Sonntag, 15. Mai 2016
zweimal durch die selbe gasse laufen: festnahme droht!
die polizei ist da, um den menschen das gefühl von sicherheit zu vermitteln und für recht und ordnung zu sorgen. nimmt man an. frau kelef war sich da ja nie so ganz sicher, nach einigen erfahrungen mit den blaujustierten spassverderbern, aber zugegebenermassen hat sie auch ein paar wirklich nette und vernünftige kennengelernt, durchaus im zuge der ausübung ihres berufes, und nicht nur privat. über das mengenverhältnis zu den "anderen" decken wir einmal leise weinend den mantel des schweigens.

und es begab sich in der vorwoche, dass frau kelef und die kleine klavlav fröhlich und beschwingt (erstere zwei mojitos, letztere fünf karamelkekse intus) in der sich rötlich verfärbenden abendsonne richtung zuhause schritten aka hatschten und hüpften.

zwei häuserblocks und ein paar schritte von der heimat entfernt ertönte jedoch von der nächsten ein gar erschröckliches gebrüll, ein streifenwagen mit offenen türen stand mitten über die andere strassenecke, zwei blaujustierte pickelige jünglinge brüllten einen, nun ja, höchst dunkelpigmentierten mann an. und der: brüllte zurück.

sowas gefällt frau kelef grundsätzlich schon einmal sehr. blaujustierte anschreien muss man sich, besonders als "ausländer", schon trauen. der mann war ein wenig grösser als die pickeligen jünglinge in uniform, etwas breiter auch (ebenfalls nicht schwierig) und geschätzte zehn jahre älter. trug stinknormale jeans und t-shirt, normale geputzte lederschuhe, wirkte sauber und gepflegt, stand gerade und aufrecht, hatte aber auch schon gar nix in der hand. es lag auch nix herum ausser dem üblichen dreck, den der ordentliche wiener nun einmal gerne auf der strasse verliert.

frau kelef und die kleine klavlav legten also ihren besten schiefen blick plus passender haltung an den tag und begaben sich hinkend näher. selbstverständlich nur, um möglicherweise helfen zu können z.b., wenn die porzelei vielleicht nicht so gut englisch könnert. war aber nicht notwendig, der mann sprach erstens sehr gut deutsch, und zweitens hatte er einen französischen akzent.

frau kelef weist frau pixy an ihre linke seite, legt den kopf schief und fragt, ob sie helfen könne.

p (polizei): dea nega hot kan ausweis!

schnappatmung bei frau kelef und dem zu perlustrierenden mann mit dunkler hautfarbe.

f (frau kelef): DER WER???

p: na, dea do!

m (dunkler mann): doch, ich habe natürlich einen ausweis, ich wohne in dem haus dort drüben, ich will nur wissen warum die herren meinen ausweis sehen wollen, und ich will nicht, dass man so mit mir spricht! das geht auch höflicher.

p: se hom an ausweis herzumzagen wonn mia des sogn. und wonn's renitent san, nehman ma ihna fest und mia foahn auf de wochstubn, owa glei! (einer greift nach den handschellen im gürtel, der andere hat die hand schon am schiesseisen - western galore!)

f: ist das nicht ein wenig unverhältnismässig? der wohnt höchstwahrscheinlich wirklich hier, ich kann mich erinnern dass ich ihn schon ein paarmal hier gesehen habe. und er will doch nur, dass sie höflich mit ihm sprechen und ihm verraten, warum sie ausgerechnet ihn kontrollieren!

p: mia san de pollezei, mia diafm kontrolliern.

m: ja, aber nicht so, bitte.

f: dem kann ich mich vollinhaltlich anschliessen.

p: wia manan se des?

nun, es ward daraufhin wieder ein wenig heftig und laut, die kleine klavlav erinnerte sich an die tatsache, dass sie ein jagdterrier ist und hüpfte ein wenig nach vorn um ihre präsenz zu steigern, was die polizisten dazu motivierte, wieder an die pistole zu greifen und ihrerseits nach hinten zu hüpfen. (die kleine frau pixy bringt keine 10 kg lebendgewicht auf die waage, war an der kurzen leine und ist unübersehbar ein älteres exemplar ihrer gattung. vielleicht sind die vielen weissen haare in ihrem gesicht aber auch eine folge des übermässigen verschlingens pickeliger, blaujustierter jünglinge.)

