Sonntag, 25. September 2005
handwerks-update
klecksel: hat der hausverwaltung mitgeteilt, er hätte die arbeit erledigt, und gleich seine honorarnote vorgelegt - wir erinnern uns: die gelben flecken sind immer noch da, in den ecken ist sichtlich zu wenig farbe aufgetragen. klecksel-sohn - der gekleckselt hatte - war von seinem vater fernhallophonisch einfach zu früh abberufen worden. er hatte mir ja gleich mitgeteilt, dass vermutlich nachgebessert werden müsse, weil die aufgetragene schicht noch nass sei und man daher etwaige fehler nicht sehen könne.

die kombitherme: frau kelef ist ja eher selten kalt. meine gäste leihen sich wollsocken und kommen im sommer mit pullover, und meist hat sie auch im büro die temperatur der general-klimaanlage auf minimum, und die zusätzliche miniklimaanlage, die man ihr gegen die ständigen hitzezustände installiert hat, auch noch auf 18°C gedreht. frau kelef war zuhause also mit dem heissen wasser und der geräuscharmen therme zufrieden und glücklich. nur die tiere meldeten bei dem kälteeinbruch der letzten woche leises unbehagen an, und schliefen unter der decke (die katz und der katz) und auf der decke (die hunt) auf frau kelefs füssen. weswegen frau kelef erstens zu warm war und sie zweitens in ihrer unendlichen weisheit beschloss, die um in summe fast € 3.000.-- angeschaffte therme warmlaufen zu lassen. dazu muss man eigentlich nur den thermostat auf 20°C drehen, und schon geht es los. die elektronische zündung macht knicksknicksknicksknicksknicks, dann macht irgendwas zschschsch, und dann wird es warm. theoretisch, meine ich. meine therme machte knicksknicksknicksknicksknicks, dann machte irgendwas zschschsch, dann schaltete sich das gerät ein, dann aus, dann machte es knicksknicksknicksknicksknicks, dann machte irgendwas zschschsch, dann schaltete sich das gerät ein, dann aus, in beliebiger endlosschleife. dazwischen wurde es ein wenig warm, aber nicht entscheidend, und dann machte es knicksknicksknicksknicksknicks, dann machte irgendwas zschschsch, frau kelef versuchte den thermostat anders einzustellen, dann machte es knicksknicksknicksknicksknicks, dann macht irgendwas zschschsch, und dann siehe oben.

die waschmaschine trocknete zwar, und auch der entlaufene dichtungsring war von frau kelef hervorragend wieder an seinen angestammten platz zurückgebracht worden. die nässe unter der abwasch bei den anschlüssen wurde auf die kurzfristige absenz eben dieses dichtungsringes, der auf grund seines nicht plangemässen aufenthaltes nicht dichten konnte, zurückgeführt. drei tage lang, bei einer neuerlichen kontrolle wurde der waschmaschine die wasserzufuhr abgedreht, sicherheitshalber. man weiss ja nie.

ein gespräch mit der hausverwaltung ergab die tagelange abwesenheit des verwalters und eine bestätigung der dummheit und inkompetenz seiner angestellten und seines sohnes. erstere wussten nicht, wann er da sein könnte und meinten, ich solle halt am donnerstag (ich hatte schon eine woche lang getobt) wieder anrufen, zwischen 16.00 und 18.00 uhr. da war keiner da. um 18.00 uhr erreichte ich den sohn, der mir mitteilte, der papa werde mich zurückrufen (wenn so ein sohn schon durch die nase spricht krieg ich ausschlag). natürlich rief er nicht zurück, und um 19.30 ich wieder an. diesmal den papa erreicht, der mir mitteilte, der vater klecksel hätte ihm gesagt, der sohn klecksel hätte sehr schön ausgemalt (woher wollte er das wissen, wenn er es gar nicht gesehen hatte?). und wenn nicht, sei ich schuld, weil ich das stinkezeug nicht gewollt hatte. meine laune näherte sich einem tiefpunkt, mein vokabular liess gewisse deftige ausdrücke nicht missen. der hausverwalter wird mit dem klecksel noch reden, meinte er. ich meinte das auch, und harre weiter der dinge.

