine Sport- und Mehrzweckhalle entstehen, mit der sich keine derartige Einrichtung in der österreichischen Metropole messen kann.

Ausserdem verhandelt die Kultusgemeinde über Mitfinanzierung eines neuen Altersheimes statt des bestehenden, das gerade sein 60-jähriges Jubiläum beging. 3/4 der erforderlichen Summe von 25 Mio Dollar konnte Muzikant bereits auftreiben.

Ein für die Kultusgemeinde möglicherweise nicht das wichtigste, aber nicht minder bedeutendes Projekt ist das Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaustforschung mit einer Bibliothek und einem Bildungscenter. Es wird angenommen, dass auch dieses Projekt von der österreichischen Regierung finanziert wird. Im Moment jedoch fehlt die Zustimmung von dieser Seite. Die jüdische Gemeinde möchte ihr Archiv an dieses Institut übergeben.

"Alle Österreicher sollen zu diesem Projekt, sollte es verwirklicht werden, etwas beisteuern"- sagt Muzikant, "denn das ist ihr Problem und nicht unseres. Ich persönlich weiss schon genug über die Shoa".

Novemberausgabe der Jüdischen Zeitung in Deutschland

Dina Spitzer

in Zusammenarbeit mit Lev Kritschevski

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und nein, das ist kein witz. das ist so gemeint. liest ja in österreich keiner wie man sieht.

und ja, ich hab gefragt ob ich das hier hereinkleben darf. der übersetzer hat gesagt, ich darf.

alsdann, is ja auch bald weihnachten: ihr kinderlein, kommet, oh kommet doch all ...

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Sonntag, 13. November 2005
wird langsam fad, der zustand.
kopf ist immer noch seitenlastig,
linke seite immer noch gefühllos,

etc. etc. etc.

narbe wird schöner.

am meisten stört es mich im moment, dass ich z.b. nicht wirklich lesen kann, weil ich nie weiss wie ich das buch halten soll damit ich
mit der gleitsichtbrille was seh,
keinen krampf im hals krieg,
keinen krampf in den händen krieg.

gleichzeitig nicht zu bewerstelligen.

pc lesen geht, nur, da sind so wenig bücher drinnen.

blind schreiben geht auch.

aber geduld war noch nie meine starke seite, ich geb es ja zu. und wenn ich ungeduldig bin, bin ich unduldsam, und dann geh ich meinen mitmenschen besser aus dem weg.

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Freitag, 11. November 2005
anamnese (krankengeschichte)
dies ist eine gar nützliche einrichtung. es bedeutet nämlich, dass alle kranheiten, operationen, unfälle mit körperlichen schäden, medikamente, etc. der reihe nach aufgelistet werden. dadurch können dann im bedarfs- resp. zweifelsfall jede menge probleme vermieden werden. ach bei gut eingestellter diabetes ist z.b. die wundheilung meist gestört, es gibt wechselwirkungen von medikamenten, unverträglichkeitsreaktionen, etc.

zum behufe der erstellung einer solchen krankengeschichte werden im krankenhaus turnusärzte (das sind die nach der eigentlich fertigen ausbildung, sozusagen die beim praktikum am lebendigen objekt im krankenhaus) zu den patienten geschickt, um ebendiese krankengeschichte aufzuschreiben. so weit, so gut.

weniger gut als diese idee ist es allerdings, dass die zitierten turnusärzte meist eher weniger übung im umgang mit patienten haben. ebenso ist auch das wissen, das sie mitbringen, wirklich vertrauenerweckend. entsprechend stellen sich auch die fragen dar, die sie von einem vorgegebenen zettel mühevoll ablesen.

noch viel interessanter erschienen frau kelef allerdings immer die kreationen, die dann auf den anamnese-blättern erschienen.