immerhin standen jetzt vier leute an der strassenecke, alle vier brüllten, der hundekopf war schon hocherhoben, die rute hinten graderaus, das nackenhaar gesträubt. das publikum vergrösserte sich vorsichtig, einige leute kennen uns ja.

mit engelsgleichen zungen konnte der perlustrierte mann von frau kelef dazu überredet werden, den zwei polizisten seinen ausweis zu zeigen. und wenn sie wollten, könnten sie auch mit ihm in seine wohnung zwei häuser weiter mitkommen, meinte er, dort hätte er auch noch weitere dokumente, meldezettel, etc..

die blaujustierten schauten nunmehr ein wenig weniger selbstbewusst.

f: na, sehen sie, alles gut. wenn sie den herrn nicht so angebrüllt und ihm verraten hätten, warum sie ihn aufhalten, wäre alles schon längst erledigt. aber jetzt hätte ich doch auch gerne gewusst, warum sie ihn wirklich aufgehalten haben.

p: na heans, dea is zwa moi in anahoib stund grennt, amoi duach de gossn do untn, und amoi grod jetz vua ana hoibn stund duach de gossn do.

m: hebt wieder an zu brüllen, gott sei dank auf ausländisch.

f: halten sie jeden auf den sie innerhalb von zwei stunden zweimal durch den bezirk rennen sehen?

p: na, sicha net, nua de ...

f: VORSICHT!!! und hebt dräuend den zeigefinger.

p: äh - na jo - de - mia miassn jetztn owa wiaklich weida ...

m: aber dafür sag ich ihnen jetzt, warum ich gelaufen bin. das erste mal die gasse hinunter weil ich auf die post an der nächsten ecke wollte. ich kam von der arbeit und wollte einen brief abholen, den zettel hab ich in der früh zu hause vergessen und die post macht pünktlich zu. dann hab ich den brief nach hause getragen, mich geduscht und umgezogen und gesehen, dass ich vergessen hab brot zu kaufen. da bin ich dann die gasse hinaufgelaufen, weil der supermarkt auch pünktlich zumacht. deshalb hab ich jetzt auch kein brot, weil: sie haben mich aufgehalten. koch ich mir halt reis, dauert nur länger.

f: sehen sie, so einfach ist das. was ich nur immer noch nicht verstehe ist, ob sie jeden, der ihnen nicht gefällt, perlustrieren wenn er läuft? oder wie muss man das verstehen?

p: äh - na ja - mia hom hoit denkt ...

f: sind sie sicher? jedenfalls: schönen tag noch.

p: jo, ehmfoiss.


frau kelef und die kleine klavlav haben den immer noch auf 180 rotierenden herrn, der sich umgehend bedankte und als kelvin vorstellte, dann auf einen kaffee eingeladen im schanigarten vom eisgeschäft, damit uns ja alle leute sehen. die kleine klavlav war entzückt (der kann streicheln! eisgeschäft! hohlhippen!).

jedenfalls konnte er sich nicht beruhigen über den ton der polizisten, was zu verstehen ist. dann hat er noch ein wenig von seiner lebensgeschichte erzählt, und frau kelef hat ihm zwar recht gegeben in seinem zorn, aber es nutzt ja nix, man sieht was dabei herauskommt wenn man recht hat: man kriegt es nicht. das mit dem bitte und dem danke ist aus unerklärlichen gründen offensichtlich ein umgangston, der vielen polizisten gleich zu beginn ihrer karriere abtrainiert wird. dafür lernen die, wie john wayne zu gehen und den vorderlauf schnell an der krache zu haben, und sicherheitshalber ihre rede gleich mit drohungen zu beginnen.

man versteht schon, dass alles, was fremd ist, vielen menschen angst macht. umgekehrt ginge es uns in afrika wohl nicht viel anders. aber wir sind ja hier. und gerade von der lieben polizei sollte man doch annehmen, dass die simple tatsache, dass sie jemanden laufen sehen, sie nicht zu derlei blödheiten - die immerhin eine gute halbe stunde zeit in anspruch nahmen - animiert. oder wollten die nur dampf ablassen?

was aber bleibt denen, die die ganze geschichte nicht kennen, im gedächtnis?

1.) die polizei hat schon wieder mitten auf der strasse einen afrikaner erwischt. wenn der nix angestellt hätte, hätten sie ihn doch nicht aufgehalten.