die fehlsichtigen installationsspezialisten teilten mir telephonisch geschlossen mit, die therme sei offensichtlich fehlerhaft und ich solle mich bitte an den hersteller wenden. das tat frau kelef mit unlieblicher laune, und schon erschien statt wie angekündigt um 07.00 uhr - es war der tag, an dem ein seminar stattfand, eben jener donnerstag an dem ich den hausverwalter endlich erreichen sollte - um 08.00 uhr ein netter junger mann. der mir nach kurzem überprüfen und austauschen der üblichen verdächtigen elektronischen kleinteile mitteilte, dann wisse er auch nicht weiter. da frau kelef in ihrer beliebten art aber stets beharrlich bleibt, konnte der nette junge mann davon überzeugt werden, noch einmal die anschlüsse zu überprüfen. dreipoliges kabel aus der wand, dreipoliges kabel zum thermostat. dazwischen zweipoliges, falsch angeschlossen. der schaden konnte also behoben werden, und seitdem heizt die therme auch. es ist ja draussen auch wieder warm geworden. frau kelef begann flammen zu spucken und der schwefelige brodem, der ihrem mund entwich, machte die tiere schaudern. er hatte übrigens keinen seitenschneider mit, und nahm kaffee mit zucker, ohne milch.

weil er so nett war, ersuchte ich ihn gleich bei dieser passenden gelegenheit und zum behufe seiner köperlichen ertüchtigung, und weil ich sowieso schon zu spät zum seminar kam, doch einmal nach der feuchtigkeit unter der abwasch zu sehen - als belohnung für seine gründlichkeit bei der fehlersuche, sozusagen. und was stellt sich heraus? beim wasserstopper war durch unsachgemässe verschraubung (da gibt es so einen gelben sicherungsnippel, den man beim drehen drücken muss) ein riss entstanden.



der fussboden war schon ganz nass. also der waschmaschine das wasser abgedreht gelassen, die restliche grosswäsche auf das wochenende verschoben - an dem schon einige andere arbeiten stattfinden sollten. wer braucht schon wochenende in meinem alter.

aber sofort den waschmaschinenreparaturdienst angerufen um neuen termin. nach über einer halben stunde verbunden werden, tonband, musik, aus der leitung fliegen, etc. endlich bei der serviceannahme angelangt. der junge mann - wir wollen ihn wegen der namensähnlichkeit hier kramuri nennen - derjenige, der bereits zwei termine verschoben und den dritten falsch eingetragen hatte - teilte mir feierlich mit, es werde wohl ein oder zwei wochen dauern, bis er einen neuen termin hätte, der mechaniker sei doch ohnehin erst bei mir gewesen. frau kelefs stimmlage war zu diesem zeitpunkt atonales falsett, und ihre haare bildeten dünne strähnen, an deren enden züngelnde schlangen zu erkennen waren. das muss durch das telephon zu spüren gewesen sein, denn der herr kramuri meinte, ich solle das vielleicht doch besser mit dem serviceleiter besprechen, aber der spreche gerade und sei dann nicht mehr zu sprechen, wenn er ausgesprochen habe. der firmeninhaber war dann bei einem neuerlichen anruf (unter angabe eines falschen namens meinerseits) schon zu sprechen, und meiner wirklich reizenden art war es zu verdanken, dass er sich meiner interpretation einer möglichen lösung, dass ein mechaniker am nächsten tag, freitags nämlich, mit dem besagte teil um 07.00 früh auf meiner türdacke zu stehen habe, anschloss. widerspruchslos. fast hätte er sich noch bedankt.

so geschah es dann auch, und als ich den riss - der sichtlich neu war - so betrachtete, erzählte mir der nette junge mann, der zur schadensbehebung herbeigeeilt war, der herr kramuri hätte gemeint, eine frau könne das ja gar nicht beurteilen. und der erste mechaniker hätte gar keine schuld an nichts nicht, denn da seien so viele leute bei mir in der küche gewesen, und ausserdem sei ich sowieso eine unangenehme, äh, schwierige kundin. er sehe das aber gar nicht so. und lobte mich für meine kontrolle, weil, wenn man da nicht aufpasst, dann passiert schnell ein unglück und es gibt eine heimtückische überschwemmung, die sich in so alten häusern dann auch gerne in stromleitungen wichtig macht mit kurzschlüssen und so. er hatte nur eine rohrzange mit (die zweite borgte er sich gerne von mir), nahm kaffee mit milch und zucker, und schnorrte gar höflich eine zigarette (hab ihm eh ein packerl gegeben).

nebel senkte sich über den bezirk, und hüllte frau kelefs klagegeheul gnädig in eine weiche, undurchsichtige decke.



auf dem weg vom büro nach hause überlegte ich dann genau, wie sämtliche arbeiten einzuteilen seien, damit nach zwei wochen arbeitsurlaub die schwarzen tapper von der weissen wand verschwinden würden, die teppiche sauber werden und endlich alle wäsche gewaschen werden könnte. kann ja kein problem sein, mit funktionierender waschmaschine und heisswasser und so, nicht wahr. und ein sonntagsspaziergang mit der hunt muss sich auch ausgehen.

und natürlich sollte all dies noch nicht das ende sein, aber davon später.