hat man berets ein gewisses alter erreicht, und dann auch noch ein paar krankheiten und unfälle hinter sich gebracht, kann so eine krankengeschichte ganz schön lang werden. beim letzten aufenthalt im krankenhaus hietzing (=lainz) vor über 15 jahren hatte frau kelef bereits kund und zu wissen getan, dass sie KEINE chronische eitrige peritonitis (bauchfellentzündung) hätte, und schon gar nicht seit 15 jahren. so etwas, bitte sehr, gibt es nicht. das überlebt patient immer nur ganz kurze zeit, und dann ist er tot.

in kenntnis der sachlage, dass bei wiedererscheinen eines patienten im selben krankenhaus auch immer die diversen unterlagen früherer aufenthalte zu rate gezogen werden, meinte frau kelef also diesmal es wäre ausreichend wenn sie ab damals schilderte.

dem turnusärztelein war die tatsache, dass in dem dicken papierstapel, den er zu frau kelefs befragung gar wichtiglich unter dem linken ärmchen herbeischleppte, auch die alten krankenblätter waren, völlig unbekannt. bis zu diesem zeitpunkt allerdings, er wurde aufgeklärt. patienten sollten sich ja um derlei weiterbildende massnahmen zum thema krankenhausalltag kümmern, nicht wahr. wozu hätte man sie sonst.

just to be on the safe side liess sich frau kelef aber von dem putzigen turnusarzt, der zur befragung erschienen war, vorlesen, was er denn so auf den zettelchen so anzubieten hätte. und was fand sich da, säuberlich abgetippt: eine chronische eitrige peritonitis (mit der frau kelef demnach seit über dreissig jahren herumläuft).

frau kelef ist ein medizinisches wunder.

freundlicher mensch, der sie ist, fragt sie also ganz vorsichtig das doktorlein, ob ihm denn da nichts auffalle.

ja, das ist schlimm, so eine chronische erkrankung.

sie, herr doktor!

ja?

wissen sie, was eine eitrige peritonitis ist?

ja.

dann denken sie doch einmal nach!

denk ...

na, und?

schlimm, so eine chronische erkrankung.

SIE!

ja?

so etwas gibt es nicht, das muss heissen eitrige peritonitis, operation am ..., auslöser: morbus crohn. der crohn ist dann chronisch.

ja.

dann bessern sie das aus, bitte.

das kann ich nicht, das ist die anamnese von damals.

das war damals auch nicht richtig.

wieso?

weil, das gibt es nicht.

steht aber da.

ist aber falsch.

nein, wenn es da steht ...

ist es trotzdem falsch.

das hat aber damals der primar ... unterschrieben.

dann hat er etwas falsches unterschrieben.

na ja, vielleicht hat er es ja nicht gelesen vor dem unterschreiben.

das tröstet mich ja dann.

ja.

wie bereits oben erwähnt, eine anamnese ist eine gute sache, aber leider nur von der idee her. es wäre wünschenswert dass diejenigen, die sie aufschreiben, auch ein ganz klein wenig mitdenken täten, ein ganz klein wenig nur. und weiters erschiene es frau kelef nicht unopportun wenn die, die sie dann unterschreiben, das unterschriebene auch noch mitdenkend lesen täten vorher, bitte natürlich.

na ja, es hat ja grundsätzlich in frau kelefs fall nichts geändert, aber irgendwie fühlt frau sich verunsichert durch solcherlei. was passiert mit den patienten, die keine ahnung haben? was passiert mit denen, die nicht wissen was da einer aufschreibt? was passiert mit denen, die sich nicht erinnern können oder etwas durcheinanderbringen oder etwas verwechseln? mit denen, die sich genieren? mit denen, die nicht verstehen dass sie jedem arzt immer alles über alle krankheiten die sie gehabt haben und alle medikamente, die sie verschrieben bekommen haben sowie über die selbstgekauften und rezeptfreien medikamente, und auch die homöopathischen, erzählen müssen? normalerweise kommt ja auch keiner auf die idee dass die krankengeschichte vom patienten quasi korrekturgelesen werden muss damit dann das richtige drinnensteht.

hier bleibt nur der schluss, dass der mensch offensichtlich noch sehr viel mehr aushält als allgemein angenommen wird.

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