2.) die kleine klavlav ist vielleicht doch bissig. sonst wären ihr die polizisten doch nicht ausgewichen.

3.) der dunkelpigmentierte mann ist sicher auf der suche nach einer weissen freundin mit geld, sonst wäre er doch nicht mit frau kelef im schanigarten gesessen und hätte kaffee getrunken.

4.) frau kelef hat es so notwendig, dass sie auf der strasse wildfremde männer, noch dazu afrikaner, einfängt und sich mit dieser neuerwerbung ostentativ in den schanigarten (wohlgemerkt: des eisgeschäftes!) setzt.

5.) alle menschen, die vielleicht auch nur zu lange im solarium gelegen sind, schwarzgefärbte haare haben, unauffällige kleidung anhaben: bloss nicht laufen. sonst wird man nämlich wegen öffentlicher schnelligkeit festgenommen.

6.) vielleicht war das ganze aber nur ein ausgeklügeltes spiel, und frau kelef ist teil eines nigerianischen drogenkartells und hat sich nur eingemischt um den komplizen zu retten? (wobei, kelvin erzählte er sei aus dem senegal, wozu auch das französisch passt, in nigeria hat man es doch mehr mit dem englischen).

während der o.a. höchst wichtigen und ergebnisreichen amtshandlung haben die blaujustierten pickelinge übrigens ganz übersehen, dass drei autos ohne zu blinken oder auch nur das tempo zu drosseln an der kreuzung, an der sich das alles abspielte, abgebogen sind, vier radfahrer mit karacho auf dem gehsteig radelten obwohl es in dieser gasse einen radweg gibt, und zwei grosse hunde ohne beisskorb und unangeleint ihre exkremente auf dem anderen gehsteig hinterliessen, ohne dass die besitzer den dreck weggeräumt hätten. zumindest die radfahrer und die hundebesitzer hätten väterchen staat in summe schon mindestens € 216.-- gebracht, auch wenn die hunde gechippt, versichert und versteuert und die räder ohne jeden makel gewesen wären. und bei den autos wäre sicherlich noch der eine oder andere mangel zu finden gewesen.

ach ja. so wird das keine besondere freundschaft werden zwischen frau kelef und der polizei, neinneinnein.

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Donnerstag, 17. März 2016
mission integration accomplished.
in der fussgängerzone, die von hervorragenden architekten verschlimmert wurde (verschlimmbessert wäre da noch zu positiv gesehen), jedenfalls: auf der meidlinger hauptstrasse, gibt es neuerdings eine neuerung, auf die man erst einmal kommen musste.

ich meine, es gibt doch allüberall pizza, nudeln, kebab, dürüm, burek und sonstwas zum mitnehmen. sonst ist ja das strassenbild nicht komplett.

leute: das hier ist wien-mitteleuropa. kwasi die heimat der würschtelschtänd, der frankfurter mit senf, der waldviertler (geräuchert), leberkassemmeln, der burenhäutln und - vor allem - der käsekrainer.

lange jahre gab es auf der meidlinger hauptstrasse nix dergleichen. alles gab es, auch zum mitnehmen, von nudeln die man im gehen mit stäbchen aus dem karton frass über kaffe den man im gehen aus dem karton soff über sonstige absonderlichkeiten.

der letzte richtige würstelstand, den der bertl, gott hab ihn selig, führte, ist in der zwischenzeit sogar schon egalisiert. dort kriegte man anno dunnemals vor bald 20 jahren noch eine wurst auf bestellung im vorbeigehen: er kannte seine stammkundschaft und deutete die minuten, die das gewünschte produkt bis zum optimalen, vor allem aber gewünschten, aggregatzustand zu benötigen geruhte mit entsprechenden gesten schon auch einmal über die strasse hinweg an, man konnte beim warten auf die wurst dann manchmal durchaus noch irgendwas besorgen. nie passierte ihm ein fehler. und wenn einer deppert war, gab es - man glaubt es nicht - würschtelstandverbot: "osaufn und deppat redn kennts woondascht.". und bumm und zack und sitz. a moach hot a ghobt, da beatl (= eine kraft hat er gehabt, der bertl).

damals war der würschtlstand gut besucht, wegen der qualität und dem service und dem ähem, charme, ähem, des bertl. die nachfolger waren für die fisch, und sowieso verkauften die erst giftige aka schon grüne würscht, die auch frau hunt selig verweigerte. dann folgten in recht schnellem wechsel pizza-dingenser, nudeln-dingenser, kebab-dingenser, schon im vorbeigehen roch nix nach geniessbar. jetzt: stand weg. geschliffen. gut so. die überlebensrate der ratten ist jetzt dort sicherlich höher.