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Donnerstag, 22. September 2005
neulich,
kommt die hunt vom einkaufen aus der tierhandlung, besser bekannt als "hundezuckigeschäft", zurück. den weg hin und zurück kennt sie ganz genau. sie geht sehr gerne hin, schaut die tiere an die in den volieren und terrarien und aquarien herumsitzen, -laufen, -schwimmen und -schlängeln, und ist ganz begeistert.

ausserdem nimmt sie von dort immer ein stück extra-zucki ihrer wahl mit, und trägt das dann ganz stolz nach hause, wo sie vor den augen von dymka und julchen ganz alleine auffrisst. diesmal einen kaustreifen, geschmacksrichtung geflügel.



beim nachhausegehen wählt sie die direkte strecke, damit ihr unterwegs ja keiner ihre kostbarkeit streitig macht. sogar wenn sie noch mal pinkeln muss hält sie den kopf hoch erhoben und die beute fest zwischen den beissern.

an 8 m laufleine kann sie natürlich vor mir um ecken biegen, dann schaut sie ganz geflissentlich nach ob ich noch da bin.

sehr irritierend wirkt es daher auf frau kelef, wenn die hunt abrupt stehenbleibt, ihr zucki auf den weg legt, einen starren blick bekommt und sich die lefzen leckt:



war aber bloss ein haufen federn,



und ein stück weiter dann der rest der flugratte.



fragt sich die hunt nur, wer das war. sie darf die viecher nämlich nur hetzen und scheuchen, aber nicht totmachen, nicht einmal hineinbeissen. und dann sowas am hellichten tag. die welt wird bald untergehen, mindestens, meint sie.

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wienerische geographie
rauch ich gerade ein zigaretterl mit der kollegin, deren freundlicher humor dem meinen in nichts nachsteht.

erzählt sie, wie vor jahren einmal in wien von einem mann gesagt wurde: der amerikaner ..illi ...iljewitsch ist ja eigentlich russe, aber für die russen ist er georgier, und für die georgier ist er jude.

nach kurzem nachdenken sagt sie (als gebürtige ungarin): ich hab ja sehr lange gebraucht, bis ich gewusst habe dass das, was in ungarn grusinja heisst, und in russland grusinj, in österreich georgien heisst, verstehen tu ich es aber immer noch nicht. ich hab sehr lange gedacht, die leute reden von georgia in usa, wenn sie georgien sagten.

und da erinnert sich frau kelef an eine ähnliche situation.

vor einigen jahren, in einem jener bezirke wiens, in denen weder sie noch sie noch jemand anders tot über den zaun hängen möchte:

zwei echte wiener unterhalten sich.

sagt der eine: de zwa länder vawexl i imma, tschortschia und tschortschien. sagt der andere: geh, des is do aafoch. des muasst dar an de leit merkn, de durtn lehm: tschortschianerer und tschortscher. de ghern donn ollawäu zu den passendn lond.

sagt der andere: und wos is jetztn wo?

sagt der eine: heast, na des waas i a net. owa jeds auf ana ondan seitn von globus.

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Dienstag, 20. September 2005
merkwürdig.
seit voriger woche gehen in meinem umfeld die seltsamsten dinge vor sich.

schneid ich einen grossen roten paprika auf, sind zwei kleine grüne drin:



geh ich mit der hunt spazieren, setzt sie sich auf eine schildkröte und wartet, dass die losrennt:



jagt die keiner vom fleck?



und dat julchen, dat arme tier, ist immer noch so verwirrt dass es in frühkindliche behaviorismen zurückfällt und versucht bei dymka milch zu finden:



zwischendurch spielt sie aber sehr nett mit dem essen von der hunt (hier: kalbsherz):



und auch mit dem eigenen. kann man von oben runterwerfen, und dann bei der hunt eintauschen, falls die es nicht im flug fängt und sozusagen inhaliert.



und der grosskatz schaut mich elegant an, und macht dabei schlitzaugen.

wären wir in amerika, könnte ich die handwerker aus der vorwoche mit links auf eine unanständige summe verklagen, und trio haarial zum tierpsychiater schicken, für viele viele viele sitzungen.

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ter tag online heute. bin ich froh, dass ich nicht abergläubisch bin.

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