würschtlstand gab es also auf der meidlinger hauptstrasse: keinen mehr. über zehn jahre lang.

um so glücklicher jedoch macht es frau kelef, aus gegebenem anlass verkünden zu dürfen dass der kebab-stand ecke tivoligasse von türken übernommen wurde, die exzellentes kebab verkaufen, das beste in der umgebung, aber das mag ja nun subjektiv sein, frau pixy jedenfalls schliesst sich der obrigkeit (aka frau kelef) an.

was aber nun wirklich beachtlich ist, ist folgende tatsache: diese 2 "türken" (2. generation, akzentfrei, gute ausbildung, exzellentes benehmen, etc.) bauen gerade den stand um, weil: sie haben neuerdings KÄSEKRAINER im angebot. so richtig langsam gegrillte (wollen sie die mit käsekruste, und wie braun hätten sie die gerne?) wie es sich gehört. mit einem ordentlichen stück guten brotes dazu. selten hat man frau kelef und die kleine frau pixy in der letzten zeit mit so schwachsinnig-glücklichem lächeln an einer theke stehen sehen ...

ausserdem gibt es noch ein paar schmankerln, die man an einem würschtelstand mit integriertem kebab-etc.-betrieb nicht erwarten würde, wie amerikanischen senf, humus, mehrerlei scharf, aber egal.

KÄSEKRAINER auf der meidlinger hauptstrasse. bei einem TÜRKISCHEN kebab-stand. mein gott. wenn das keine geglückte integration ist, weiss ich auch nicht.

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Donnerstag, 21. April 2011
bioverträglichkeit
ist ja auch so eine sache die derzeit in aller munde liegt. verstehen muss man das nicht, weil: ist angesagt, oder cool, oder was-auch-immer.

also wir sehen das so: wenn frau pixy die lieblingskellnerin (nach inhalierung von 4 - in worten: vier!!!) karamellkeksen zur u-bahn zu geleiten gedenkt,

und man aus dem cafe-restaurant "zum jimmy" hinaustritt in die dunkle meidlinger nacht,

und in der gewohnten ecke neben dem lokaleingang ein igel sitzt, dort wo die tür aufgeht, die viecher sind ja höchst intelligent (frau hunt war mit den vorfahren schon per du),

dann wedelt frau pixy höflich zweimal rechts-links, der igel faucht nicht einmal, deutet ein einrollen nicht einmal an, sondern schnofelt höchst interessiert richtung gastraum,

und der igel (eineinhalb kilo lebendgewicht ca., also durchaus wehrhaft) bleibt sitzen wo er gerade sitzt,

und frau pixy riecht an ihm, zwecks wiedererkennung,

der igel riecht an frau pixy, zwecks: sieh oben,

und dann gehen alle ihrer wege.

DAS ist bioverträglichkeit.

nur für den fall, dass sie mal wer fragen sollte.

heute: erste tote stadt-maus. nicht bio - weggeworfen. frau kelef fällt immer auf die gleiche sorte töle herein, und ist stolz auf sich.

sie dürfen applaudieren, btw.

edit: sie dürfen mich auch rügen, btw.: der fotograbildler war zuhause, schande über mich. aber wir haben zeugen.

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Mittwoch, 23. Mai 2007
meidlinger spatzen
im häuserl am spitz: gehören zu den frechsten ihrer art.

schon die ganz jungen lernen von den eltern, wie man von der begehrten schnitzelpanier was schnorren kann:

die mädels: schüchtern im zaun sitzen und lieb schauen:



schokoladeseite nicht vergessen:



die jungs: nua net waach, hot da voda gsogt:



und: volle kraft voraus:



die hunt liegt derweilen unter dem tisch und hört nichts.

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Sonntag, 3. Juli 2005
samstag ist markttag
meint die hunt, und für meine liebe person ist das eine gute ausrede. ordentlicher spaziergang, bisserl einkaufen, bisserl herumsitzen und die leut anschauen.

pflanzen gibt es, zum beispiel, gleich aus dem lastauto:



das kochen kann man sich schenken, weil es nämlich beim hendlstand auf dem meidlinger markt um € 3.50 bis € 4.00 ganz feine sachen gibt: gebackene hühnerleber mit salat, geselchtes mit kraut und knödel, eine halbe ente mit salat, gebackenes schweinsschnitzel mit salat, und ähnliche grauslichkeiten. und ilvies lieblingsfleischhauer ist gleich nebenan, und der gewürzhändler - dependance vom naschmarkt - ebenfalls.

das ambiente ist gewöhnungsbedürftig aber unterhaltsam, wenn man rechtzeitig wieder geht. und nach ein paar jahren kennen einen die leut, und man kennt sie.

hier zum beispiel ein paar möchtegern-gentlemen, die meinethalben immer noch ein paar tische weiter entfernt sitzen könnten, obwohl meinungsforscher und psychiater da viel lernen könnten:



während frauchen isst, verdaut die hunt schon, und schaut auch nicht in die richtung der y-chromosomen-träger.



der waschi (oder wie auch immer man das schreibt, betonung auf der ersten silbe) hilft ein wenig im service. leert aschenbecher aus, bringt getränke und das essen (das man vorher zahlen muss, wegen der übersicht), wischt die tische ab und ist ein ganz lieber und freundlicher:



der indianer hat manchmal ein paar mucken, je nach alkoholpegel, mondphase, und sonst noch einigen dingen, die mir meist verborgen bleiben. hat sich versoffen, war ein "paraverer", ein möbelpacker mit bärenkräften, wenn man seinem ex-arbeitgeber glauben darf. und dem darf man glauben: fuhrwerksunternehmer in der vierten generation. der grossvater ist noch "mit die ross" gefahren, er selber hat ein paar sehr edle lkws mit allem pi-pa-po.



der indianer kann aber kein schlechter mensch nicht sein, denn ilvie grüsst ihn sehr freundlich, es sei denn, seine alk-fahne kommt vor ihm um die ecke.



er streichelt sie auch immer ganz lieb, und sie geniesst das sehr.

manchmal kommt auch ein anderer hund vorbei und schaut nach, was los ist.



da der meidlinger markt derzeit saniert - adaptiert - modernisiert wird, kurzum, man versucht die alten standeln zu modernisieren und einheitlichisieren und glaszuüberdachen und überhaupt alles zu zerstören, finden auch interviews statt, so "mit fidiokamera und mikrifon" (o-ton eines interviewten).



da sind die hunt und ich wieder gegangen. sie nahm noch einen schluck wasser mit auf den weg - eines ihrer rituale: am markt frisch zu pumpen, und im blumengeschäft das kein markt ist aus der wasserwanne.



die veröffentlichung der bilder der herren waschi und indianer erfolgt nicht nur mit deren freundlicher genehmigung, sondern sie fühlen sich geehrt, soll ich dazuschreiben, und sind ganz stolz dass sie im internetz sind.

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Montag, 20. September 2004
is mir auch recht
nachdem mein körperliches wohlbefinden durch die versuchte nächtliche abfackelung der wohnung der hausbsitzerstochter schon leicht beeinträchtigt war - bin ja auch nimmer die jüngste - heute einen angenehmen nachmittag mit hund auf dem wienerberg verbracht. tante kitsch zum essen eingeladen, der gustav kam mit und war der artigste und charmanteste katz aller zeiten - bilder bei der tante.

kommen der hund und ich nach hause, hängt am schwarzen brett dieser zettel:

meinetwegen, das nächste mal ruf ich eben gleich die psychiatrie an.

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Sonntag, 19. September 2004
guter hund
"vom wind verweht" ist einer jener filme, die ich noch nie vollständig gesehen habe. immer, aber auch wirklich immer war irgendetwas los das dazu führte, dass ich entweder den anfang, oder das ende, oder den mittelteil nicht oder nur teilweise sehen konnte.

da dieser mein rechter ellenbogen

auch nach der dritten punktierung immer noch (oder schon wieder) mit einem netten verband dekoriert ist und ich den strengen auftrag habe ihn zu schonen, dachte ich heute nach einem sehr angenehmen tag mit meiner ex-schwiegermutter eigentlich, dass es mir heute gelingen müsste dieses hervorragende und gar nicht kitschige meisterwerk der filmkunst einmal in einem stück zu sehen.

also: die tiere sind gefüttert, die blumen gegossen, ich packe meinen kadaver ins bett, versammle das haarige gesindel um mich und bilde mich. der katz wärmt meine schmerzende rechte schulter, die hund liegt auf meinen füssen damit ich nicht aufstehe, das telefon ist in reichweite - und läutet prompt nach dem ersten drittel des films, aber in einer werbepause, immerhin. ein mehr oder weniger wichtiges gespräch wird geführt, kurz in den pc gekuckt, auftragsgemäss, gespräch auf sonntag verschoben - ich will den film sehen, einmal, bitte, vollständig, und besonders die noch NIE gesehene schluss-szene, bitte.

es wird immer ergreifender und dramatischer, das ende naht, es ist spät - der hund springt aus dem bett und jault aufgeregt zum küchenfenster hinaus. es riecht nach verbranntem. ich quäle meinen kadaver aus dem bett und in die küche, qualm schlägt mir entgegen, es stinkt nach noch mehr verbranntem, der hund ist aufgeregt, der katz hustet, die vögel piepen aufgeregt.

ein blick aus dem fenster: in der gegenüberliegenden wohnung brennt in der küche das licht, im fenster hängt wäsche zum trocknen, den raum dahinter sieht man nicht, weil dichter qualm aus dem fenster dringt und sich in schwaden über den hof legt. die musik im hintergrund wird immer dramatischer: das ende des films scheint zu nahen. der qualm wird beissender, die wäsche kann man fast nicht mehr erkennen, die viecher randalieren. rin in die klamotten, raus aus der tür, halbstock hinauf, klopfen, rufen, poltern - nix. da die bewohnerin der betreffenden wohnung nicht alle tassen im schrank hat und fallweise mit der gaspistole im stiegenhaus auf ihre mutter schiesst, der das haus gehört, fallweise auch sehr viel zu viel trinkt und sehr schlecht auf ihre antidepressiva reagiert, sowie auch einen eher interessanten umgang pflegt, kriege ich eine ganz zarte panikattacke. der qualm zieht sich durch das stiegenhaus, mein asthma bereitet mir leichte erstickungsanfälle. runter den halbstock, cortisonspray inhalieren, polizei anrufen, telephonistin dort aufwecken, erklären, zurück zum fernseher - und gerade noch eine halbe sekunde des abspanns gesehen.

vielleicht erzählt mir ja einmal jemand, wie der film ausgegangen ist.

und ich gehe mir wenigstens das hauskino anschauen: die polizie kommt nach 8 minuten, nach weiteren 2 die feuerwehr, alle mit blaulicht, in der betroffenen wohnung hat in der zwischenzeit jemand das licht abgedreht. die polizei klopft, ruft, keiner macht auf. sie probieren an der klinke - die tür ist offen. sie rufen hinein - keine antwort. sie ziehen die pistolen, die taschenlampen, die feuerwehr kommt schon mit den feuerlöschern: da erscheint die dummkuh von hausbesitzerstochter und plärrt, was das soll, ihr sei doch nur ein wenig fett in der pfanne zu heiss geworden. sie hätte während des kochens eben ein nickerchen benötigt.

die polizei war dann sehr nett, meinte, die hätte nicht alle tassen im schrank (na, das weiss ich schon länger), und die ganze wohnung wäre so verraucht, dass man gar nichts drinnen gesehen hätte. mein klopfen dürfte den trampel aufgeweckt haben, und dann hat sie die pfanne vom gas(!!!)herd genommen und das licht abgedreht, damit keiner merkt, wo der gestank herkommt. die am fenster neben dem herd zum trocknen hängende wäsche war gott sei dank aus baumwolle, und noch ziemlich nass, aber trotzdem schon angesengt. und die küche hat eine holzdecke ...

ilvie kriegt morgen eine portion lungenbraten zum abendessen. hat sie sich verdient.

und ich krieg jetzt ein paar baldriantropferln, sonst lauf ich amok.

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Sonntag, 1. August 2004
der baggerfahrer
hier im haus wohnt ein baggerfahrer. zum haus ist zu sagen, dass es ein jahrhundertwende-bau ist, mit bassenas und gangklos, die teilweise noch in betrieb sind. der baggerfahrer hat eine zimmer-küche wohnung, wasser und klo eben draussen, im dritten und letzten stock.
er ist ein freundlicher mensch, ein bisserle einfach, ziemlich ohne jeden sozialkontakt - man hat ihn noch nie mit jemand zusammen gesehen - aber was solls. seit ich ihn kenne, hat er immer gearbeitet, war selbständig und ganz stolz darauf, ging oft noch vor dem hellwerden aus dem haus und kam erst bei dunkelheit wieder zurück. jetzt ist er in pension, wird langsam rundlich, und scheint sein leben zu geniessen. dazu gehört auch, dass er nicht mehr selber kocht, sondern ins wirtshaus essen geht.

und jedesmal, wenn ich ihn so beim wirt am eck im schanigarten sitzen seh, in seinen jetzt immer sauberen kleidern, mit sauberen händen und geputzten schuhen, über sein krügerl irgendwohin schauend und ganz zufrieden wirkend, fallen mir zwei geschichten mit/von/zu ihm ein. beide geschahen zu einer zeit, da er noch arbeiten ging.

einmal, es war sonntag abend, roch es im vorzimmer bei mir - ich wohne im ersten stock - als hätte jemand etwas anbrennen lassen. schien ziemlich heftig zu sein, wenn man es sogar durch die geschlossene tür riechen konnte. aber im erdgeschoss wohnte der hausmeister, der kochte meist bei offener wohnung, man war das gewohnt. doch dann überschlugen sich die ereignisse: vier feuerwehr-löschzüge kamen in die gasse, fuhren vor meinen fenstern die leitern aus, rannten durch das haus, legten schläuche, die polizei lief herum und brüllte, die rettung kam, und die ganze gasse war in dicke schwaden gehüllt. des rätsels lösung: der baggerfahrer, damals schon weit über fünfzig, hatte wochenlang durchgearbeitet, keinen tag frei gehabt, und als er mit seinem auftrag fertig war, wollte er sich zur belohnung am sonntag abend ein paar kotelettes mit bratkartoffeln machen. stellte die pfanne mit inhalt und satt öl auf den herd, zündete die gasflamme an und setzte sich kurz nieder. vor übermüdung schlief er ein, und landete im weiteren verlauf des tages mit einer rauchgasvergiftung im krankenhaus. seine wohnung musste er auch renovieren.

er schien aber daraus gelernt zu haben, denn man sah ihn dann öfter bei eben jenem wirt am eck, bei dem auch ich manchmal esse. dieser wirt baute dann einmal sein lokal um, mit ein wenig mediterranem flair, sehr nett. der baggerfahrer fühlte sich hier, wenn er gerade von der arbeit kam, nicht sonderlich wohl, setzte sich immer in eine ecke, in der man ihn nicht so gut sehen konnte. durch die gute luft auf den baustellen und die filterfreien zigaretten, die er in grossen menge rauchte, hatte er damals auch noch ziemlichen husten. einmal kam er wieder, setzt sich in die ecke mir gegenüber, vier tische entfernt, bestellt sich ein krügerl und ein essen (kotelette mit bratkartoffeln), und holt sich die zeitung. er nimmt einen tiefen schluck, hustet so plötzlich, dass ich vom teller aufschaue, und dann: springt ihm das falsche gebiss aus dem gesicht, komplett ober- und unterteil, schlägt auf dem weissen tischtuch auf, macht einen hüpfer, springt auf den gegenüberstehenden sessel, und dann mir fröhlichem geklapper über den neuen teppich richtung küche. ich erstarrte, die kellnerin erstarrte, der wirt erstarrte, der baggerfahrer erstarrte. der hund machte einen satz unter dem tisch heraus, um die vermeintliche beute zu fassen, wurde von mir an der leine zurückgehalten, und stand nun einen meter von dem gebiss entfernt hechelnd da. ich kann nicht sagen, wie lange diese szene gedauert hat, es scheint mir heute noch endlos. die kellnerin und der wirt flüchteten dann prustend in die küche, ich versammelte den hund wieder unter dem tisch, der baggerfahrer wurde rot und weiss und rot und weiss, bewegte sich aber imer noch nicht. dann kam die kellnerin wieder aus der küche, mit einer alufolie mit den kotelettes und den bratkartoffeln drinnen in einer hand, in der anderen hand eine dicke serviette. sie bückte sich, hob mit der serviette das gebiss auf, legte wortlos das alufolienpaket auf den tisch vor den baggerfahrer, und die serviette mir dem gebiss obendrauf. er faltete die zeitung zusammen, machte noch einen schluck vom bier, und verliess -ebenfalls wortlos - das lokal. bezahlt hat er am nächsten tag.

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